Mönchsondheim

Ergreifender Abschied: Der "Feuerwehr-Charly" tritt ab

Sichtlich ergriffen stockte Karl Volland die Stimme zum Ende seiner 24-jährigen Amtszeit als Kommandant. Foto: Hartmut Hess

Eine Ära ging in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Mönchsondheim am Freitagabend zu Ende: Nach 24 Jahren gab Karl Volland seinen Posten als Kommandant ab.

Volland, der landkreisweit als der "Feuerwehr-Charly" bekannt ist, gilt bei den regionalen Floriansjüngern als lebende Legende. Denn er war vor seiner Kommandanten-Tätigkeit nicht nur Jugendwart in Mönchsondheim, sondern 30 Jahre Kreisbrandmeister und Lehrmeister für mehrere Generationen an jungen Feuerwehrleuten.

"Das war nach 24 Jahren mein letzter Bericht", erklärte Charly mit stockender Stimme. Seinem Nachfolger wünschte der 62-Jährige  eine gute Hand und die Unterstützung durch die Aktiven, gemäß dem Feuerwehr-Leitspruch: Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr.

Die Wehrler wählten auf  Vollands Vorschlag hin Martin Uhlmann zum neuen Kommandanten. Als Stellvertreter fungiert wie bislang Helmut Schmidt. Bürgermeister Josef Mend lobte die gute Feuerwehr in Mönchsondheim, was ein großer Verdienst von Charly Volland sei.

Karl Volland legte eine beispielhafte Karriere hin

Mend sprach von einer beispielhaften Feuerwehr-Karriere Vollands, die kürzlich auch Regierungspräsident Eugen Ehmann mit einer Ehrung honoriert hatte. Mends hob die "absolute Fachkenntnis" Vollands und sein Gespür für notwendige Ausrüstungen und seine große Hilfsbereitschaft und sein Engagement hervor. "Der Charly war eine feste Größe in unserer Landkreisführung. Was er angetragen bekam, war auch schon erledigt", lobte Kreisbrandrat Roland Eckert. Kreisjugendwart Thomas Grimmer drückte seine Wertschätzung mit der Jugendfeuerwehr-Ehrennadel in Gold des Landesfeuerwehrverbandes aus und in die Lobeshymnen stimmten auch Iphofens Kommandant Stefan Melber und der neue Kreisbrandmeister Tobias Nahr ein.

Auch die Neuwahlen des Vereins standen auf der Agenda, dabei ging Gerhard Heubach in eine weitere Amtszeit als 1. Vorsitzender, seine Stellvertreterin ist Heike Wolf. Als Kassier und Schriftführer in Personalunion wirkt Johannes Gegner, die Kassenprüfung obliegt Gerhard Danzig und Rainer Steudtner.

Spalierstehen bei einer Hochzeit gehörte auch dazu

Karl Volland gab einen Überblick über zwei Einsätze zu Bränden, insgesamt zwölf Übungen, einen Schulungsabend, Lehrgänge und das Spalierstehen beim Kameraden Johannes Gegner zur Hochzeit. Die Wehr bewältigte die Leistungsprüfung Wasser mit 17 Teilnehmern und bei der Übungsbeteiligung gab es eine diametrale Entwicklung, gab es doch in 2019 ein Plus von fünf Prozent in der Übungsbeteiligung, aber auch fünf Prozent mehr an unentschuldigt fehlenden Aktiven.

Vorsitzender Gerhard Heubach ging auf Veranstaltungen wie die Maiwanderung nach Rügerrieth sowie den Preisschafkopf ein. Der Verein besteht aktuell aus 70 Mitgliedern, als erfreulich wertete es Heubach, dass bald fünf neue Mitglieder beitreten wollen. Nachdem Annika Heubach in die aktive Wehr übertrat, hat die Wehr aktuell 36 Aktive, davon neun Frauen.

Die Wehr in dem kleinen Iphöfer Stadtteil hat gegenüber anderen Wehren einen Vorteil, kann sie doch auf ein stets mit 3000 Litern Wasser gefülltes Fass für Einsätze bauen. Kassier Johannes Gegner gab einen Einblick in die Finanzen und wies einen minimalen Verlust für das Vorjahr aus. Trotzdem ist der Verein finanziell gut situiert.

Auch hinter der Jugendgruppe liegt ein arbeitsreiches Jahr

Die von Anne Gegner und Annika Heubach betreute Jugendgruppe absolvierte ein arbeitsreiches Jahr mit fünf überörtlichen Schulungen, den Teilnahmen am 24-Stunden-Schwimmen, dem Spiel ohne Grenzen in Kitzingen und dem Kreisjugendzeltlager in Hörblach. Acht Jugendliche legten den Wissenstest ab und alle zehn Feuerwehranwärter absolvierten die Modulare Truppmannausbildung. Mit der Neuaufnahme von Dorothea Kohr hat die Jugendgruppe jetzt elf Mitglieder.   

"Die Welt beneidet uns um unser System, dass wir in jedem Ort eine Freiwillige Feuerwehr haben", sagte Roland Eckert. Deswegen werde jede und jeder Einzelne in den Freiwilligen Feuerwehren gebraucht, um den Bürgern die erforderliche Hilfe zukommen zu lassen.

Der scheidende Kommandant Karl Volland (von links) übergab den Stab an Martin Uhlmann und seinen Stellvertreter Helmut Schmidt. Den Feuerwehrverein führen weiter Vorsitzender Gerhard Heubach, seine Stellvertreterin Heike Wolf sowie Johannes Gegner in Personalunion als Kassier und Schriftführer. Foto: Hartmut Hess

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