Marktbreit

Frischholz will Bürgermeisterin, nicht Verwaltungsmeisterin sein

Die CSU-Vorsitzende in Marktbreit möchte jetzt auch im Rathaus auf den Chefposten. Die Bürgermeister-Kandidatin sagt: "Ich geh da neutral rein und bin unvoreingenommen."
Marion Frischholz, die CSU-Kandidatin für den Bürgermeisterposten in Marktbreit am Alten Kranen mit Blick auf Segnitz. Foto: Robert Haaß

Samstagvormittag am Mainufer, gleich neben dem Kranen in Marktbreit. Ein Oberklassewagen mit Dortmunder Kennzeichen steht auf dem Parkplatz, die hintere Türe sperrangelweit offen, Kindersitze sind zu sehen – und weit und breit kein möglicher Besitzer. Marion Frischholz zögert nicht lange: "Da ruf' ich die Polizei, vielleicht ist ja was passiert."

Frischholz will Bürgermeisterin in Marktbreit werden und zeigt gleich, dass sie in manchen Dingen nicht lange zögert. "Lieber einmal zu viel angerufen, als einmal zu wenig," sagt die 55-jährige Bankkauffrau und Betriebswirtin, die im März ins Rennen um die Nachfolge von Erich Hegwein für die CSU ins Rennen geht. Hegwein war es auch, der sie zum Ortsvorsitz der Partei in ihrer Heimatstadt brachte. Dessen Frau Waltraud Hegwein hat Frischholz dann zur Kandidatur bewegt. "Ich war schon immer politisch interessiert und mir war klar: Wenn mich jemand fragt, dann würde ich auch etwas tun." Und so kam es denn auch.

Stadtrat ist für sie Teamarbeit

Marion Frischholz, CSU-Bürgermeisterkandidatin für Marktbreit. Foto: Robert Haaß

Nein, eine Stadtratssitzung hat sie noch nicht besucht, das habe sich bislang noch nicht ergeben, aber: "Es kommen ja noch welche bis zur Wahl", sagt sie. Und von ihrem Job her weiß sie, wie man Besprechungen leitet. "Ich geh da neutral rein und bin unvoreingenommen." Die Arbeit mit dem Stadtrat stellt sie sich als Teamarbeit vor, gemeinsam nach Lösungen suchen, eventuell mit allen Stadträten Entscheidungen im Vorfeld vorbereiten. Die Stadt stehe ja sehr gut da, so ohne Schulden und mit vielen begonnenen Projekten. Darauf könne man aufbauen.

Im Fall einer Wahl werde sie mit den Mitarbeitern der Verwaltung in Kontakt treten, sehen wie es läuft und den Stand der Projekte ausloten. Konkret will sie den Bürgerdialog in Form einer Bürgerbefragung fortsetzen und daraus Maßnahmen entwickeln. "Ich möchte da noch nicht zu tief gehen", sagt sie, den Konkurrenten im Wettbewerb ums Amt nicht zu viel durch die Presse verraten. So viel zumindest sagt sie: Es sind Vorträge zum Meinungsaustausch geplant, etwa zu Landwirtschaft und Artenschutz und inwieweit das ein Widerspruch ist.

Sie möchte Kaufkraft in der Stadt halten

Dann wird sie doch ein wenig konkreter, blättert in ihren Unterlagen und redet von der Belebung der Innenstadt, von Gesprächen, das von der Schließung bedrohte Schreibwarengeschäft zu erhalten, Leerstände im Wohn- sowie im Geschäftsbereich zu reduzieren oder die Kaufkraft in der Stadt zu halten. Dazu müsse die Stadt für Fußgänger und Radfahrer attraktiver werden – verkehrsberuhigte Zonen wären dazu wichtig. Aber auch die Schaffung neuer Parkplätze, etwa an der Friedhofsscheune.

Für die Familien ist die Offene Ganztagsschule wichtig, ebenso eine durchgehende Ferienbetreuung. Im Bereich Umwelt will sie Bäume auf Kinderspielplätzen pflanzen, "und auch anderswo". Auch die Sauberkeit der Straßen ist ihr ein Anliegen, hier möchte sie mehr Bewusstsein schaffen. Weitere Stichpunkte sind für sie die Einführung eines Bürgerbusses, etwa um die Bewohner des neuen Altenheims in die Stadt zu befördern. Auf der Agenda hat sie auch Verbesserungen der Freizeitanlagen, den Austausch mit Vereinen oder das Ehrenamt zu stärken. "Marktbreit braucht einen Bürgermeister, keinen Verwaltungsmeister", lautet ihr Motto.

Hinweis der Redaktion: Eine frühere Version dieses Artikels enthielt den Hinweis, dass Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein Marion Frischholz dazu bewegt hat, als Kandidatin für das Bürgermeisteramt anzutreten. Dies ist nicht korrekt. Wir haben die Textstelle verbessert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Und der Krimi am Mainufer? Der geht gut aus. Frischholz sieht noch, eh die Polizeistreife eintrifft, eine Familie vom Einkaufsmarkt Richtung Innenstadt gehen, spricht sie an. Und tatsächlich: Die haben schlichtweg vergessen, die Türe zu schließen, selbst die Geldbörse im Heck ist noch da. "Da hab ich doch schon ein bisschen gebürgermeistert", sagt sie.

Marion Frischholz
Alter: 55
Partei: CSU
Wohnort: Marktbreit
Beruf: Bankkauffrau, Betriebswirtin
Ehrenämter: Mitarbeit im Arbeitskreis "200 Jahre Stadtrecht Marktbreit", Beisitzerin in der Kirchenverwaltung, IHK-Prüferin, Ortsvorsitzende CSU Marktbreit
Familie: verheiratet, ein Kind
Hobbys: Laufen, Yoga, Kraftsport

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