DORNHEIM

Die TraumRunde Dornheim: Naturwald und Ruhe als Erlebnis

Ein traumhafter Blick auf Dornheim hat man vom Waldrand aus. Hierhin verirren sich neben dem Wanderer allerhöchstens Landwirte, Förster, Jäger und so mancher Holzrechtler.
Ein traumhafter Blick auf Dornheim hat man vom Waldrand aus. Hierhin verirren sich neben dem Wanderer allerhöchstens Landwirte, Förster, Jäger und so mancher Holzrechtler. Foto: Carmen Lechner

Mal stundenlang kaum aus dem Wald herauskommen, über knapp 15 Kilometer nur selten geteerte Straßen passieren – das kann man auf der TraumRunde Dornheim. Wenn man auf dieser Tour noch eine andere Menschenseele trifft, dann ist das mit Sicherheit ein Gleichgesinnter, der ebenfalls Natur pur zu Fuß erkunden will.

Anfang Mai wurde mit der über die Gemarkungen von Dornheim und Nenzenheim laufende TraumRunde die letzte der insgesamt 15 Wanderrouten im Kitzinger Land eröffnet, die wir in einer kleinen Reihe vorstellen. Sie führt über 14,6 Kilometer durch Wald und Fluren von Dornheim und Nenzenheim und quert mit dem Naturwaldreservat Wolfsee ihren Höhepunkt.

Über die Hälfte der Strecke wandert der Besucher den Rundwanderweg auf naturnahem Untergrund. Je nach Tempo sind das etwa vier Stunden, in denen man auf meist ebenem Gelände mit leichten Steigungen unterwegs ist.

Oft verbergen sich die wahren Schätze einer Region weitab von den Landstraßen, die sich durch die Dörfer schlängeln. So ist es auch in Dornheim und Nenzenheim. Wer auf der kurvenreichen Staatsstraße 2418, die beide Orte miteinander verbindet, mit dem Auto oder dem Rad fährt, der ärgert sich mehr über das ein oder andere Schlagloch oder das ewige Auf und Ab und kommt dabei gar nicht auf die Idee, welche Schätze sich an den Seiten verbergen.

Um diese zu finden, startet man seine Route idealerweise am alten Rathaus in Dornheim. Die Iphöfer Wanderwarte haben für eine hervorragende Beschilderung gesorgt, sodass ein Verlaufen nahezu unmöglich ist. So verlässt man recht schnell den landwirtschaftlich geprägten Ort mit seinen zwei Kirchen und nähert sich vorbei an Streuobstwiesen dem Waldrand, wo man den sogenannten Kelten-Erlebnisweg von Südthüringen bis zum Aischgrund zum ersten Mal kreuzt.

Auf Flurwegen gelangt man nun zum Parkplatz Fischhof, der ebenfalls als Startpunkt möglich ist. Von hier aus sollte man einen ersten Schlenker zum alten Forsthaus und den Soldatengräbern unternehmen. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in Dornheim fünf 17-Jährige wie Tausende andere zum „letzten Aufgebot“ geholt, kamen am 12. April 1945 bei den letzten Kampfhandlungen ums Leben und wurden an Ort und Stelle beigesetzt.

Auf andere Gedanken kommt man aber schnell, wenn man den Weg weiter ins Naturwaldreservat Wolfsee nimmt. Der erstreckt sich ab dem Schenkensee auf etwa 2,4 Kilometer und wurde als separater Erlebnisweg erst 2013 mit EU-Mitteln realisiert. Auf dem Weg erfährt der Wanderer an zahlreichen Stationen vieles über die Waldbewohner wie den Specht, aber auch die Baumarten. In diesem nahezu unberührten Urwald hat auch der Biber sein Zuhause. Auf der Plattform im Wolfsee kann man nahezu in den See hineinlaufen.

Kraft tanken sollte man auch für die folgenden gut vier Kilometer, die durch den Dornheimer Wald ins Nenzenheimer Gebiet führen. Da geht es über Stock, Stein und Wurzel über Felder und Streuobstwiesen zur nächsten Pausen-Station Am Stöckig. In der kleinen Holzhütte lässt es sich prima ausruhen.

Wenn in der Ferne auf einem Hügel Schafe grasen, dann trügt die Idylle ein bisschen. Unter der Erhebung befindet sich nämlich die ehemalige Bauschuttdeponie des Landkreises Kitzingen, die allerdings schon seit rund zwei Jahrzehnten geschlossen ist. An ihr vorbei lässt es sich nun zurück nach Dornheim eine ganze Spur leichter laufen als auf den Kilometern zuvor.

Wer jetzt noch einkehren möchte, oder seinem Faible für alte Landmaschinen und natürlicher Tierhaltung frönen will, der legt noch einen Stopp im Erlebnisbauernhof Stierhof ein.

TraumRunde Dornheim

Die Strecke: Start ist am alten Rathaus in Dornheim. Von dort geht's an Streuobstwiesen in Richtung Waldrand und dann über naturnahe Pfade bis zur Eichelwiese, wo am Parkplatz Fischhof auch ein Einstieg möglich ist. Wenig später erreicht man das Naturwaldreservat Wolfsee mit Erlebnisstationen und der Plattform am See. Durch das Waldgebiet Kräuterschlag, durch Felder und Streuobstwiesen führt der Weg nach Nenzenheim. An der Wanderhütte am Stöckig geht es durch die Hellmitzheimer Bucht durch Wiesen und ein Waldstück zurück nach Dornheim.

Die Daten: 14,2 Kilometer lang. Wanderzeit zwischen 3,5 und vier Stunden, rund 100 Höhenmeter sind zu überwinden. Für Kinderwagen und Rollatoren nicht geeignet.

Weitere Infos: www.wanderglueck-kitzingerland.de

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