KITZINGEN

Fastnachtakademie eröffnet: Wo ab jetzt Fastnacht gelehrt wird

Wo Fastnacht gelehrt wird
In Kitzingen wurde die Fastnachtakademie eröffnet. Was hinter der Narrenschmiede für Faschingsfreunde aus ganz Deutschland steckt.

Man fühlt sich wie bei Harry Potter. Der Besucher geht in Kitzingen in der Luitpoldstraße in ein scheinbar kleines Haus, auch wenn es so gar nicht unscheinbar wirkt, sich aber perfekt in den Straßenzug einfügt. Kaum drinnen, entfaltet sich eine grandiose Pracht: das Kulturzentrum Deutsche Fastnachtakademie. Das neue Schulungs- und Fortbildungszentrum des Fastnacht-Verbands Franken – eine Art Narrenschmiede – wurde am Sonntag nun offiziell eingeweiht. Mit einer Überraschung: Das Haus heißt nun „Bernhard-Schlereth-Haus“ als Dank an den Ehrenpräsidenten, dem das alles zu verdanken ist.

Beraten, fördern, unterstützen

Mit diesem Kulturzentrum kann der Fränkische Fastnacht-Verband künftig seine Mitgliedsvereine professioneller und intensiver beraten, fördern und unterstützen. Und er kann laut Marco Anderlik, Präsident des Fastnacht-Verbands Franken, Kinder und Jugendliche schulen. „Wir wollen unsere Vereine stärken“, versicherte Anderlik, bevor ihn dann die Jugend von der Bühne schickte.

Deutsche Fastnachtakademie
Außenansicht des Gebäudes der Deutschen Fastnachtakademie. Etwa 4,5 Millionen Euro hat der Bau der Akademie direkt neben dem Deutschen Fastnachtmuseum gekostet. Rund 2000 Quadratmeter stehen nun für Schulungen rund um Fastnacht und Vereinsrecht zur Verfügung. Am 10.03.2019 wird die Akademie eröffnet. Foto: Daniel Karmann (dpa)

Dominik Hausin (Homburg), bekannt aus der Nachwuchssitzung „Wehe wenn wir losgelassen“, übernahm das Zepter, schließlich waren ihm einige im Raum schon zu alt für die Akademie. Dem schloss sich auch der kleine Till Calotta Keller (Hundsbach, im Bild) an, die von einer „närrischen Seniorenanstalt“ sprach. Während Berlin noch auf seinen Flughafen wartet, wird hier schon gesungen und getanzt, meinte Dominik, der nicht nur Ehrenpräsident Bernhard Schlereth, den Macher der Akademie, lobte, sondern auch der früheren Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die den Weg zur Akademie geebnet hat: „Die Barbara Stamm hat uns der Aloisius persönlich geschickt“ ist sich Dominik sicher.

Baukosten wurden gehalten

„Das Projekt ist fast rechtzeitig fertiggestellt und der finanzielle Rahmen wurde auch nicht gesprengt“, dichtete Calotta. In der Tat war der 11.11. vergangenen Jahres als närrischer Termin zur Einweihung geplant. Doch der war nicht ganz zu halten gewesen, weswegen der Termin auf die Zeit nach dem Aschermittwoch geschoben wurde. Gehalten werden konnten laut Schlereth aber die Baukosten von rund 4,5 Millionen Euro, wofür er Architekt Karl-Heinz Schmidt lobte. Einiges sei günstiger gekommen, weswegen man noch Zusätzliches wie eine Photovoltaik-Anlage verwirklichen konnte. Für die Innengestaltung rechnet Schlereth noch mit etwa 400 000 Euro an Kosten. Dank vieler Zuschüsse habe man die Akademie verwirklichen können. Studenten sollen nun Vorschläge für die Gestaltung erarbeiten. Vielleicht wird der Saal ja so eine Art Hall of Fame der Fastnacht. „Das blaue Kleid von Barbara Stamm ist schon in unserem Besitz“, verriet Schlereth.

Bundes- und europaweite Strahlkraft

Barbara Stamm lobte in ihrer Festrede den närrischen Nachwuchs, der sie optimistisch stimmt. „Das Museum nebenan erhält eine Erweiterung in die Zukunft“, sagte Stamm. Sie appellierte, einen Glauben an die junge Generation zu haben und junge Menschen zum Mitmachen und Mitarbeiten zu motivieren.

In zwei Podiumsrunden, die eine mit Regierungspräsident Eugen Ehmann, den Bezirkstagspräsidenten Erwin Dotzel und seinem mittelfränkischen Kollegen Armin Kroder, Staatssekretär Gerhard Eck, Landrätin Tamara Bischof und Oberbürgermeister Siegfried Müller, die andere mit dem BDK-Vizepräsidenten Peter Krawietz, Bundesjugendleiterin Carina Kämpf, und Kathrin Degmair. Leiterin des BR-Studois Franken, gab es viele lobende Worte für die verwirklichte Vision einer Akademie, die bundes- und europaweite Strahlkraft besitze. Kämpf, die sich auf die künftige BDK-Geschäftsstelle für die Jugend in Kitzingen freute, hofft, dass Kitzingen zu dem Ort wird, wo künftig Fastnacht, Fasching und Karneval gemeinsam gefeiert wird.

Mit kirchlichem Segen

Vertreter der Politik waren bei der Einweihung ebenso dabei wie Größen der fränkischen Fastnacht wie das Geburtstagskind Michl Müller, Peter Kuhn oder Oliver Tissot, Vertreter des Bundes Deutscher Karneval (BDK) oder des Bayerischen Fernsehens. Tanzmariechen Michelle Zerrahn von den Besenbindern begeisterte ebenso wie die Tanzgruppe Scaramouche vom Hans-Sachs-Theater Schweinfurt. Die beiden Pfarrer Uwe-Bernd Ahrens und Gerhard Spöckl sprachen den kirchlichen Segen.

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