KITZINGEN

Fleischlos durch die Fastnacht

Kitzingen; Landmadla; Fastnachtmuseum; Foto: Barbara Herbst
Daniela Sandner weiß, woher all die alten Bräuche rund um den Fasching stammen. In der Küche mag sie es vegetarisch. Foto: BARBARA HERBST

Die Volkskundlerin Daniela Sandner leitet das Deutsche Fastnachtmuseum in Kitzingen. Dieses schöne Haus könnte sehr berechtigt auch Karnevalmuseum heißen, denn Karneval bedeutet ja: Abschied vom Fleische. Und die Chefin isst vegetarisch. Schon in ihrer Bamberger Studienzeit hatte Daniela Sandner eine Bio-Gemüsekiste abonniert: „Da waren häufig unbekannte Gewächse drin.“ Rote Bete kannte die Oberbayerin zwar eingelegt, nun hielt sie die fast schwarzen Knollen roh in der Hand. Seit sie sie erstmals wagemutig zu einer Suppe verarbeitete, gehört diese zu ihren Lieblingsgerichten.

Das wird gebraucht:

2 Rote Bete

je 1 Zwiebel, Knoblauchzehe, Pastinake, Möhre

3 Kartoffeln

0,75 l Gemüsebrühe

Ziegenfrischkäse

Kresse

Olivenöl

grobes Salz, gemahlener Pfeffer 2 bis 3 Zweige frischer oder 1 TL getrockneter Thymian

einige Walnüsse

Die Mengen reichen für eine Vorspeise für vier Personen.

So wird's gemacht

Die Rote Bete schälen, weich kochen und – „am besten in Handschuhen, damit sie nicht abfärben“ – in mundgerechte Stücke schneiden. Die werden mit einem Esslöffel Olivenöl und den Gewürzen mariniert. Die geschälte Zwiebel schneidet Sandner in dicke Ringe, schält die Knoblauchzehe, gibt beides zur Bete: „Nun gut umrühren, damit sich die Marinade verteilt.“

Kartoffeln und Möhre werden geschält und in kleine Stückchen geschnitten, die Pastinake wird zerkleinert. Dann wird das Gemüse in etwas Olivenöl angeschwitzt und in der Gemüsebrühe köchelt es dann etwa eine Viertelstunde lang, bis es gar ist. Jetzt kommt die Rote Bete hinzu – und dann alles unter den Pürierstab, bis sich die ganze Mischung in eine cremige Suppe verwandelt. Mit Salz und Pfeffer wird abgeschmeckt. Daniela Sandner serviert diese Suppe auf Gläser oder in tiefe Teller verteilt, mit Ziegenkäse, Kresse und ein wenig frisch gemahlenem Pfeffer sowie Walnüssen garniert.

Vielleicht schmecke die Suppe Fleischessern auch mit Rinderfiletstreifen, überlegt die Museumsleiterin, die auch viele Führungen macht. Sie ist schließlich keine Dogmatikerin. Schön satt werden ihre Gäste nach der Rote-Bete-Suppe mit einer Reminiszenz an die Studentenzeit, dem auf Partys so allgegenwärtigen (und bisweilen in Einladungen als Mitbringsel ausdrücklich ausgeschlossenen) Nudelsalat.

„Ein italienischer Freund hat mir das Rezept einmal genannt“, sagt Sandner, aber mit südländischer Nonchalance darauf verwiesen, dass es hierzu keine Mengenangaben gibt. Interessanterweise gehört in diesen Pastasalat die in deutschen Studierendenwohnheimen viel diskutierte Erbse hinein. Zwei verschiedene Sorten Pesto sind für Daniela Sandner eins der Geheimnisse ihres italienischen Nudelsalats, zum Beispiel rotes und grünes Genueser Pesto gemischt. Und zwar gemischt bis zu einem homogenen Braun.

Weitere Zutaten sind Trockentomaten (am einfachsten in Öl eingelegte aus dem Glas), grob gehackter Rucola obenauf sowie – und hier schließt der Salat an die Vorspeise an – kräftig Walnüsse. Die Vegetarierin spekuliert, hier könnten Fleischkonsumenten sich mit ein paar Röllchen Parmaschinken dazu amüsieren. Die Fastenzeit kann kommen.

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