Kitzingen

Extra-Geld: Zuschuss erweitert Hebammen-Angebot in Kitzingen

Dank einer Finanzspritze des Freistaats erwartet Schwangere in der Geburtshilfe der Klinik Kitzinger Land mehr Service als bisher. Doch wie lange währt der Geldsegen?
Eine Hebamme wiegt im Rahmen der Nachsorge ein Baby (gestellte Szene). Dank eines Zuschusses des Freistaates können die Hebammen an der Klinik Kitzinger Land künftig ihr Service-Angebot erweitern.
Eine Hebamme wiegt im Rahmen der Nachsorge ein Baby (gestellte Szene). Dank eines Zuschusses des Freistaates können die Hebammen an der Klinik Kitzinger Land künftig ihr Service-Angebot erweitern. Foto: Julian Stratenschulte, dpa

Die Hebammen an der Klinik Kitzinger Land (KKL) dürfen sich über einen Zuschuss in Höhe von 18 720 Euro des Freistaats Bayern freuen. Das Geld für das Förderjahr 2019 stammt nach Informationen aus dem Büro der Landtagsabgeordneten Barbara Becker (CSU) aus Wiesenbronn aus dem "Zukunftsprogramm Geburtshilfe", mit dem der Bayerische Staat die Kooperation zwischen Landkreisen und kreisfreien Städten zur Stärkung der Geburtshilfe unterstützt.

Beantragt hat den Zuschuss der Landkreis Kitzingen, der die Geburtshilfe in seinem Bereich über die KKL sicherstellt, wie der zuständige Abteilungsleiter der Kreisbehörde, Matthias Will, auf Nachfrage dieser Redaktion erläutert. Der Antrag bezieht sich auf die erste der beiden Säulen der im Vorjahr in Kraft getretenen Förderrichtlinie des Freistaats, die auf die Sicherung und Unterstützung der geburtlichen Hebammenversorgung zielt. Die zweite Säule der Förderung gilt dem Ausgleich von Defiziten von Geburtshilfestationen.

Hebammen entscheiden selbst über das Geld

Insgesamt erhalten die Hebammen der KKL laut Will sogar rund 20 800 Euro, da zusätzlich zum Zuschuss des Freistaats der Landkreis Kitzingen laut den Zuschuss-Bedingungen ebenfalls zehn Prozent zur Gesamtsumme beisteuern muss. Das Geld geht Ende des Jahres direkt an die Hebammen, die nach eigenem Gutdünken darüber verfügen, berichtet der Abteilungsleiter des Landratsamtes. Die Hebammen könnten selbst am besten entscheiden, wofür das Geld am effektivsten verwendet wird.

"Wir haben lange überlegt, was wir mit dem Geld am besten machen", schildert Barbara Amtmann von der Hebammengemeinschaft Kitzinger Land, die nach eigenen Worten "sehr dankbar" für die zusätzliche Finanzspritze ist. Das Ergebnis der Überlegungen: Mit dem Geld werden zwei zusätzliche, Teilzeit arbeitende Hebammen bezahlt, die von Montag bis Freitag jeweils vormittags Aufgaben in der Betreuung von Schwangeren übernehmen, die sonst nicht beziehungsweise nur ungenügend angeboten werden könnten. Als Beispiel nennt Amtmann die Vorstellung von Schwangeren – in Ruhe, ohne Zeitdruck. Die beiden zusätzlichen Hebammen, die beide schon einmal an der KKL tätig waren und sich dort auskennen, sind für alle Beteiligten ein Gewinn, meint Amtmann.

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Geburtenzahl 

Der staatliche Zuschuss, den Landtagsabgeordnete Becker als "klares Bekenntnis der Staatsregierung" wertet, "die Geburtshilfe bei uns vor Ort zu stärken", soll keine Eintagsfliege sein. Er soll – vorerst befristet – bis Ende des Jahres 2022 finanziert werden. Der Landkreis muss diesen laut Landratsamt allerdings jedes Jahr neu beantragen, denn die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Zahl der im Vorjahr registrierten Geburten; im Jahr 2018 waren dies nach Angaben der KKL über 400. Sollte das zusätzliche Geld auch in den kommenden Jahren fließen, fände Hebamme Amtmann das "ganz prima". Ideen, was damit zu verwirklichen wäre, hätten sie und ihre Kolleginnen mehr als genug.

Unabhängig vom Förderprogramm Geburtshilfe bietet der Freistaat den in Bayern lebenden Hebammen nach Auskunft von Barbara Becker, die Mitglied des Gesundheitsausschusses des Landtags ist, seit September 2018 auch die Möglichkeit, für eine freiberufliche Tätigkeit in der Geburtshilfe einen "Hebammenbonus" von 1000 Euro pro Jahr zu beantragen. In Unterfranken wurden im Jahr 2017 insgesamt 56 entsprechende Anträge gestellt, im Jahr 2018 waren es 59.

Antrag auf Niederlasssungsprämie ab September

Zusätzlich können Hebammen in Bayern ab diesem September eine Niederlassungsprämie von einmalig 5000 Euro beantragen, teilt Becker mit. Voraussetzung ist die Niederlassung und Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit in Bayern ab dem folgenden Monat oder später. Den Antrag kann ab 1. September im Internet unter www.niederlassungsprämie.bayern.de heruntergeladen werden.

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