Kitzingen

Freitagsfragen: Lachen Österreicher anders als Deutsche?

Die Kitzinger Kabarettwochen (Kick) gehen in ihr 22. Jahr. Am Samstag, 1. Februar, kommt der gebürtige Österreicher Stefan Waghubinger in die Alte Synagoge.
Kommt zu den Kitzinger Comedy und Kabarettwochen KICK: Der gebürtige Österreicher Stefan Waghubinger ledert am Samstag, 1. Februar, um 20 Uhr in der Alten Synagoge los. Foto: Josua Waghubinger

Mit "Jetzt hätten die guten Tage kommen können" verspricht der Kabarettist Stefan Waghubinger am Samstag, 1. Februar, beste Unterhaltung im Rahmen der Kitzinger Kabarettwochen.

Was hat Sie zum Kabarett gezogen? Seit wann stehen Sie auf der Bühne?

Stefan Waghubinger: Bei einem Krippenspiel in der Grundschule war ich der Josef und die Darstellerin der Marie hat mich so fest am Mantel gezogen, dass ich umgefallen bin. Das gab meinen ersten, wenn auch unfreiwilligen Lacherfolg auf der Bühne. Nach einer Pause von 33 Jahren habe ich diese Tradition wieder aufgegriffen. Allerdings nicht mehr mit Umfallen, aber mit Gedanken und Wortspielereien.

Sie sind gebürtiger Österreicher: Lachen Österreicher anders als Deutsche? Gibt es einen Humor-Unterschied?

Waghubinger: Die Österreicher sagen das, was sie meinen, und vor allem, was sie nicht meinen, lieber indirekt. Dadurch ist man gewohnt, zwischen den Zeilen zu suchen. Im protestantischer geprägten Deutschland ist ein Ja eher ein Ja und ein Nein ein Nein. Im Österreich regiert das sowohl als auch, auch im Kabarett.

Wie funktioniert eigentlich Humor?

Waghubinger: Bei Humor durch Sprache, werden im Kopf Bilder erzeugt, die irgendwie gar nicht zusammenpassen und es andererseits doch. "So dumm und gleichzeitig so klug" wäre ein Ausspruch, den man über einen gelungenen Witz machen könnte. Es gibt aber noch viele weitere Formen des Humors. Darüber wurden viele Bücher geschrieben, unter anderem von Sigmund Freud. Er hat den Lieblingswitz sogar teilweise als Ausgangspunkt für seine Psychoanalysen verwendet.

Jetzt hätten die guten Tage kommen können – was sagt uns der Titel?

Waghubinger: Der Satz fällt erst ganz am Ende des Programms. Da müssen Sie sich leider überraschen lassen.

Was mögen Sie als Österreicher an Deutschland?

Waghubinger: Die Vielfältigkeit. Für einen Österreicher ist Deutschland ein weites, großes Land. Durch meine Auftritte habe ich die unterschiedlichen Regionen kennengelernt und schätze vor allem die großen Unterschiedliche in der Sprache und Kultur.

Und was so gar nicht?

Waghubinger: Da fällt mir spontan nichts ein, was es nicht auch in anderen Ländern gäbe. Und wenn ich etwas wüsste, würde ich es nicht direkt sagen, denn Sie wissen ja, ich bin immer noch Österreicher.

Zu den Unterfranken fällt mir ein ...

Waghubinger: Dass man auf der Bühne nicht sagen sollte "ich freue mich, in Bayern zu sein". Eine sehr schöne Gegend, bin gerne dort.

Was Sie Ihren Kitzinger Zuschauern unbedingt vorher noch sagen müssen ...

Waghubinger: Da in Kitzingen das Deutsche Fastnachtmuseum steht, freue ich mich auf ein Humor erprobtes Publikum.

Welche schönen Geschichten erleben Sie mit Ihrem Nachnamen?

Waghubinger: Den Namen gibt es nur innerhalb meiner Familie. Alle Waghubingers stammen von meinem Urgroßvater väterlicherseits ab. Wenn mich jemand in Deutschland, der Schweiz oder Österreich fragt, "kennst du eventuell den Waghubinger von dort und dort", kann ich das immer bejahen. Schließlich gibt es nur noch 20 von uns.

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