Kitzingen

Forum Gesundheit: Lebenslanges Lernen kann gegen Demenz helfen

In der Vortragsreihe 'Forum Gesundheit' sprachen (von links) Nathalia Ehlerding, Monika Ulsamer, Mario Schneyer und Dr. Martin Lauer in Kitzingen über Alzheimerdemenz.
In der Vortragsreihe "Forum Gesundheit" sprachen (von links) Nathalia Ehlerding, Monika Ulsamer, Mario Schneyer und Dr. Martin Lauer in Kitzingen über Alzheimerdemenz. Foto: Hans-Joachim Scheller

Demenz ist das zentrale Thema der Vortragsreihe "Forum Gesundheit", das die Main-Post-Akademie und die AOK in diesem Herbst und Winter veranstalten. Mehr als 200 Besucher hatte laut Pressemitteilung eine Veranstaltung in der Alten Synagoge in Kitzingen.

Mehr als 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Demenz. Fast zwei Drittel von ihnen sind von Alzheimerdemenz betroffen. Martin Lauer, Leiter der klinischen Gerontopsychiatrie und Gedächtnisambulanz in Würzburg, informierte, dass sich mit steigender Lebenserwartung die Zahl der Erkrankten bis 2050 auf etwa drei Millionen erhöhen könnte.

Alzheimer entstehe oft in jungen Jahren. Ansätze seien bei jedem Fünften unter 30 Jahren erkennbar. Grund sei oft extremer Stress. Wie bei vielen anderen Krankheiten spiele auch Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und zu wenig Schlaf eine große Rolle. Ungünstig würden sich Hörverlust und Diabetes Mellitus auswirken. Größter Risikofaktor sei aber das Alter.

Hilfe in Anspruch nehmen

Tipps im Umgang mit Demenzpatienten gab Natalia Ehlerding, Vorsitzende der Alzheimer-Gesellschaft Würzburg/Unterfranken: "Reden Sie mit ihnen wie mit Erwachsenen." Sie würden erlernte Fähigkeiten wie Schreiben und Lesen sowie das Kurzzeitgedächtnis verlieren. Auch die räumliche, zeitliche und örtliche Orientierung verschwinde. Sie würden daher einen strukturierten Tagesablauf und regelmäßige Ruhephasen brauchen.

Wichtig seien Berührungen wie Hand halten oder streicheln. Diskussionen hätten dagegen keinen Sinn. Menschen mit Alzheimerdemenz könnten ihnen nicht folgen. Absolut tabu seien Kritik, Sarkasmus und Ironie. Fragen sollten so formuliert sein, dass sie mit ja oder nein beantwortet werden könnten. Mit Auswahlmöglichkeiten seien die Patienten überfordert.

Pflegeberaterin Monika Ulsamer zählte die Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse auf. Sie reichen von Pflegegeld über Sachleistungen durch Pflegedienste bis hin zu stationärer Kurzzeitpflege bei Krankheit oder Urlaub der Angehörigen. Wichtig sei, die Hilfen zu kennen und sie in Anspruch zu nehmen, um sich selbst zu entlasten. Anlaufstellen seien die Pflegekassen und der Pflegestützpunkt Würzburg. Dort sei interdisziplinäre Kompetenz gebündelt.

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