Marktbreit

Dimension des Römerlagers soll sichtbar werden

Eine Gestaltungsidee aus dem Jahr 2014, wie ein Aussichtsturm am Römerlager aussehen könnte. Nun will der Kulturausschuss lieber eine längliche Stahlkonstruktion in der Windschutzhecke sehen.
Eine Gestaltungsidee aus dem Jahr 2014, wie ein Aussichtsturm am Römerlager aussehen könnte. Nun will der Kulturausschuss lieber eine längliche Stahlkonstruktion in der Windschutzhecke sehen. Foto: Robert Haaß

2000 Jahre ist es her als die Römer in Marktbreit am südlichsten Punkt des Maindreiecks ankamen und oben auf dem Kapellenberg mit weiter Aussicht über das Maintal ein Lager erbauten. Ein riesiges Areal hatten sie dafür ausersehen und eingezäunt: Fast 40 Hektar groß war die Anlage. Sie wurde zufällig in den 80er Jahren entdeckt, zum kleinen Teil ausgegraben und ruht seitdem wieder unter dem Ackerboden.

Die Stadt Marktbreit unternimmt immer wieder einmal Versuche, das frühzeitliche Römerlager zu vermarkten und sichtbar zu machen. Geschehen soll dies für die einheimische Bevölkerung einerseits, aber auch für die touristische Erschließung andererseits. Bislang gibt es ein Römerkabinett im Museum, dort sollte eines der Tore des Lagers wieder aufgebaut werden und einen Rundweg mit Informationstafeln um das ehemalige Lager. Aber keines dieser Konzepte zündete so richtig.

Dimension des Römerlagers sichtbar machen

In der Sitzung des Kulturausschusses erwachte die Thematik rund um das Lager wieder einmal aus dem Dornröschenschlaf. Und auch jetzt lautete die grundlegende Frage: Was kann die Stadt aus dem Denkmal machen? Zumindest ein Überblick über die Dimension der Anlage sollte interessierten Besuchern möglich sein - darin waren sich die Stadträte mehrheitlich einig. Zur unterstützenden Beratung hatten sie sich Planer Stefan Schlicht eingeladen.

Schnell war der Runde klar, dass Nachbauten nicht gewünscht werden. Es soll auf keinen Fall ein großer touristischer  Rummel auf dem landwirtschaftlich genutzten Gelände am Kapellenberg entstehen. Alternativ könne man sich eine alte Idee vorstellen: Auf einem circa zehn Meter breiten Windschutzstreifen, mit drei Metern Hecke in der Mitte und beidseitig davon mit einem, je vier Meter breiten Grasweg, könnte eine Art Aussichtsplattform entstehen, von der aus das Gelände überschaubar wäre. Mit Masten sollten auf der Fläche die Außengrenzen des Römerlagers markiert werden. Und auf der Plattform selbst, mit Hilfe von Infotafeln, die nach der Ausgrabung bekannten, markanten Punkte der Anlage erläutert werden.

Stadtratsentscheidung für Planung nötig

Bis auf Maria-Luise Thein, die Verkehrsprobleme auf dem Kapellenberg befürchtete, stimmten die Stadträte im Kulturausschuss der Umsetzung dieses Vorschlags zu. Wenn die Mehrheit des Stadtrates diese Idee bestätigt, kann Planer Schlicht Skizzen für die erhöhte Plattform erstellen, mit den Verantwortlichen des Landesamtes für Denkmalpflege reden und mögliche Zuschüsse abklären. Nicht näher eingegangen ist der Ausschuss auf den Vorschlag von Martina Michel. Sie kann sich vorstellen, am Marktbreiter Windrad, das am Rand des Römerlagers steht, in bestimmter Höhe eine über eine Wendel erreichbare Plattform zu errichten, die dann einen guten Überblick über das gesamte Gelände erlaubt.

Auch wenn sich die Besucher durchaus beeindruckt zeigten, wurde in der Sitzung festgehalten, das die diesjährige Wechselausstellung im Museum Malerwinkel nicht ganz so gut besucht war, wie ihre Vorgänger. In ihrem Bericht wies Museumsleiterin Simone Michel-von Dungern darauf hin, dass das Thema 200 Jahre Stadtrecht Marktbreit wohl nicht die Zugkraft hatte, wie die Themen der Vorjahre.

Die am Ende der Woche beginnende Weihnachtsausstellung zeigt an den Adventssamstagen weihnachtliche Scherenschnitte und Schattenspiele, an den Adventssonntagen gibt es den musealen Weihnachtsmarkt. Für die kommenden beiden Jahren sind Sonderausstellungen zu den Themen Holzbaukästen und der politische Struwwelpeter geplant, hieß es am Ende der Ausschusssitzung.

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