KITZINGEN

Der Schlauchturm hat es Django Asül angetan

Sagt, was er will: Django Asül in Kitzingen. Foto: Robert Haass

Lampenfieber? Scheint er nicht zu kennen. Ganz locker steht der niederbayrisch-türkische Kabarettist nur wenige Minuten vor seinem Auftritt beim gut besuchten Abschluss des „Kitzinger Sommer - das Open-Air-Festival am Main“ am Mischpult, quasi mitten unter seinem Publikum. Und plaudert munter mit VHS-Leiter Richard Arndt-Landbeck, dem Tontechniker und einem Fotografen. Von Nervosität keine Spur.

Django Asül ist mit seinem brandneuem Programm „Paradigma“ unterwegs. Auch wenn das Programm neu ist – Asül ist der Alte geblieben. Politisch wie eh und je, bleibt er sich treu: Schlüpft in verschiedene Rollen, gibt den Türken, den Stammtischbruder, den philosophierenden Kumpel in der Sauna. Und er ist auf der Suche: Nach der Wahrheit und ein wenig nach sich selbst.

Natürlich ist es ein Privileg, Kabarettist zu sein: „Ich kann hier vorne stehen und sagen, was ich will“, meint Asül. Der Einstieg ins Programm startet mit Lokalem. Etwa dem Kitzinger Wahrzeichen - dem Schlauchturm - ein Relikt aus dem Bauernkrieg, der aber stehen bleib, „weil der Bürgermeister oft auf dem Schlauch steht.“ Zufallstreffer?

Sicher nicht. Django Asül weiß natürlich, wie er sein Publikum packen kann, baut in sein Programm Aktuelles ein. Etwa Seehofers Auftritt beim 120-jährigen Jubiläum der Bayerischen Sozialdemokraten an diesem Sonntag – und verbindet das mit einem Ausflug in die Landespolitik. Doch es dauert, bis ein Funke überspringt. Szenenbeifall gibt es erst nach rund einer Viertelstunde in der zweiten Hälfte des Programms.

Woran liegt‘s? Kabarett leitet sich vom französischen cabaret ab und das heißt Schänke oder Kneipe. Enge also, Nähe, früher sogar mal verraucht. All das fehlt auf dem wundervollen Gelände hinter der Synagoge am Main. Und das macht es auch doppelt schwierig – für den Kabarettisten und das Publikum. Was am Ende den Genuss nicht schmälern soll: Den direkten Kontakt zu Django Asül konnten die Zuschauer am Ende am Stehtisch knüpfen.

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