Kitzingen

Die Woche: Hund Anton und ein großes Tier

Geht es den Laubbläsern endlich an den Kragen? Wie es aussieht, werden sie vielleicht bald verboten. Foto: Roland Weihrauch (dpa)

Die 46. Woche des Jahres. Es ist kalt. Es ist grau. Kein Lichtblick, nirgends. Doch was ist das? Während die meisten Bäume inzwischen kahl sind, trägt einer noch stolz und voller Leuchtkraft sein Blätterkleid: die Rotbuche auf dem Kitzinger Königsplatz. Sie hält traditionell am längsten durch. Stolz scheint der Baum der Jahreszeit zu trotzen. Als wolle er sagen: Schaut auf mich, ich bin einer der schönsten Erscheinungen weit und breit.

Gepflanzt wurde der Baum übrigens um das Jahr 1890 herum. Mit der riesigen Krone neben dem Obelisken prägt er einen zentralen Platz in der Innenstadt. Ein Königsbaum für den Königsplatz - so muss das sein.

Wenn dann doch demnächst leise das letzte Laub rieseln sollte – Leute, lasst einfach die Laubsauger stecken! Man kann sich nicht über das Artensterben echauffieren und im nächsten Moment zum Laubbläser greifen. Das schließt sich aus. Endlich scheint Vernunft einzuziehen. Wie wir erfreut diese Woche lesen durften, will das Umweltministerium gegen die unsäglichen Laubbläser vorgehen.

Das wird aber auch Zeit: Die Dinger machen Lärm, zerstören Lebensraum für Kleintiere und wirbeln munter Krankheitserreger auf. Zunächst ist es nur ein dringender Aufruf, auf Laubbläser zu verzichten. Auch Kommunen sind aufgefordert, die umstrittenen Geräte möglichst nicht mehr einzusetzen. Danke dafür!

Vor lauter Freude über den Abgesang auf die Laubbläser hätten wir ihn fast verpasst, den Faschingsauftakt. Die Kitzinger Narren rund um Präsident Rainer Müller starteten traditionell am am Falterturm in die närrische Zeit – mit Schunkelliedern und dem Schlappmaulsong. Die nunmehr 68. Faschingssession steht unter dem Motto „Manege frei für die Narretei“. Hoffentlich bewegen sich in der Manege keine wilden Tiere, sonst gibt das doch nur wieder Ärger. Ausgenommen sind natürlich große Tiere wie Markus Söder, der als neues Schlappmaul der Kitzinger Narren gerade die Schlagzeilen beherrscht.

Jagdhunde sind ebenfalls ausdrücklich erlaubt, liefern sie doch scheinbar die besten Geschichten. In diesem Fall war es Anton, ein Deutscher Kurzhaar. Er brachte Michael Scheller und die Jungjägerin Anna-Lena Volk aus Kitzingen zusammen, was jetzt auf Knien mit einem Heiratsantrag  vor 170 Waidkameraden endete. Demnächst steht also eine Hochzeit ins Haus. Dann soll auch Anton wieder eine Hauptrolle spielen und womöglich die Ringe tragen. Eine Geschichte, die mindestens so schön ist wie das Leuchten der Rotbuche auf dem Kitzinger Königsplatz.

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