Kitzingen

Finanzierungslücke: Tierheim muss 200.000 Euro einsparen

Treffen aller Bürgermeister in Kitzingen: Es ging um den Kreishaushalt, das Tierheim und um E-Mobilität - und eine Personalie gab es auch zu vermelden.
Beim geplanten Neubau des Kitzinger Tierheims gibt es eine Finanzierungslücke von 200 000 Euro. Das Geld muss vermutlich beim Bau eingespart werden, eine größere Kreditaufnahme wird es nicht geben. Foto: Weichhan

Die Dienstbesprechung aller Bürgermeister des Landkreises ist immer wie ein kleines Familientreffen: Man informiert sich, was so alles in der Familie los war und ist, spricht sich ab. Bei einem gemeinsamen Essen zum Abschluss lässt sich dann noch das eine oder andere bequem bereden. So war es auch diesmal wieder, als sich die Ortsoberhäupter sowie die Landkreisverwaltung mit Landrätin Tamara Bischof an der Spitze in der Kitzinger Sparkasse auf Einladung von Vorstandsmitglieds Jens Rauch trafen. Wobei, etwas war doch anders: Für einige Bürgermeister war es das letzte gemeinsame Treffen, weil Mitte März die Wahlen anstehen.

Viel Zeit für Wehmut blieb indes nicht - eine stramme 130-minütige Tagesordnung wollte bewältig werden. Kreiskämmerer Toni Orth fasste noch einmal den Kreishaushalt zusammen. Das Zahlenwerk mit seinem Gesamtvolumen von über 100 Millionen Euro muss in den Bereichen Bezirksumlage, Personalkosten, Schulen, Jugendhilfe sowie ÖPNV teilweise deutliche Ausgabensteigerungen verkraften. Seit 2013 musste der Kreis dennoch keine neuen Schulden mehr aufnehmen. Zum 31. Dezember 2019 betrugen die Schulden 12,3 Millionen Euro, Ende 2020 sollen es 11,1 Millionen sein.

Kreishaushalt: Solide Finanzen

Iphofens Bürgermeister Josef Mend lobte "die soliden Finanzen in der Ära Bischof" und informierte anschließend über den aktuellen Stand, was den Neubau des Kitzinger Tierheimes in der Nähe des Golfplatzes anbelangt. Hier hatten sich zuletzt alle Gemeinden im Landkreis bereit erklärt, zum einen für die laufenden Betriebskosten jährlich 0,70 Cent pro Einwohner zu zahlen. Zum anderen hatten sich die Gemeinden darauf verständigt, gemeinsam ein Darlehen von 1,5 Millionen Euro für den Neubau über 20 Jahre zu finanzieren. Dieser Beitrag ist variabel und liegt zwischen 70 Cent und einem Euro.

Vor allem wohl wegen höherer Erschließungskosten hatte das Tierheim zuletzt eine Finanzierungslücke von 200 000 Euro ausgemacht. Den Betrag, so waren sich die Rathaus-Chefs einig, werde man nicht auch noch auf das Darlehen satteln. Zumal dann in allen Stadt- und Gemeinderäten noch einmal extra ein Beschluss her müsste. Ein Fass, das man keinesfalls noch einmal aufmachen werde, waren sie die Anwesenden einig. Es bleibt also bei den vereinbarten 1,5 Millionen, die entstandene Lücke muss sich das Tierheim nun auf anderen Wegen besorgen. Oder, so der einhellige Rat des Gremiums, man muss schauen, dass sich möglichst Einsparungen bei den Baukosten ergeben.  

Wenig Interesse an Pilotprojekt

Eher zäh läuft das Thema Elektromobilität im Landkreis. Iphofen hatte hier einen Vorstoß unternommen, das immer beliebter werdende Car-Sharing mit E-Autos auf den Weg zu bringen und den Landkreis zum Vorreiter zu machen. Die Idee war, dass hier sieben Kommunen als eine Art Pilotprojekt mitmachen. Als Partner mit im Boot säße der Nürnberger Stromversorger N-Ergie. Nur: Die Experimentierfreude hält sich in Grenzen, auch wenn Rainer Kleedörfer von dem Stromversorger in seinem Vortrag darauf verwies, dass das finanzielle Risiko überschaubar sei.  

Eine Personalie gab es schließlich auch noch zu vermelden: Es gibt einen neuen Technik-Chef im Landratsamt. Thomas Langhojer, Sachgebietsleiter Informations- und Kommunikationstechnik, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Als sein Nachfolger wurde Mike Mancik vorgestellt, der aus Würzburg nach Kitzingen wechselt. 

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