KITZINGEN

E-Autos: Ladestationen werden als Parkplätze missbraucht

Zwischen Marktstraße und Main befindet sich eine Ladestation für zwei Elektroautos. Trotz extra Beschilderung parken - wie durch durch den rechten PKW zu sehen - häufig Diesel oder Benziner auf den Kitzinger E-Tankstellen und blockieren diese dadurch. Foto: Moritz Maier

Das Tanksymbol des E-Autos leuchtet auf. Schnell die App geöffnet und nachgeschaut, wo die nächste Möglichkeit zum Laden ist. Dort angekommen, bietet sich das gewohnte Bild: Ein Diesel oder Benziner parkt neben der Ladestation für Autos mit Elektroantrieb. An die Steckdose ist kein Herankommen; die Batterie hält nicht mehr allzu lange.

Dieses Szenario ist für Fahrer eines E-Autos in Kitzingen oft bittere Realität. Häufig sind Ladestationen von parkenden Autos mit Verbrennungsmotoren besetzt. Dabei sind diese Bereiche nicht einmal für die elektrischen Fahrzeuge zum Parken vorgesehen.

Gute Voraussetzungen für E-Mobilität in Kitzingen

Kitzingen ist bei der Dichte von Ladestationen Vorzeigestadt: 15 öffentliche E-Tankstellen sind auf Internetseiten und Apps aufgelistet und auf Karten markiert. Im Verhältnis zu den Einwohnern scheint dieser Wert ausreichend. Wäre da nicht das „Riesen-Problem“, wie es die Fahrerin eine E-Autos beschreibt: Die Ladestationen sind oft von parkenden Autos besetzt. In fast allen Fällen seien dies konventionelle, also benzin- oder dieselangetrieben.

Die Konsequenzen: Entweder sie wartet, ruft die Polizei, weicht auf die nächste Station aus oder bleibt irgendwann mit leerer Batterie liegen. Die Gründe für das Falschparken lassen sich nur erahnen. Reine Bequemlichkeit oder das durchaus missverständliche Parkschild, das nicht darauf hinweist, dass Fahrer ihre Autos nur zum Aufladen abstellen dürfen.

„Nicht in den Köpfen der Menschen“

Viele Fahrer würden denken, dass die Ladestationen als Parkplätze für E-Autos dienten und deren Halter dadurch immer eine kostenlose Parkgelegenheit frei hätten, glaubt die Kitzingerin. Dass diese Stationen lediglich zum Laden der Batterien gedacht sind und danach direkt wieder freigegeben werden müssen, wüssten dagegen die wenigsten. Das sei „scheinbar noch nicht in den Köpfen der Menschen“.

Selbst die Polizei, die im Falle einer blockierten Ladebucht hin und wieder hinzugerufen werde, wisse nicht, wie sie diesem Problem entgegenwirken könne, erklärt die Fahrerin. Oftmals würden weder Stadt noch Polizei Sanktionen beim Parken auf einem solchen Sonderplatz verhängen, auch weil sie nicht wüssten, welches Strafmaß angemessen sei.

Auf Anfrage beschreibt die Kitzinger Polizeiinspektion einen solchen Fall als normales Falschparken, also eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Straffzettel geahndet wird. Besonders streng geht die Stadt Hamburg gegen das Falschparken in Ladebuchten vor: Wer an einer gekennzeichneten Ladestation steht, diese aber nicht benutzt, wird auf eigene Kosten abgeschleppt.

Aufschrei wäre andersherum riesig

Eine der Kitzinger Ladestationen befindet sich zwischen Marktstraße und Main. Als sich die Kitzingerin dort für ein Foto mit unserem Reporter trifft, ist einer der beiden Lade-Plätze von einem Auto mit Verbrennungsmotor blockiert. Als „bezeichnend für die Problematik“ bezeichnet die Frau dies verärgert. „Würden wir E-Fahrer uns an die Zapfsäulen stellen und dort parken: Der Aufschrei wäre riesig!“

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