KITZINGEN

Der Sternenhimmel im Monat Juni

Die Tage werden länger und die Nächte kürzer. Die kürzeste Nacht erwartet uns am 21. Juni – Sommeranfang. Die Beobachtungszeiten verkürzen sich dramatisch. Richtig dunkel ist es im Juni nur rund drei bis vier Stunden. Es lohnt sich aber allemal, die wenigen Stunden zu nutzen und die faszinierenden Objekte am Sternhimmel im Juni zu bestaunen.
Die Sternkarte zeigt den Himmelsanblick in Richtung Süden am 15. Juni um 22 Uhr MEZ (Mitteleuropäische Zeit) = 23 Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit). Der Sternenhimmel in Richtung Westen, Osten und Norden ist zu sehen, wenn man die Karte so dreht, dass sich der Buchstabe für die jeweilige Himmelsrichtung am unteren Bildrand befindet.
Die Sternkarte zeigt den Himmelsanblick in Richtung Süden am 15. Juni um 22 Uhr MEZ (Mitteleuropäische Zeit) = 23 Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit). Der Sternenhimmel in Richtung Westen, Osten und Norden ist zu sehen, wenn man die Karte so dreht, dass sich der Buchstabe für die jeweilige Himmelsrichtung am unteren Bildrand befindet.

Fixsterne/Sternbilder: Noch be-stimmen die Frühlingssternbilder den Sternenhimmel. Die Sommersternbilder sind von Osten her unübersehbar im Anmarsch. Die Wintersternbilder sind nur noch am frühen Abend nach Einbruch der Dämmerung sehr schwach zu sehen.

Das Frühlingsdreieck, wir erinnern uns, Arktur im Bootes, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau, wird abgelöst durch das sogenannte Sommerdreieck, nämlich Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Alle drei Sternbilder sind ab Mitte Juni im Osten in vollem Umfang zu sehen. Bis Ende Juni beherrschen sie den südlichen Sternhimmel.

Der Blick noch Norden zeigt, dass der Große Wagen immer noch ziemlich hoch über uns steht. So allmählich beginnt aber sein Abstieg in Richtung Westen und gegen Ende des Monats hat er seinen westlichsten Punkt erreicht.

Hell erstrahlt die Wega

Nach Einbruch der Dämmerung überstrahlt zunächst Arktur im Bootes alles andere. Zu erkennen im Südwesten an seiner deutlich orange-roten Farbe. Zum gleichen Zeitpunkt erscheint hoch im Osten der hellste Stern des Sommerhimmels, die Wega in der Leier, bläulich-weiß strahlend und damit nicht zu verfehlen.

Zwischen Bootes und Leier ist Herkules zu sehen. Ein Sternbild, das mit etwas Übung doch recht leicht ausfindig zu machen ist. Ein Juwel im Herkules ist der Kugelsternhaufen M 13, der schon in einem leicht vergrößernde

n

m Fernglas als Nebelfleck zu erkennen ist. Mit einem Teleskop ab sechs bis sieben Zoll Öffnung kann er in seine Einzelsterne aufgelöst und in seiner ganzen Pracht bewundert werden.

Der Löwe ist zwar noch in voller Größe zu sehen, strebt aber unaufhörlich seinem Untergang in Richtung Westen zu. Dafür rückt das Sternbild Jungfrau mit der hellen Spica in den Mittelpunkt beim Blick nach Süden. Spica leuchtet sehr gut erkennbar bläulich halbhoch am südwestlichen Horizont. Gleich links unterhalb taucht das Sternbild Waage auf. Von dieser Konstellation sind mit bloßem Auge meist nur die beiden hellsten Sterne zu sehen. Darunter, tief im Süden, auf der Karte noch nicht zu sehen, arbeitet sich Scorpion nach oben. Darüber im Juli mehr.

Die Sternbilder Zwillinge und Krebs, die gerade im Westen untergehen sowie der Löwe, die Jungfrau, die Waage und der Scorpion sind Mitglieder des sogenannten Tierkreises. Sie gehören also zu jenen Sternbildern, durch die im Laufe des Jahres die Sonne und die Planeten wandern. Bekanntlich spielen diese und weitere Sternbilder des Zodiak (Tierkreis) eine besondere Rolle in der Astrologie, auf die hier aber nicht näher eingegangen wird.

Der Vollständigkeit halber sind noch zu erwähnen die markanten Konstellationen Schlangenträger und Schlange im Süden unterhalb des Herkules sowie die Sternbilder Drache, Cassiopeia, Kepheus und Fuhrmann im Norden.

