Mainbernheim

Digitaler Schuss neben uralten Scheiben

Nach neun Monaten Arbeit haben die Mainbernheimer Schützen jetzt eine neue Schießanlage – samt eines angeschlossenen Museums.
Nachwuchs vor! Der zehn Jahre alte Emilian Poser versucht sich mit dem Lichtgewehr beim Schießen am neuen elektronischen Stand in Mainbernheim. Foto: Madeleine van der Wal

Ein dreiviertel Jahr lang hat die Königlich privilegierte Schützengesellschaft Mainbernheim ihre Schießstände modernisiert und dabei die historische Scheibensammlung neu geordnet. Nach fast 3000 Stunden Eigenleistung und zigtausenden Euro Ausgaben steht die neue Schießanlage mit Museumsteil jetzt da.

Dass die 1382 gegründete Mainbernheimer Schützengesellschaft zwar alt, aber nicht "in die Jahre gekommen ist", sieht man an den rundum sanierten und mit digitaler Zielerfassungstechnik und einem schmucken Lichtkonzept ausgestatteten Räumen im Untergeschoss des 1981 bezogenen Schützenhauses. Stolze 18 Jugendliche konnte Schützenmeister Conny Hügelschäffer beim Kommersabend begrüßen. 15 Schützen stehen noch in der Warteschlange, in den kommenden Jahren das Schossmeisteramt anzutreten.

Damit das Interesse am Verein und dem Schießsport lebendig bleibt, hatte der Verein Anfang 2017 beschlossen, die 21 alten Zuganlagen abzubauen und 14 elektronische Schießstände einzurichten, zwei davon für Lichtgewehr. Der Schütze schießt jetzt nicht mehr auf einen Papierscheibe, sondern zielt auf einen Messrahmen, in dem Infrarotsensoren die exakte Trefferlage bestimmen und das Ergebnis auf einen Bildschirm senden, der an jedem Schießstand verfügbar ist.  Ein System, wie es in der Region immer mehr Vereine anschaffen, was aber mit einem hohen Kostenaufwand und viel Arbeit verbunden ist.

Mühevolle Kleinarbeit

All dem hatten sich die Mainbernheimer Schützen gestellt, Spenden und Zuschüsse akquiriert, Rücklagen angezapft und 2018/19 eine ganze Saison lang den Schießbetrieb eingestellt und unter Leitung des Sportleiters Stefan Klausnitzer in mühevoller Kleinarbeit den Schießraum auf Vordermann gebracht. Integriert wurde dabei auch die Sammlung wertvoller Scheiben, die im Lauf der Jahrhunderte gestiftet wurden. Die älteste datiert auf das Jahr 1783. Längst sind nicht alle Scheiben des Fundus in der Schau ausgestellt, aber einige herausragende Stücke, auf denen die Künstler gleichsam auch Eckpunkte der Vereins-, Stadt- und Weltgeschichte nachgezeichnet haben.

Als Schützenkommissarin zeigte sich Landrätin Tamara Bischof dann auch begeistert von der Mischung als Altem und Neuem und verwies auf den kulturgeschichtlichen Beitrag, den die Mainbernheimer mit ihrer Sammlung leisten.

Tradition fortsetzen

Bürgermeister Peter Kraus schloss sich den lobenden Worten an und unterstrich den Wert der Schützen für die Stadt. Bezirksschützenmeister Mathias Dörrie und Gauschützenmeister Siegfried Weinig freuten sich über den Mut und Willen der Gesellschaft, die alte Tradition fortzusetzen. Der evangelische Pfarrer Paul Häberlein und Pastoralreferent Hermann Menth spendeten anschließend den kirchlichen Segen – für die Menschen, nicht für die Räume und Technik, bevor alle Helfer und Sponsoren einen Schuss mit dem Lichtgewehr auf die frisch enthüllte Scheibe abgaben. Gewinner der Gedenkscheibe wurde Max Hügelschäffer mit einem 195,5 Teiler

Schützenmeister Conny Hügelschäffer (links) weist Mainbernheims Bürgermeister Peter Kraus und Pfarrer Paul Häberlein beim Schießen am neuen elektronischen Stand ein. Foto: Madeleine van der Wal
Zahlreiche Ehrengäste und Mitglieder der Mainbernheimer Schützengesellschaft feierten die Einweihung der neuen Schießstände und der historischen Scheibensammlung. Foto: Madeleine van der Wal

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