SOMMERACH

Die Sache mit dem Maibaum-Klau

(ela) Die Geschichte um den zweifachen Maibaum-Klau in Gerlachshausen geht weiter. Jetzt haben sich die Sommeracher Burschen gemeldet und schildern ihre Sicht der Dinge.
Und ab ist die Spitze des Gerlachshäuser Maibaums: Matthias Pfaff von den Sommeracher Burschen mit der Motorsäge.
Und ab ist die Spitze des Gerlachshäuser Maibaums: Matthias Pfaff von den Sommeracher Burschen mit der Motorsäge. Foto: FOTO Richard Baumann

Bereits am Mittwoch kam der Sommeracher Jugend die spontane Idee, alte Maibaum-Traditionen wieder aufleben zu lassen, um einen Maibaum, der schon am 29. April gefällt worden war, zu entwenden. Die Tradition verlangt, dass die bestohlene Gemeinde durch eine Auslöse ihre Ehre um den Maibaum wiedererlangen muss, schreibt Dominik Blaß im Namen der Sommeracher Burschen. „Aus Erfahrung war bekannt, dass Gerlachshausen den Baum immer schon am Vortag fällt und ihn aus dem Wald zum Feuerwehrhaus transportiert. So war es ein Leichtes, mit nur acht Männern unbemerkt das Birkchen zu entwenden und es stolz auf die Weininsel zu bringen.“

Da auf das hinterlassene Schreiben keine Antwort kam, versuchte die Sommeracher Jugend über das Radio an das Brauchtum zu erinnern.

Nach der Absage der Gerlachshäuser, ihren Maibaum auszulösen, kam die Jugend zu dem Entschluss, dass ein geklauter, noch dazu sehr kleiner Maibaum in Sommerach nicht stehen sollte. Also zogen sie am Vorabend des 1. Mai gegen 18 Uhr mit 16 Mann los, um wie geplant ihren Maibaum zu fällen. „Leider stand dieser auf Gerlachshäuser Gebiet“, schreibt Dominik Blaß weiter. Kurz nachdem der Baum gefällt war, staunten die Burschen nicht schlecht, als plötzlich die Gerlachshäuser vor ihnen standen und diesen Baum forderten.

Nach kurzer Diskussion über den Verlauf der Gemarkungsgrenze wurde der Baum, wie im Brauchtum üblich, der Ortschaft überlassen, auf deren Gemarkung er stand. An Ort und Stelle mussten die Sommeracher nun zusehen wie die Gerlachshäuser die von den Sommerachern gefällte Birke mit viel Mühe aufluden. Daraufhin zogen die Sommeracher erneut los und fällten ihren um drei Meter höheren Ersatzbaum. Auf dem Weg zum Festplatz luden sie den in der Vornacht entführten Gerlachshäuser Baum mit auf.

Am Festgelände angekommen, wurde vor über 450 Sommerachern und Gästen zuerst der Gerlachshäuser Maibaum abgeladen und bis auf die Krone zu Feuerholz zersägt. Anschließend stellte der Burschenverein den Maibaum auf.

Pünktlich zum 1. Mai gegen 1 Uhr brachte die Sommeracher Jugend mit 16 Mann die Krone des geklauten Maibaums an die erstaunten Gerlachshäuser zurück, um damit an die nicht eingehaltene Brauchtumsforderung zu erinnern.

Am Ende seiner Darstellung ist sich Dominik Blaß sicher: „Die Sommeracher Jugend hat mit dieser Aktion wieder etwas Schwung in die Traditionen um den Maibaum gebracht und damit friedliche und amüsante Begegnungen gepflegt.“

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