Planeten

Merkur: Der sonnennächste Pla-net bleibt im Juni mit bloßem Auge unbeobachtbar. Bei seinem Aufgang hat die Morgenhelle schon so weit zugenommen, dass er nicht mehr erkannt werden kann.

Venus: Unser Nachbarplanet in Richtung Sonne beherrscht den Morgenhimmel in hellem Glanz. Die Venusaufgänge finden am Monatsanfang um rund 3.30 Uhr statt, am Monatsende bereits um 2.50 Uhr. Am 19. Juni gegen 3.30 Uhr begegnet Venus dem Planeten Mars und zu diesen beiden gesellt sich etwas nördlich noch die abnehmende Mondsichel – ein lohnender Anblick für Frühaufsteher unter Sternbegeisterten.

Mars: Endlich lässt sich auch der rote Planet wieder blicken, wenn auch vorerst nur am Morgenhimmel. Ab Monatsmitte geht er um rund 3 Uhr auf und Ende des Monats schon kurz vor 2 Uhr. Am 19. Juni kommt es zu einer Begegnung mit Venus (siehe oben).

Jupiter: Der riesige Gasplanet steigert im Juni seine Helligkeit und entwickelt sich im Laufe des Monats neben Mond und Venus zum hellsten Objekt am nächtlichen Himmel. Die Aufgänge des Jupiter verfrühen sich ebenfalls von kurz vor 2 Uhr am Monatsanfang auf rund 23 Uhr am Monatsende.

Saturn: Nach wie vor ist der Ringplanet unterhalb des Löwen im Südwesten zu bewundern. Die Ringe des Saturn sind nun etwas weiter geöffnet, aber die Helligkeit nimmt im Laufe des Monats doch merklich ab. Gleichwohl kann das Paradeobjekt schon in kleineren Teleskopen bis Mitte des Monats noch bis Mitternacht und Ende des Monats noch bis kurz vor Mitternacht bewundert werden.

Uranus: Teleskopbesitzer oder Eigentümer mit stark vergrößernden Ferngläsern auf Stativ können den Planeten unter günstigen Sichtbedingungen am Morgenhimmel tief im Osten entdecken. Mitte des Monats geht der grünlich leuchtende Uranus gegen 1 Uhr und am Monatsende bereits kurz nach Mitternacht auf. Es bedarf jedoch einer gewissen Erfahrung und einer lichtstarken Optik, um den grünen Gasplaneten in der Morgendämmerung zu finden.

Neptun: Der doch recht lichtschwache Neptun geht am Monatsanfang um 1.30 Uhr auf und verlagert seine Aufgangszeit bis Monatsende auf ein halbe Stunde vor Mitternacht. Noch mehr als bei Uranus ist zum Auffinden eine lichtstarke Optik gefragt, wobei aber Jupiter als Aufsuchhilfe dienen kann, um Neptun zu finden. Neptun ist nur zwei Vollmondbreiten schräg oberhalb von Jupiter zu finden.

Der Mond im Juni

Der etwas mehr als halbvolle Mond geht am 1. Juni bereits um 14.45 Uhr auf und überschreitet den Meridian (südlichster Punkt) um 20.38 Uhr. Monduntergang ist um 2 Uhr. Der aufgehende Vollmond kann am 7. Juni ab 21 Uhr bestaunt werden und zwar bis zum nächsten Morgen um kurz nach 4 Uhr.

Genau Mitte des Monats hat der abnehmende Mond sein letztes Viertel erreicht; es ist wieder Halbmond. Der abnehmende Mond ist bei günstigen Bedingungen bis fast 13 Uhr am 16. Juni zu sehen.

Am 22. Juni ist Neumond. Bei klarer Nacht sollten ideale Beobachtungen am Sternhimmel möglich sein, jedoch lediglich in der Zeit zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens. Vorher und nachher sind die Sichtbedingungen von der Dämmerung doch sehr beeinträchtigt.

Das erste Viertel (zunehmender Halbmond) erreicht unser Trabant dann wieder am 29. Juni. Schon mit kleinen Feldstechern sind die Mondkrater an der Schattengrenze (genannt Terminator) sehr gut zu sehen. Mehr als beeindruckend ist jedoch der Blick auf die Krater und Gebirgslandschaften durch ein höher vergrößerndes Teleskop.

Daten & Fakten

Das Astronomiejahr 2009 Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt. 2009 jähren sich die Entdeckungen des Astronomen Galileo Galilei (1564 bis 1642) zum 400. Mal. Seine Erkenntnisse haben die Astronomie revolutioniert. Mit Beiträgern von Alfred Striedacher begleitet die Main-Post das Jahr.

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