Volkach

Drei Parteien, drei Ideen zur Zukunft des Volkacher Freibads

Vor Weihnachten schien niemand im Volkacher Stadtrat die Entscheidung treffen zu wollen, nun liegen drei Anträge zum Volkacher Freibad vor. Sie unterscheiden sich stark.
Geht es nach dem Willen der Volkacher SPD, sollen alle drei Becken im Volkacher Freibad saniert und erhalten werden. Im Bild zu sehen ist das beschattete Kleinkindbecken im Juni 2019, das wie das Nichtschwimmerbecken vergangenen Sommer geöffnet war. Nicht benutzt werden konnte das Schwimmerbecken, es war mit einem Bauzaun abgesperrt. Foto: Barbara Herrmann

Wer wird über die Zukunft des Volkacher Freibads entscheiden? Der alte oder neue Stadtrat? Vor Weihnachten hatte es noch so gewirkt, als würde der Stadtrat diesen so wichtigen Beschluss lieber dem neuen Gremium überlassen wollen. Doch jetzt kommt Bewegung in die Diskussion.

Zuerst an die Öffentlichkeit gewagt hatte sich die Volkacher SPD, die am 13. Januar einen Antrag zur Generalsanierung der Einrichtung gestellt hat. Darin fordert Dieter Söllner im Namen seiner Fraktion, das "Freibad in seiner bestehenden Form" zu erhalten und zu sanieren. "Die jetzige Größe mit Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Baby/Kinderbecken" soll beibehalten werden.

Manöver der SPD zur Kommunalwahl?

Genau diese "Maximalforderung" stößt bei CSU-Fraktionssprecher Heiko Bäuerlein auf Unverständnis. Zur Finanzierung des über sieben Millionen Euro schweren Projektwunschs treffe die SPD leider keine Aussage. "Wie sollen wir interkommunale Zusammenarbeit erreichen und umliegende Gemeinden zur Kooperation motivieren, wenn wir seitens der Stadt die teuerste Variante anstreben?", fragt er in einer E-Mail an diese Redaktion. Bäuerlein wird noch deutlicher, indem er vermutet: "Der Antrag ist wohl der anstehenden Wahl geschuldet...?" Es könne nicht sein, dass die nötige Freibadsanierung (bei einer saisonalen Öffnungszeit) teurer ist als die Generalsanierung des Hallenbades.

Bereits am 30. Dezember hatte sich Bäuerlein im Namen der Volkacher CSU mit einem Schreiben an seine Stadtratskollegen um Bürgermeister Peter Kornell (Freie Wähler) mit der Idee gewandt, "die gemeinsame Projektgruppe aus der Generalsanierung des Hallenbades" wieder baldmöglich zu aktivieren. Sie hatte aus interessierten Stadtratsmitgliedern der Fraktionen, der Verwaltung, der Wasserwacht und Mitgliedern des Fördervereins Volkacher Bäder bestanden.

Idee: Projektguppe "Zukunft Freibad" aufstellen

Ziel: Diese Projektgruppe „Zukunft Freibad“ solle dem Stadtrat "bis zu den Haushaltsberatungen einen Vorschlag zur Generalsanierung des Freibades zur Entscheidung unterbreiten". So könne ein weiterer Stillstand von einem halben Jahr vermieden und die neuen Stadtratsmitglieder eingebunden werden. Diese seien nämlich an den Haushaltsberatungen schon beteiligt. Bäuerlein argumentiert: Für eine Bürgerbeteiligung sei eine konkrete Variante erforderlich, deren Kosten bekannt sein müssen.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt indes die Bürgerliste. Sie bezweifelt in ihrem Antrag vom 19. Januar zur Tagesordnung der Stadtratssitzung am Montagabend, dass es sich bei dem Ergebnis der Experten der Deutschen Gesellschaft für das Badwesen um ein Gutachten handelt. Das vorgelegte Papier sei vielmehr ein völlig unverbindlicher Bericht. Und dieser zeige "nicht einmal den genauen, aktuellen Sachstand auf". Fraktionsvorsitzender Jochen Flammersberger fordert darum, die Kosten des "vermeintlichen Gutachtens" offenzulegen und fragt nach einem objektiven Gutachten, "von einem nicht befangenen Gutachter".

Nicht auf der Tagesordnung des Stadtrates

Keiner der Anträge steht allerdings auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am Montag um 19.15 Uhr im Volkacher Rathaus (Bauauschuss ab 19 Uhr). Diese sieht neben dem Neubau des Feuerwehrhauses in Dimbach lediglich die "Bürgerversammlung wegen Freibad und Gestaltung Mainlände" vor. Eine Diskussion über konkrete Schritte zur Sanierung des Freibads dürfte angesichts dieses Vorlaufs allerdings kaum zu vermeiden sein.

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