MAINBERNHEIM

Die „Drei Denöre“ als Gaststars in Berna

„Dass die Griechen pleite sind, ist unserem Jakub scheißegal“, verkündete Tamara Riegel als „Miss Europa“ am Samstagabend in der Bütt beim großen TSV-Kappenabend. Denn der griechische Gastronom in Restaurant „Korfu“ habe längst erkannt und lebe es vor: Wer bei uns etwas schafft, kommt zu was.
Verblüffende Bewegungen: Die „Drei Denöre“ Ralf Mann, Rüdiger Höhn und Norbert Ebner singen scheinbar schwebend große Hits. Das Trio begeistert beim großen Faschingsabend des TSV Mainbernheim. Foto: Hartmut Hess
Hauptsächlich mit Eigengewächsen boten die Organisatoren dem Publikum ein karnevalistisches Feuerwerk auf der im Altstadt-Ambiente gehaltenen Bühne mit dem Bernemer Bär auf dem Vierröhrenbrunnen.

Unter dem Motto „Berna auf Europa-Tour“ nahm das Faschingsteam des TSV Mainbernheim mit Heidi Strobach an der Spitze die Gäste in der voll besetzten Mehrzweckhalle mit auf die Reise über unseren Kontinent. Moderator Frank Siemers kündigte zahlreiche Büttenredner und Tanzgruppen auf der Bühne an, darunter die Kindergarde aus Laudenbach bei Karlstadt, die einen Gastauftritt in der Bärenstadt absolvierte. Im Jahr ihres 60-jährigen Bestehens war auch die Kitzinger Karnevalsgesellschaft mit ihrer Großen Garde in Berna vertreten. Dabei unternahmen die Damen eine musikalische und tänzerische Reise durch die beiden vergangenen Jahrzehnte.

„Maibaumaufstellen am Nachmittag, das käme nicht mal für Schildbürger in Frag'.“

Thomas Pfeiffer Dracula-Darsteller

Bürgermeister Karl Wolf nahmen Thomas Pfeiffer im Dracula-Gewand und sein musikalischer Begleiter Timo Lechner auf die Schippe. Der Vampir verriet, dass sein Onkel der letzte seiner Zunft gewesen sei, der sich an einem Siebenbürger vergriffen habe. Hernach gaben Pfeiffer und Lechner zur Melodie von„Die Hände zum Himmel“ das vampirische Lied „Die Hälse zum Himmel“ zum Besten.

In Berna halte die Stadtmauer nach Pfeiffers Meinung die Touristen, weshalb sich die Vampire weiter wohl fühlen würden. In der Bütt hielt der Dracula nicht mit seiner Kritik an den Rathausoberen hinter dem Berg: „Wirtschaftlich spielt Berna die letzte Geige, Wirtschaft ist bei uns Fehlanzeige“.

Auch die Diskussionen rund um die Maibaumaufstellung im vergangenen Jahr schmierte der Dracula dem Stadtoberhaupt aufs Brot. „Maibaumaufstellen am Nachmittag, das käme nicht mal für Schildbürger in Frag'“, reimte der Mann mit transsilvanischen Wurzeln und ließ sich zudem über die Gestaltung des Kirchplatzes aus. Mit spitzer Zunge zu seinen gefährlich scharfen Zähnen bekrittelte Pfeiffer auch: „Das wächst im Jugendhaus zum Himmel, der weiße und grüne Schimmel“. Doch im Blitzer-Städtle werde derzeit „mehr auf die Friedhöfe geschaut, man meint hier das wichtigste überhaupt“, fand der Dracula.

Lachsalven produzierte Burkhard Klein, der als Schulbub in die Bütt ging und kalauerte, was das Zeug hielt. Der Rödelseer Bürgermeister thematisierte alle sinnigen und unsinnigen Lebensweisheiten und ließ die anatomische Expertise vom Stapel: „Wenn ein Wolf Fahrrad fahren kann, ist er entweder im Zirkus oder Bürgermeister in Berna“. Auch stellte Klein Politiker mit Tauben auf eine Stufe. „So lange sie unten sind, fressen sie einem aus der Hand. Wenn sie dann oben sind, scheißen sie dir auf den Kopf“, erzählte er mit X-Beinen auf dem Mini-Stuhl vor Tafel.

Die Aura der Erhabenen strahlten derweil die „Drei Denöre“ aus, die Norbert Ebner, Rüdiger Höhn und Ralf Mann verkörperten. Sie glänzten mehr auf der pantomimischen Schiene denn mit großen Organen. Das Trio hob – in abgedeckten Ski-Schuhen stehend – scheinbar ab und begeisterte die Gäste. Dass der TSV einen Live-Abend zelebrierte, stellte Norbert Ebner unfreiwillig unter Beweis, als er plötzlich aus den Ski-Schuhen kippte. Einen flotten Tanz legten die TSV-Handballdamen aufs Parkett. Andere Qualitäten zeichneten dagegen die sechs Prosecco-Bräute Siggi Öchsner, Susanne Bergner, Nadine Greif, Atina Greif, Angie Gaubitz und Melanie Köhler aus. Sie gingen auf Bräutigam-Schau im Bauer-sucht-Frau-Stil. Doch weder der Bauer Ludwig noch der Tülay vom Bosporus entsprachen den Vorstellungen der Cindy aus Plauen.

Der letzte Auftritt des Abends blieb nach Mitternacht den bärenstarken Kesselringern vorbehalten. Die Fußballer um Thomas Bergner rissen das Publikum im Rocker-Outfit mit und auch sie durften nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Das TSV-Faschingsteam stellte sich wiederum ein gutes Zeugnis aus mit einem fulminanten Faschingsabend. An diesem Montag geht es weiter mit dem Rosenmontagsball. Morgen wird erstmals am Faschingsdienstag nachgelegt, wenn Countrymusik und Linedance in der Mehrzweckhalle angesagt sind.

Rückblick

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