Wiesentheid

Ein Schul-Song zu Hilmar Kirchs Abschied

Der Schulleiter des Gymnasiums in Wiesentheid, Hilmar Kirch (Mitte), wurde in den Ruhestand verabschiedet. Gute Wünsche gab es von (von links) den Landräten Tamara Bischof und Florian Töpper, vom Nachfolger Achim Höfle und Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier. Foto: Andreas Stöckinger

Eine Portion Wehmut schwang bei vielen mit im Wiesentheider Gymnasium, als Schulleiter Hilmar Kirch in den Ruhestand verabschiedet wurde. „Ein paar Tränen sind mir schon raus gerutscht“, gestand der Direktor des Steigerwald-Landschulheims, als er zu seinem Schlusswort beim Festakt ansetzte und die Beiträge zuvor passieren ließ. „Ich war gerne Lehrer, habe gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammen gearbeitet. Und ich war gerne Schulleiter, besonders am Gymnasium in Wiesentheid“, gab Kirch zu.

Mitte Februar ist es für den 65-jährigen, der seit dem 15. Februar 2009 in leitender Funktion an der Internatsschule tätig war, offiziell so weit. Die Urkunde zum Ruhestand überreichte ihm schon mal die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof als Vorstandsmitglied des Zweckverbandes Bayerischer Landschulheime. Sie ernannte gleichzeitig Kirchs Nachfolger. Das wird sein bisheriger Stellvertreter Achim Höfle.

Der Schulchor mit Schülern und Lehrern hatte einen musikalischen Beitrag zur Verabschiedung von Rektor Hilmar Kirch am Gymnasium in Wiesentheid vorbereitet. Foto: Andreas Stöckinger

Im Ablauf des offiziellen Teils zeigten gerade die Beiträge der Schüler, dass die Bildungseinrichtung ihren beliebten Chef verliert. So präsentierte das Projekt-Seminar „Songwriting“ nun einen von ihnen geschriebenen Schulsong, den sich Hilmar Kirch zuvor immer gewünscht hatte. Darin eingearbeitet waren Begriffe wie Vielfalt, Verantwortungsbewusstsein, Toleranz, Weltoffenheit, die Kirch in seiner Zeit immer wieder als Leitwörter in den Mittelpunkt gestellt hatte.

Beim Refrain „Wir sind alle gern am LSH“ schwangen auch die Hände der Schüler im Zuhörerraum im Takt mit. Etwas Schöneres als Musik könne man sich gar nicht wünschen. „Vielleicht summt er die Melodie ab und zu später noch“, meinte die Ministerialbeauftragte für Gymnasien in Unterfranken, Monika Zeyer-Müller.

Grüße in 15 Sprachen

Ein weiterer Gesangsbeitrag vom Seminar Musiktheater hatte sinngemäß den Refrain: Schule, das ist nicht nur ein Ort, oder ein Wort. „Schule, das ich, wir und du gehörst ganz klar dazu“, sang die Gruppe und zeigte dabei in Richtung Kirch.

Die beiden Schülersprecher Josef Ateah und Paul Hubmann hatten ihren Direktor zuvor charakterisiert als „Lebensfreund Schulleiter, undercover Motrivationstrainer“ bezeichnet, der sie stets zum Durchhalten animiert habe. Später sagten Schüler aus 15 Ländern, die am LSH sind, in ihrer Sprache jeweils einen Gruß an Kirch.

Zunächst hatte Landrätin Tamara Bischof als Vertreterin des Zweckverbandes bayerischer Landschulheime den ungewöhnlichen Berufsweg des scheidenden Direktors dargestellt. In Volkach 1954 geboren, habe Kirch nach dem Abitur zunächst ein Studium zum Wirtschaftsingenieur in Schweinfurt abgeschlossen und kurz in der Industrie gearbeitet. Dann entschied er sich für das Lehramt, kam 1984 nach Gaibach als Lehrer für Mathematik und Wirtschaft. Dort wurde er 2004 stellvertretender Schulleiter, 2009 folgte sein Wechsel nach Wiesentheid.

Partnerschaften vorangetrieben

Dort habe er, so Bischof, die besondere Ausrichtung des Gymnasiums auf Weltoffenheit und die vielen Partnerschaften mit ausländischen Schulen vorangetrieben. Kirch sei immer auch für die Schwächeren eingetreten. Ein offenes Ohr für jeden und sein Humor zeichne ihn aus, zudem habe er sich stets als Verfechter des neunstufigen Gymnasiums positioniert.

Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier bedankte sich bei Kirch mit dem Wappenteller der Gemeinde und einem Bildband für die „gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Der Elternbeirat um Vorsitzenden Wolfgang Stöcker verabschiedete den Schulleiter ebenso mit einem Lied.

Vom Personalrat sprachen Ulrike Saandmeyer-Haus und Michael Steinbacher Dankesworte. Michael Schwägerl vom Bayerischen Philologenverband und Walter Fronczek als früherer Weggefährte würdigten den Pädagogen in ihren Grußworten, der nun nach 38 Jahren als Lehrer in den Ruhestand geht. In diesem hat sich Kirch Zeit für Reisen und die Familie mit drei Kindern und fünf Enkeln vorgenommen. Und natürlich den ein oder anderen Besuch an seiner Schule.

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