LANDKREIS KITZINGEN

Die tägliche Abzocke: Enkel-Trick & Co.

Die Gauner scheinen im Moment äußerst aktiv zu sein: Zuletzt – der jüngste Fall spielte in Albertshofen – warnte die Polizeiinspektion gleich mehrfach vor dem so genannten Enkel-Trick. Der funktioniert so: Betrüger rufen bei älteren Herrschaften an, geben als deren Enkel aus und verlangen Geld, weil sie sich angeblich in Notsituationen befinden. Um das Geld abzuholen, schicken sie dann einen vermeintlichen Freund.

Ein weiteres Ärgernis betrifft vor allem Gewerbetreibende derzeit verstärkt. Im Mittelpunkt steht dabei eine so genannte „Gewerbeauskunft-Zentrale“ (GWE). Die Briefe enthalten die Aufforderung, man solle für die „Erfassung gewerblicher Einträge“ seine Daten „ergänzen oder korrigieren“.

Das Kleingedruckte

Der Trick hier: Die Schreiben vermittelt einen offiziellen Eindruck, eine Unterschrift für einen Eintrag in ein Onlineverzeichnis ist schnell geleistet. Erst im Kleingedruckten erfährt man, worum es geht: „Marketingbeitrag inkl. Ust: 569,06 Euro“.

Joachim Strittmatter, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Kitzingen, betont: „Die Masche ist bekannt. Das ist eine Abzocke von vielen – wie sie täglich passieren!“

In Würzburg ist derzeit ein Musterprozess bei der Kammer für Handelssachen am Landgericht anhängig. Ihn führt der Rechtsanwalt Dr. Alexander Lang von der Kanzlei Steinbock und Partner für einen von 33 Mandanten aus dem Raum Würzburg, die seine Kanzlei in Sachen GWE vertritt.

Er hat recherchiert: In einem Umkreis von 20 Kilometern um Würzburg sind etwa 330 Firmen bei der GWE eingetragen.

BLSV warnt

Die GWE sieht sich zu unrecht angeprangert. „Schon auf dem Umschlag steht unsere Internet-Adresse“, teilt ein Mitarbeiter der GWE im Gespräch mit der Main-Post mit. „Wir sind ein seriöses Unternehmen. Es wird nichts vertuscht.“

Andere sehen das anders – etwa der Bayerische Landessportverband (BLSV). Der warnt seine Klubs vor der „Gewerbeauskunft-Zentrale“. Geht der Verein den Vertrag ein, bekommt er eine Rechnung von mehr als 500 Euro präsentiert.

Der BLSV hat etliche Vereine ge-gen die „Gewerbeauskunft-Zentrale“ rechtlich vertreten. In keinem Fall habe die Düsseldorfer Firma ihre Ansprüche gerichtlich geltend gemacht – wohl weil sie vermeiden wolle, dass ein für sie negatives Urteil ergehe.

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