IPHOFEN

Das gesellschaftliche Engagement der Arbeiterwohlfahrt

Josef Albert (vorne von links) wurde vom Vorsitzenden Karl-Heinz Holthausen zum Ehrenmitglied ernannt. Die Grußreden zum 50-jährigen Jubiläum hielten Landrätin Tamara Bischof sowie (hinten von links) Bürgermeister Josef Mend und AWO-Kreisvorsitzender Gerald Möhrlein. Foto: Hartmut Hess

Viel Lob erntete der Iphöfer Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bei seinem Festakt zum 50-jährigen Bestehen. Denn die AWO-Aktiven zeichnen sich seit einem Jahrhundert durch Menschlichkeit und ehrenamtlichen Einsatz aus. Mit Josef Albert zeichnete der Vorsitzende Karl-Heinz Holthausen einen verdienten Mitstreiter aus, der schon seit 1961 der AWO angehört. Unter dem Applaus der Festgäste verlieh Holthausen Albert die Ehrenmitgliedschaft.

Wie Gerald Möhrlein schilderte, taten sich bereits in den 1940er-Jahren in den Zeiten von Armut, Vertreibung und Vertriebenen Menschen im AWO-Zeichen des „roten Herzens“ zusammen. Die Arbeiterwohlfahrt war im Jahr 1919 von der SPD-Reichstagsabgeordneten Marie Juchacz gegründet worden. Und gerade die Vertriebenen hatten einen wesentlichen Anteil am Aufbau der AWO im Landkreis Kitzingen und der Gründung des Kreisverbandes. Die Iphöfer hoben ihren Ortsverband im Jahr 1968 – damals vor der Gebietsreform noch im Kreisverband Neustadt/Aisch – aus der Taufe. Gründungsvorsitzender war Edmund Sackenreuther, der den Ortsverband 29 Jahre führte, bis er den Vorsitz im Jahr 1997 an Erhard Meusert übergab. Von 2007 bis 2010 stand Stephan Drobek an der Vereinsspitze, ehe Karl-Heinz Holthausen im Jahr 2011 den Chefposten übernahm und bis heute bekleidet.

Das 1978 erstmals ausgerichtete Sommerfest ist seitdem das große Aushängeschild des Ortsvereins und seit über 30 Jahren gibt es die monatlichen Seniorennachmittag bei Kaffee und Kuchen. Vor Jahrzehnten organisierte die AWO auch Kindererholungen, die später aber wegen Zuschusskürzungen abgeschafft wurden. Dafür bietet der Wohlfahrtspflegeverband heute Ferienfreizeiten oder auch Sprachferien an, für die das Jugendwerk der AWO verantwortlich zeichnet. Die begleiteten AWO-Senioren-Reisen und Ausflüge waren immer sehr gut angenommen worden und seit Jahren taten sich die Ortsvereine Iphofen und Mainbernheim zusammen zu mehrtägigen Inlands- und Auslands-Reisen. Ein Kraftakt für die Iphöfer war der Bau der eigenen Halle, die im Jahr 2001 eingeweiht wurde und die Gerätschaften des Vereins beherbergt.

Das soziale Engagement ist seit jeher das Hauptgeschäft der AWO und auch die Iphöfer beteiligten sich mit Geldspenden bei Hochwasser- und Flutkatastrophen. Zu Weihnachten unterstützt der Ortsverein öfters mit Geldspenden bedürftige allein erziehende Mütter mit Kindern – eine klassische Einzelfallhilfe für Menschen, die in Not sind. Dazu richtet die AWO jedes Jahr ein Oktoberfest im Altenbetreuungszentrum und die Aktiven machen Heimbewohnern mit Besuchen eine Freude. „Hilfe zur Selbsthilfe, gesellschaftspolitisches Engagement und enge Verknüpfung von Ehrenamt und Hauptamt sind unsere Grundsätze – und so soll es auch bleiben“, sagte Gerald Möhrlein und äußerte seine Freude darüber, mit den Iphöfern so einen aktiven Ortsverband im Kreisverband zu haben.

„Die Aufgaben der AWO gehen auch hier in Iphofen tiefer als viele Leute denken“, sagte Bürgermeister Josef Mend. Er bemerkte, dass in Bundestagswahlkampf die soziale Gerechtigkeit wieder auf die Agenda komme und die Arbeit der Wohlfahrtsverbände immer wichtiger werde. Menschlichkeit und selbstloser Einsatz für andere im Ehrenamt würden unsere Gesellschaft stärken, was in Iphofen seit Jahrzehnten praktiziert werde. Landrätin Tamara Bischof würdigte das Engagement der AWO-Aktiven seit 50 Jahren. Ob einst Vertriebene, Kinder, oder Senioren, die AWO-Verantwortlichen kümmerten sich um viele Menschen und seit Jahren auch um Flüchtlinge.

Vorsitzender Karl-Heinz Holthausen bedauerte, dass das Wetter nicht mitgespielt hatte und begrüßte mehrere Ehrengäste. Der Vorsitzende schilderte, dass es immer schwieriger werde, Helfer für so ein großes Sommerfest zu finden. Er dankte allen, die mit angepackt hatten, darunter auch mehrere syrische Asylbewerber.

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