DETTELBACH

Der Schlamm und die Container

Planungen für die Kläranlage Dettelbach: Markus Schiffler (Ingenieurbüro Glückert; Neuses am Berg) erläutert beim Ortstermin ein geplantes Containersystem zum Abtransport des gepressten Klärschlamms. Im Bild von rechts: Markus Schiffler, Jörg Hock (Büro Glückert), Stadtrat Hermann Pfannes. Foto: Torsten Schleicher

Schon seit längerem ist die Sanierung der Dettelbacher Kläranlage ein Thema im Stadtrat. Bei einem Ortstermin in dieser Woche ging es vor allem um die Gestaltung und künftige Nutzung der Freiflächen und um den Abtransport des gepressten Klärschlamms.

Wie Markus Schiffler vom Tiefbautechnischen Büro Glückert (Neuses am Berg) den Stadträten im Verwaltungsgebäude des Klärwerks erläuterte, könnte auf dem Hof ein großer Fahrzeug-Waschplatz entstehen, auf dem sich unter anderem auch das Feuerwehrauto und andere städtische Fahrzeuge reinigen ließen. Voraussetzung dazu sei, dass man auf ein bisher geplantes Schienensystem zum Abtransport des Klärschlamms verzichte, um Raum zu gewinnen. Stattdessen solle ein Containersystem mit dazugehörigem Fahrzeug den Schlamm zum Abtransport vorbereiten. Die Gesamtkosten für Hof und Containersystem bezifferte Schiffler auf 111 000 Euro.

Unter den Stadträten stieß der Vorschlag auf Skepsis. Befürchtet wird vor allem ein zu hoher Arbeits- und damit Personalaufwand beim Transport des Schlamms per Containersystem. An vier Tagen je Woche müssten die Container jeweils dreimal geleert werden, was hohe Personalkosten verursachen könne, so die Bedenken. Das Büro wurde beauftragt, noch Alternativlösungen zu überdenken. Diskutiert wird über die Investitionen in der Kläranlage dann in den Haushaltsberatungen.

Ferner ging es in der Sitzung um folgende Themen: • Eine neue Wanderkarte soll es für Dettelbach und seine Stadtteile geben. Gedruckt werden 5000 Exemplare, die Kosten betragen für 5500 Euro. Den Auftrag erhielt die Firma Public Press aus Geseke (Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen). Der Verkaufspreis der Karte ist auf 2,95 Euro festgelegt worden. Bei Verkauf der Gesamtauflage erwirtschaftet die Stadt einen Gewinn von 9300 Euro. Für Gewerbetreibende besteht die Möglichkeit, Anzeigen zu schalten.

• Keinen Zuschuss gibt die Stadt zum Bayerischen Jungzüchtertreffen, das der Jungzüchterclub Unterfranken am 25. und 26. Mai in der Frankenhalle veranstaltet. Grund für die Ablehnung war unter anderem, dass man im Stadtrat das Treffen hauptsächlich als Vergnügungsveranstaltung sah und keine Beispielfälle für andere schaffen wollte. Unumstritten war die Ablehnung aber nicht: Ortssprecher Horst Winterstein (Schernau) führte an, dass sehr wohl schon ähnliche Veranstaltungen bezuschusst worden seien. Vier Stadträte stimmten schließlich auch gegen einen Verzicht auf einen Zuschuss, fünfzehn hielten die Ablehnung für richtig. • Knapp 65 000 Euro musste die Stadt im Jahr 2011 für den Betrieb des Hornschen Spitals zuschießen. Einnahmen von 874 872 Euro standen Kosten von 939 845 Euro gegenüber, heißt es im Geschäftsbericht. Gründe für das Minus waren unter anderem höhere Material- und Personalkosten sowie gesunkene Pflegegelder.

• Die Stadt Dettelbach beteiligt sich mit einer Route am Traumtouren-Konzept des Landkreises. Die rund elf Kilometer lange Rundtour zwischen Stadt Dettelbach im Nordosten und der Flurlage Hügelacker im Südwesten soll ausgeschildert und beworben werden. Die anteiligen Kosten der Stadt betragen rund 12 000 Euro.

• Ein eingeschränktes Halteverbot wird laut Stadtratsbeschluss im Gewerbegebiet Ost in der Adolf-Oesterheld-Straße ab dem ehemaligen Fulgurit-Gelände eingeführt. Dadurch soll vor allem das Langzeit-Parken von Lastwagen verhindert werden. Das Halteverbot hatte eine dort ansässige Firma beantragt. Ein weiterer Wunsch des Unternehmens, die Oesterheld-Straße zur Vorfahrtsstraße zu machen, wurde abgelehnt. Es bleibt bei der Rechts-vor-links-Regelung.

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