Kitzingen

Freitagsfragen: Der Kampf um den Wohnzimmertisch

Geht das: Sowohl auf der Bühne als auch privat ein Paar zu sein? Bei "Herbert & Schnipsi" haut die Doppelrolle hin. Ein Gespräch im Vorfeld des Auftritts in Kitzingen.
Herbert und Schnipsi – sowohl privat als auch auf der Bühne ein Paar. Am Samstag kommen sie in die Alte Synagoge nach Kitzingen.
Herbert und Schnipsi – sowohl privat als auch auf der Bühne ein Paar. Am Samstag kommen sie in die Alte Synagoge nach Kitzingen. Foto: Gregor Wiebe

Herbert & Schnipsi – das sind Claudia Schlenger und Hanns Meilhamer. Im Leben wie auf der Bühne sind sie ein Paar. Im Vorfeld des Auftritts am Samstag in Kitzingen (Alte Synagoge, 20 Uhr) im Rahmen der Kitzinger Comedy- und Kabarettwochen mit "Best of – Zeitreise mit Schlaglöchern" verrät Hanns Meilhamer, wie die "Doppelrolle" funktioniert. Seine Frau befand sich zum Zeitpunkt des Interviews außer Haus – der Kabarettist hat sich aber bemüht, "auch in ihrem Sinne zu antworten".

Frage: Im normalen Leben ein Paar und auf der Bühne auch – wo lauern die Fallen?

Hanns Meilhamer: Wenn man nicht aufpasst, gibt es keine Trennung mehr zwischen Freizeit und Arbeit. Man ist mit irgendeiner Nummer im Programm noch nicht zufrieden, das wird dann zum Thema bei der Heimfahrt im Auto oder beim Frühstück. Oder, umgekehrt: man hat sich über ein privates Thema gestritten und muss nun zusammen auf die Bühne.

Seit wann gibt es die jeweiligen Paare?

Meilhamer: Als privates Paar gibt es uns seit 1974, als Bühnenpaar seit 1982, und geheiratet haben wir 1984. Da hatten wir uns auch als Bühnenpaar schon bewährt.

Ihr Erfolgsrezept fürs Zusammensein?

Meilhamer: Respekt füreinander, auch für das Anderssein des Anderen. Wir sind ein Gegensatzpaar. Da muss man erst einmal lernen, sich in den anderen hineinzuversetzen und ihn, in all seinen Besonderheiten anzunehmen, statt zu versuchen, ihn zu ändern.

Was ist die Haupt-Macke des jeweils Anderen?

Meilhamer: Auf unsere Arbeit bezogen: Claudia ist Perfektionistin. So perfektionistisch, dass sie auch ihren eigenen Ansprüchen selten genügt. Mich nennt sie manchmal einen Autisten, weil ich so wenig in Kontakt mit Menschen bin. Dabei mag ich Menschen und genieße es, mich intensiv mit jemandem zu unterhalten.

Wann gab es zuletzt Streit? Und warum?

Meilhamer: Oft ist es unser unterschiedlich ausgeprägter Ordnungssinn. Claudia möchte am liebsten, dass der Tisch im Wohnzimmer immer frei ist. Ich hab' dort die Dinge herumliegen, an denen ich grade weiterarbeiten will. Wenn ich sie wegräumen muss, vergesse ich, dass ich das noch tun wollte.

Wie kam es zu den Kunstnamen Herbert und Schnipsi?

Meilhamer: Schon bei unserem allerersten Bühnensketch. Wir brauchten Namen, die zu den Rollen passten. Ganz spontan hat Claudia mich dann Herbert getauft. Weil Claudias Rolle so etwas Schnippisches hatte, hab' ich gedacht, so eine könnte Schnipsi heißen. Dieser erste Sketch – „Der Mantel“ – ist übrigens in unserem derzeitigen Best-of-Programm wieder drin.

Was machen Sie, wenn Sie nicht Herbert und Schnipsi sind?

Meilhamer: Wir lesen beide gern, ich höre viel Musik, spiele meine Instrumente und kümmere mich um unseren Garten. Claudia schaut gern spannende Spielfilme und befasst sich mit Philosophie. Und wir machen kleine Urlaubsreisen: Italien, Irland, Portugal oder auch Island.

Drei Sätze zu dem Programm ...

Meilhamer: Es ist ein Best-Of. Wir haben die Nummern ausgewählt, die wir im Lauf der Jahre am liebsten gespielt haben, und die beim Publikum besonders gut ankamen. 

Wer kommt in Ihr Programm?

Meilhamer: Wenn man in die Sitzreihen schaut, möchte man sagen: alle! Von sechsjährigen Kindern bis zu Alten am Stock. Es geht durch alle Sozial- und Bildungsschichten.

Über wen können Sie lachen?

Meilhamer: Die großen Komiker früherer Zeiten, von Buster Keaton und Karl Valentin über die Marx Brothers, Jaques Tati, bis zu Michl Lang und Erni Singerl.

Das können die Kitzinger von uns erwarten ...

Meilhamer: Dass sie was zum Lachen kriegen – wir scheuen keinen Aufwand!

Von Kitzingen wissen wir ...

Meilhamer: Dass da ein guter Wein zuhause ist. Dass es eine wunderschöne Altstadt hat und eine zauberhafte Lage am Main. Und dass wir uns drauf freuen!

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