BIEBELRIED

Das Autobahnkreuz verliert seinen Schrecken

Großbaustelle Biebelrieder Kreuz: Ende in Sicht Im Herbst heißt es endlich auch rund um die Anschlussstelle Rottendorf: Freie Fahrt! Jetzt müssen erst einmal zwei Brücken fertig werden – was alleine schon 7,9 Millionen Euro kostet.
Brückenbau, Teil zwei: Die A 3 über der Zugstrecke von Würzburg nach München wird – nicht weit weg von Dettelbach/Bahnhof – gerade auf sechs Spuren verbreitert.

Kürzlich ging bei der Autobahndirektion Würzburg eine Beschwerde ein. Betreff: die neu gebaute Anschlussstelle Rottendorf. Ein Mann beschwerte sich bitterlich, dass an der Anschlussstelle Rottendorf weiterhin eine Auffahrt gesperrt ist.

Wer von Biebelried kommt und auf die A 3 in Richtung Würzburg will, landet vor einer Absperrung. Und das, obwohl die Auffahrt doch längst fertig gebaut ist und die anderen drei Auffahrten ja auch funktionieren.

Was der Beschwerdeführer nicht wissen konnte: Das Problem ist nicht die Auffahrt zur Brücke über die B 8, vielmehr gibt es keine Chance, sich auf der Autobahn einzufädeln. Dort läuft der Verkehr nämlich gerade über die beiden äußeren rechten Streifen. Enge Behelfsspuren, die ein Auffahren unmöglich machen.

Fotoserie

A3-Ausbau

zur Fotoansicht
Wer den Blick von den beiden überfüllten Spuren nach links schweifen lässt, kann die Zukunft erahnen: Dort warten vier neu gebaute und fast fertige Spuren darauf, in Betrieb genommen zu werden. Zusammen mit den Streifen von der Gegenfahrbahn wird es genau hier eines Tages sogar zehn Spuren geben.

Bis es soweit ist, muss allerdings noch einiges passieren. Einen Kilometer weiter zurück, direkt im Biebelrieder Kreuz in Richtung Nürnberg, biegt man bei zwei Brückenbauwerken in die Zielgerade ein.

Das Ende der Staumeldungen

Während kurz vor Weihnachten die Strecke von der Mainbrücke Randersacker bis zur Anschlussstelle Rottendorf freigegeben wurde und endlich alle Baustellen verbannt sind, ist nun Schlussspurt angesagt auf dem gut einen Kilometer langen Stück von der Anschlussstelle bis zum Biebelrieder Kreuz.

Im Herbst soll's dann vollbracht sein und das durch Staumeldungen unfreiwillig zu Ehren gekommene Biebelrieder Kreuz endgültig seinen Schrecken bei den Autofahrern verloren haben. Bis dahin sind vor allem Brückenbauer gefragt. Bauwerk Nummer eins sieht spektakulär aus: Es schiebt sich über die A 3 und wird der Zubringer von der A 7. Die alte Brücke hatte dem Ausbau weichen müssen und war im Februar vergangenen Jahres mit 32 Kilogramm Sprengstoff zu Fall gebracht worden.

Seither schiebt sich der Nachfolger Stück für Stück über die Autobahn. Etwa in 14 Tagen soll die Brücke auf der anderen Seite angekommen sein. Sie wird dann 190 Meter lang, 15 Meter breit und ein ganzes Stück gekrümmt sein. Kosten: 6,1 Millionen Euro. 900 Tonnen Stahl werden von 10 000 Tonnen Beton umhüllt.

ICE im Rücken

Brücke Nummer zwei ist kaum weniger spektakulär – und wird trotzdem von den Autofahrern kaum wahrgenommen. Die Brücke lässt sich von der Autobahn kaum sehen und führt direkt über die Bahnstrecke von Würzburg nach München. Hier müssen an die bestehenden vier Fahrbahnen zwei weitere angebaut werden. Eine Brücke mit „speziellen Anforderungen“, wie Projektleiter Andreas Hecke von der Autobahndirektion Nordbayern betont. Das Problem: Die Bahnstrecke kann nicht eben mal gesperrt werden.

Viermal sechs Stunden hat die Bahn den Brückenbauern zugestanden – das muss reichen. Was sonst noch mit „speziell“ gemeint ist, wird beim Ortstermin schnell klar: Während die Arbeiter auf dem Gerüst stehen, sausen direkt hinter ihrem Rücken die ICEs entlang. Die Brückenerweiterung in Sichtweite des Dettelbacher Bahnhofs ist mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

Was ein Klacks ist verglichen mit dem, was dann noch ansteht. Denn nach der Brücke ist vor der Brücke, das nächste Mega-Bauwerk wartet schon: Wenn das Biebelrieder Dreieck fertig ist, geht es irgendwann Richtung Würzburg weiter – mit dem Neubau der Heidingsfelder Talbrücke.

Brückenbau, Teil eins: Die vergangenen Februar weggesprengte Brücke über die A 3 am Biebelrieder Kreuz wird derzeit für 6,1 Millionen Euro neu gebaut – mit 900 Tonnen Stahl und 10 000 Tonnen Beton. Foto: Fotos (3): Frank Weichhan

Schlagworte

  • Autobahndirektionen
  • Autobahnkreuze
  • ICE
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
5 5
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!