KITZINGEN

Flugplatz steht vor dem Neustart

Noch Wunschbild der LSC-Piloten: Bilder eines landenden Segelflugszeugs am Kitzinger Flugplatz, wie hier vom Salzmann Cup 2010, erhoffen sich die Aktiven des Kitzinger Luftsportclubs, wenn das Luftamt Nordbayern die Wiederinbetriebnahme genehmigt.
Noch Wunschbild der LSC-Piloten: Bilder eines landenden Segelflugszeugs am Kitzinger Flugplatz, wie hier vom Salzmann Cup 2010, erhoffen sich die Aktiven des Kitzinger Luftsportclubs, wenn das Luftamt Nordbayern die Wiederinbetriebnahme genehmigt. Foto: ArchivRalf Weiskopf

Der seit 2011 verwaiste Kitzinger Flugplatz steht vor seiner Wiedererweckung: Die Firma Blumquadrat, Eigentümer des rund 200 Hektar großen Geländes der ehemaligen Harvey Barracks zwischen Kitzingen und Großlangheim, hat die zivile Nachnutzung der Teilfläche als Sonderlandeplatz beantragt.

Die Pläne dafür liegen laut einer Bekanntmachung der Stadt – bis zum 8. Februar – im Bauamt aus.

Bevor auf der einst auch militärisch genutzten Betonpiste wieder kleinere Maschinen – bis 5,7 Tonnen – starten und landen können, muss das Luftamt Nordbayern den Flugbetrieb genehmigen. Vorgeschaltet ist die jetzt begonnene öffentliche Auslegung der Pläne. Bürger, die durch das Vorhaben in ihren Interessen berührt werden, können bis zum 23. Februar ihre Einwände schriftlich niederlegen.

Ein Einspruch dürfte aus Großlangheim kommen. Der Grund: In den Genehmigungsunterlagen zu den Flugbewegungen auf der 1,4 Kilometer langen Startbahn finden sich auch Kleindüsenjets. Und die, so hieß es in der Sitzung des Gemeinderats ließen erhöhten Fluglärm erwarten.

„Wir nehmen die Bedenken ernst.“
Herbert Sattler LSC-Vorsitzender

Die Sorgen der Großlangheimer nimmt Herbert Sattler ernst, Vorsitzender des Luftsportclubs (LSC) Kitzingen, der den Sonderlandeplatz betreiben wird. Ob kleine Düsenmaschinen jemals auf dem Sonderlandeplatz starten, sei ungewiss. Selbst auf dem Giebelstadter Flugplatz gebe es nur wenige Bewegungen mit Kleindüsenjets. Zudem seien etliche dieser Maschinen leiser als manches Motorflugzeug, so der Vorsitzende des LSC.

Klar für Sattler und die rund 110 LSC-Mitglieder: „Wir wollen einen der ältesten Flugplätze in eine zivile Nutzung bringen.“ Die Größenordnung des Flugbetriebs, den der LSC alleine stemmen muss, findet sich in den Planunterlagen: 1200 Flugbewegungen (Starts plus Landungen) pro Jahr stehen in der Prognose bis 2024.

Was Sattler und seine Mitstreiter vor allem wollen, ist ein ganz normaler Flugbetrieb für die rund 50 Aktiven im Verein. Der hat selbst einen Motorsegler und fünf Segler im Eigentum, so der LSC-Vorsitzende. Fünf Segler und drei Motorflieger gehörten Vereinsmitgliedern. Bei allen Flugaktivitäten werde darauf geachtet, möglichst wenig Lärm zu machen, so Sattler: „Wir nehmen die Bedenken ernst.“

Die Finanzierung des Flugplatzes steht schon länger. Runde 650 000 Euro werde der (Neu-)Start des Platzes kosten, hatte Sattler vor einem halben Jahr erklärt. Eine Anschubhilfe kommt von der Stadt, die schon 2013 einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fasst. Danach stehen 300 000 Euro als Einmalzahlung bereit. Investor ist die Firma Blumquadrat.

Der Flugplatz, der zu Zeiten der US-Armee eine 2,2 Kilometer lange Landbahn besaß, ist mittlerweile etwas geschrumpft. Grund ist eine rund fünf Hektar große Teilfläche im Südwesten der Landbahn (Richtung Kitzingen) auf der ein großer Solarpark steht.

Das Areal verkürzt zwar die Landbahn, lässt aber noch genug Raum für die LSC-Piloten. Wann die wieder starten können, hängt von den Stellungnahmen zum Flugplatz und natürlich von der Genehmigung des Luftamts Nordbayern ab.

Ist das aber unter Dach und Fach, träumt Sattler von einem Flugplatzfest 2017. Dann ist der Flugplatz 100 Jahre alt und könnte – so plant der LSC-Vorsitzende – den Start eines Flugoldtimers erleben.

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