RÖDELSEE

Feste Größe in der Ortspolitik

Politik und Religion: Bundesminister a.D. Michael Glos und Schwester Teresa hatten bei ihren Reden die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörer. CSU-Ortsvorsitzender Horst Kohlberger (links) freute sich über die Geburtstagsgäste. Foto: GERHARD KRÄMER

Die eigentliche Gründung war am 14. November 1964. Doch der CSU-Ortsverband Rödelsee-Fröhstockheim eilte der Zeit ein wenig voraus und hat das Jubiläum schon an diesem Sonntag gefeiert. „Das kann auch Zeichen einer Partei sein“, scherzte Vorsitzender Horst Kohlberger, der sein Amt schon 33 Jahre innehat. Mit dem früheren Bundesminister Michael Glos und Schwester Teresa Zukic hatte der Ortsverband zwei Schwergewichte von politischer und theologischer Seite als Geburtsgasgäste eingeladen.

Bei der Gründung des Ortsverbands war einst auch Johannes Halkenhäuser dabei; jetzt bei der Feier unter den Ehrengästen. Kohlberger erinnerte an den damals politisch unbescholtenen Hanns Zwosta, der zu dieser Versammlung gekommen sei, um den damaligen Landtagsabgeordneten Erich Sauer um eine Auskunft über öffentliche Baudarlehen zu fragen. Am Ende der Versammlung sei er CSU-Mitglied und gleichzeitig der erste Ortsvorsitzende gewesen. Mitbegründer Gottfried Deppisch war damals Bürgermeister.

Josef Klein habe im Jahre 1972 den Vorsitz übernommen und habe die Mitgliederzahl nahezu verdoppeln können, berichtet Kohlberger. Bei der Gemeinderatswahl 1972 habe die CSU vier von acht Sitzen erreicht. Nach der Gebietsreform und der Eingemeindung von Fröhstockheim konnte die CSU 1978 den Bürgermeister nicht mehr stellen; auch habe sie nur noch vier von zwölf Gemeinderäten gehabt.

24 Jahre habe es gedauert, bis die Christlich Sozialen 2002 mit Hugo Dotterweich wieder eine Bürgermeisterwahl gewannen. Nach dem plötzlichen Tod von Dotterweich sei im selben Jahr Burkhard Klein neuer Bürgermeister geworden. „Dies war nur möglich gewesen, weil sich der Ortsverband während dieser Zeit mit guten Ideen und viel Arbeit zum Wohle der Gemeinde eingebracht hat und auch im Ort mit vielfältigen Aktionen in Erscheinung getreten ist“, rief Kohlberger ins Gedächtnis. Die CSU sei die einzige politische Gruppierung in Rödelsee, die sich das ganze Jahr mit Veranstaltungen präsentiere. Bei der Wahl 2008 sei Klein als Bürgermeister wiedergewählt worden und die CSU erreichte mit sieben Gemeinderatssitzen ein Traumergebnis.

Bundesminister a.D. Michael Glos pries die Vorzüge Rödelsees, hatte er hier doch stets große Unterstützung erfahren. Er ging auf die demokratische Entwicklung in Deutschland ein. Weiterhin in Frieden und Freiheit zu leben bedürfe aber eines wachsamen Auges und der richtigen Weichenstellung. Die CSU habe sehr viel zur Gestaltung des Landes beigetragen, nicht nur, weil sie Bayern und Franken vereine.

Auch für die Gemeinde Rödelsee wirke sich die Arbeit der CSU positiv aus, wie Kreisvorsitzender Otto Hünnerkopf, Peter Hartmann vom Mainbernheimer Ortsverband, Weinprinzessin Annalena König und Johannes Wandler vom Musikverein bestätigten.

Skateboard fahrende Nonne

„Wir sind alle Menschen, die Fehler machen“, räumte Rödelsees Bürgermeister Burkhard Klein ein. Ein richtiger Fehler sei es aber erst, wenn „wir ihn zweimal machen“. Dies ist seine Sichtweise über Fehler. Den „befreienden Umgang mit Fehlern“ widmete sich Schwester Terese Zukic in ihrem Festvortrag bei der Jubiläumsfeier der CSU Rödelsee-Fröhstockheim. Schwester Teresa Zukic, im gleichen Jahr 1964 (in Kroatien) geboren, in dem der CSU-Ortsverband aus der Taufe gehoben wurde, ist seit ihrer Einbürgerung Mitglied der Partei. Das ist aber nur ein Aspekt ihres abenteuerlichen Lebens, in das sie Einblick gewährte. So auch zur Hinwendung zu Gott durch einen Griff zur Bibel. Bekannt ist sie mittlerweile durch Fernsehauftritte, als Skateboard fahrende Nonne, durch Musicals oder durch ihre Bücher.

Sie klärte gleich zu Beginn den Unterschied zwischen Fehler und Sünde. Sünde sei es nämlich, wenn jemand gegen die Liebe handele und dies bewusst tue. Wenn nicht, sei es ein Fehler. Solche zu machen, sei die einzigartige Chance zu lernen und zu wachsen. Seine Fehler müsse man annehmen und nicht immer die Schuld beim Anderen suchen. Nur so gelange man zu Selbstbewusstsein und zum Erwachsensein. Gott wolle, dass wir erwachsen werden und zu unseren Fehlern stehen, sagte Schwester Teresa.

Auch bedürfe es einer neuen Fehlerkultur in Deutschland. Denn sie bedauerte, dass einer bei einem Fehler gleich abgesägt werde. „Mit dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr auch gemessen“, hielt sie ihren Zuhörern entgegen. Beim Umgang mit Fehlern der anderen riet sie zur Vergebung. Denn dadurch stimme das Verhältnis zu Gott wieder und man werde seelisch gesund. „Verletzte Menschen verletzen“, weiß sie.

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