Kitzingen

Corona: So läuft der Online-Unterricht am Gymnasium in Kitzingen

Unterricht per Video, Hausaufgaben per E-Mail: Kann das funktionieren? Am Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen fällt eine erste Bilanz zur Schule im Internet positiv aus.
Unterricht im Videochat: Am Armin-Knab Gymnasium in Kitzingen geht die Schule trotz der Corona-Einschränkungen weiter. Lehrer Michael Mauer gibt Geschichtsunterricht vor der Kamera.
Unterricht im Videochat: Am Armin-Knab Gymnasium in Kitzingen geht die Schule trotz der Corona-Einschränkungen weiter. Lehrer Michael Mauer gibt Geschichtsunterricht vor der Kamera. Foto: Kerstin Weber

In ganz Deutschland sind aufgrund von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Schulen geschlossen – in Bayern zunächst bis zum 19. April. Doch für die Schülerinnen und Schüler bedeutete das nicht etwa, dass sie vorzeitig Ferien hatten: Der Unterricht fand im Videochat statt, Arbeitsblätter wurden über das Internet verteilt.

Auch im Kitzinger Armin-Knab-Gymnasium lief die Schule auf diese Art bis zu den Osterferien weiter. Wie die genau funktioniert, erklärt Schulleiterin Monika Rahner. Außerdem spricht sie über die Chancen und Herausforderungen, die der Unterricht im Internet für Schüler und Lehrer mit sich bringt.

Über mehrere Kanäle in Kontakt mit den Schülern

"Wir haben mehrere Kanäle, über die wir Kontakt mit den Schülern haben", sagt Rahner. Übungen bekämen die Schüler über "Mebis", die digitale Lernplattform des Kultusministeriums, ein schuleigenes Informationsportal oder per E-Mail. So gelangen sie auch an die Lösungen für die Arbeitsblätter oder können ihre Arbeiten zum Korrigieren mit den Lehrern teilen.

Das Alter eines Schülers bestimmt den Arbeitsumfang. In den höheren Jahrgängen sollen die Jugendlichen ein bestimmtes Pensum an Aufgaben pro Woche erledigen. Ihre Zeit können sie sich dabei selbst einteilen. "Bei den Jüngeren ist das aber nicht so sinnvoll", sagt Rahner. "Sie bekommen ihre Übungen Tag für Tag."

Der Unterricht orientiert sich am Stundenplan

Die Lehrer vermitteln wie gewohnt den Stoff für die Hausaufgaben im Unterricht – aber nun statt im Klassenzimmer online über Videochats mit ihren Schülern. "Der Unterricht orientiert sich am normalen Stundenplan", sagt Rahner. Vom Umfang her ist der Unterricht aber pro Fach auf ein- bis zweimal in der Woche reduziert.

Auf die Tafel müssen die Schüler nicht verzichten: Sie wird live ins Internet übertragen.
Auf die Tafel müssen die Schüler nicht verzichten: Sie wird live ins Internet übertragen. Foto: Kerstin Weber

Die Schüler dürfen freiwillig am Videounterricht teilnehmen. Laut Michael Mauer, stellvertretender Schulleiter und Lehrer für die Fächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde, ist die Nachfrage aber groß: "Meiner Erfahrung nach sind immer zwischen 80 und 90 Prozent dabei."

"Der digitale Unterricht kann den anlogen nicht komplett ersetzen."
Monika Rahner, Schulleiterin am Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen

Über ihre Videokameras könnten Lehrer auch Tafelanschriften mit den Schülern teilen und zudem ihren eigenen Bildschirm im Internet übertragen. So könnten die Lehrer Übungen auch gemeinsam mit den Schülern lösen und an Beispielen erklären, sagt Mauer.

Große Chance für die Digitalisierung der Schulen

"Die Umstellung erfordert viel Flexibilität", sagt er. Als Leiter der schulischen Bigband und des Blasorchesters musste er kreative Lösungen finden. Dass die Schüler trotzdem ihre Stücke üben können, nahm er verschiedene Lieder zum Mitspielen als Video auf. Genauso taten es auch seine Kollegen mit Sportübungen.

"Es war sozusagen eine Digitalisierung von null auf 100", meint Mauer. In den ersten Tagen machte noch die Technik Probleme. Die Plattform Mebis wurde gehackt. "Aber jetzt läuft alles gut", sagt Schulleiterin Rahner.

Ihr erstes Fazit lautet: Schule im Netz funktioniert. Sie schränkt jedoch ein: "Der digitale Unterricht kann den analogen nicht komplett ersetzen." Schüler und Lehrer dürfen also gespannt darauf sein, welche Online-Elemente tatsächlich im Unterricht erhalten bleiben, wenn die Schulen nach ihrer Corona-Auszeit wieder öffnen.

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