Michelfeld

Eng und laut: Arbeiten am Limit

Im Dezember 2015 wurden die Raummodule zur Erweiterung des Kindergartens als Notlösung übergeben – knapp vier Jahre später ist die Lage noch angespannter. Foto: Robert Haaß

Februar 2020: Das ist die Perspektive, die der Bürgermeister und der Stadtrat Marktsteft dem Kindergartenteam zumindest für eine Zwischenlösung zur Erweiterung der prekären Raumsituation in den Containern geben kann. Eine komplette bauliche Lösung, die kann, das wurde in der Ratssitzung am Montagabend in Michelfeld deutlich, wohl noch drei bis vier Jahre dauern.

Fast vier Jahre ist es her, dass für eine Notlösung der Raumproblematik im Marktstefter Kindergarten auf dem Platz gegenüber Container aufgestellt wurden. Diese Notlösung dauert bis heute und wird wohl noch eine Zeit lang weiter bestehen – denn die Situation ist kompliziert. Nachdem die Forderungen nach einer Lösung in den Bürgerversammlungen vor einigen Wochen recht vehement waren (wir berichteten), luden die Räte nun Kindergartenleiterin Anke Gernert und einige Mitarbeiterinnen ihres Teams zur Ratssitzung, um die Lage aus erster Hand zu erfahren.

Stadt ist in Zwangslage

Dabei wurde die Situation ähnlich wie in der Bürgerversammlung geschildert: Eng geht es in den Containern zu, laut ist es dabei, Besprechungsräume sowie Sozialräume für die Mitarbeiterinnen fehlen, in kleineren Gruppen zu arbeiten ist ebenso kaum möglich, wie Kinder zu säubern. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist es aufwändig Sport zu treiben, denn dazu muss ins Haupthaus gewechselt werden, Winterklamotten an- und ausziehen, das kostet viel Zeit.

Eine der Folgen: Neues Personal zu finden ist angesichts der Lage schwer. "Wir stoßen oft an unsere Grenzen, wir sind am Limit, ich weiß nicht, wie lange das das Team noch aushält", sagte die Leiterin, die die Räte zum Besuch im Kindergarten aufforderte. Informationen und eine Perspektive für ein Ende der Notlösung wären wünschenswert.

"Überzeugen braucht ihr uns nicht", sagte Ratsmitglied Dirk Albrecht, dem die Lage, wie den anderen Räten auch, bewusst ist. Aber: Die Stadt ist hier in einer Zwangslage. Denn alleine eine Sanierung und Erweiterung des bestehenden Kindergartens ist auf dem vorhandenen Gelände kaum möglich – die Erweiterung müsste die daneben gelegene Schule mit einbeziehen. Dafür gibt es auch bereits Pläne – doch bleibt die Schule in Marktsteft? Spätestens wenn die Räte eine Sanierung der Schule in Kombination mit dem Kindergarten möchten, stellt sich diese Frage. Denn die Schule ist eine Zweigestelle der Grundschule Marktbreit und dort stehen Räume leer.

Zuschüsse bräuchten Zeit

Ob die Stadt Zuschüsse für die Schule bekommt, ist daher fraglich. Und selbst wenn: Eine Kombination der Bauvorhaben – durchaus sinnvoll – verzögert die Kindergartenerweiterung, denn Zustimmung und Zuschüsse kommen dann nicht nur von einer übergeordneten Behörde. Und das braucht Zeit.

Zeit, die angesichts der räumlichen Enge in den Raummodulen eigentlich nicht vorhanden ist. Deshalb der Vorschlag des Stadtrats: Eine Erweiterung der Container um rund 75 Quadratmeter, dazu Sanitärräume für das Personal und bodentiefe Fenster. Das könnte durchaus für eine erste Entspannung sorgen, allerdings erst in einem halben Jahr, denn vorher sind die weiteren Module nicht verfügbar. Und dann ist eine Entscheidung für den Verbleib der Schule in Marktsteft zu treffen und entsprechend der Ergebnisse die Planung weiter zu betreiben. Perspektive für eine endgültige Lösung: Drei bis vier Jahre.

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