Uffenheim/Kitzingen

Fernwasserversorgung Franken muss den Wasserpreis erhöhen

Nach acht Jahren konstanter Preise erhöht die FWF den Bezugspreis deutlich. Wie viel und ab wann, erklärt FWF-Werkleiter Löhner im Gespräch.
Blick vom Brunnenkopf in einem Sulzfelder Vertikalbrunnen der Fernwasserversorgung Franken. Foto: Hartmut Hess

Nach neuneinhalb Jahren Preiskonstanz hat die Verbandsversammlung der Fernwasserversorgung Franken (FWF) in Uffenheim dem Vorschlag der Werkleitung zugestimmt, den Wasserpreis für Städte und Gemeinden zum 1. Juli 2020 von aktuell 1,05 auf 1,20 Euro je Kubikmeter anzuheben. Die Gründe sind laut Werkleiter Hermann Löhner vielfältig. Das neue Preisniveau ist dann allerdings bis Ende 2023 festgeschrieben, was Planungssicherheit für die FWF und ihre Kunden bedeutet.

Nach den Worten des Werkleiters hat sich in dem Zeitraum seit der letztmaligen Preiserhöhung vom 1. Januar 2011 ein erheblicher Nachholbedarf angestaut. 18,5 Millionen Euro seien es allein für die Jahre 2011 bis 2018, die es als sogenannte handelsrechtliche Jahresverluste aus dieser Zeit auszugleichen gilt. Ursächlich dafür seien inflationsbedingte Preis- und Tariferhöhungen beim Bezug von Waren und Dienstleistungen wie bei den Tiefbaumaßnahmen oder den Lohnkosten, aber auch erhöhte Wasserpreise, die von den Vorlieferanten der FWF in Rechnung gestellt werden. Hinzu kommen gestiegene Strombezugskosten. Die im Gebiet des rein kommunalen Zweckverbands auf dem Solidarprinzip basierenden Wasserpreise müssen daher nun erhöht werden, erklärte Löhner.

Klimawandel macht sich bemerkbar

Auch die Auswirkungen des Klimawandels spielen dabei eine Rolle: Die Zukunftssicherung der Trinkwasserversorgung für weite Teile von Mittel- und Unterfranken ist ein weiterer Grund für die Preisanhebung. Im Rahmen der "FWF-Studie 2040" wurde untersucht, wie sich die Anforderungen an die Wasserversorgung im Verbandsgebiet bis zum Jahr 2040 entwickeln könnten. Hierbei fanden Klimamodelle ebenso ihren Niederschlag wie Bevölkerungsabschätzungen und Verbrauchsprognosen. Auf Basis dieser weitreichenden Studie bis 2040 wurde ein Investitionsbedarf von rund 218 Millionen Euro für die technischen Anlagen der Wasserversorgung ermittelt.

Durch die Erhöhung des Wasserpreises um 0,15 Euro je Kubikmeter kann laut Mitteilung der FWF der geplante Verlust von 4,3 bis 4,7 Millionen Euro für die Jahre 2020 bis 2023 auf 2,7 bis 3,7 Millionen Euro für die Jahre 2020 bis 2024 reduziert werden. Ab dann soll ein neues Preismodell gelten. Die Preise bleiben dieses Mal also nicht acht Jahre auf dem gleichen Niveau, sondern nur noch fünf.

Wasserpreis wird weiter steigen

Auch das erklärt die FWF: Die Auswirkungen des Klimawandels und andere steigende Anforderungen würden eine Veränderung des geltenden Wasserpreissystems erforderlich machen. Um die sich in Zukunft verstärkenden Spitzenbedarfe insbesondere in den heißen Sommermonaten zu bedienen, werden die Vorhalteleistungen flexibler ausgerichtet und die Infrastruktur ausgebaut werden müssen. Die hieraus resultierenden Kosten könnten im heutigen Preissystem nicht adäquat abgebildet werden. Sprich: Der Wasserpreis wird weiter steigen.

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