KITZINGEN

Für Organspende: Sympathiewerbung mit dem Rad durch ganz Bayern

Radeln als Sympathiewerbung: Rund 20 Radler, auf einer Tour quer durch Bayern vom Tegernsee bis Würzburg, machten Station in der Klinik Kitzinger Land. Foto: Ralf weiskopf

„Wenn ich keinen Organspender gehabt hätte, wäre ich heute nicht mehr am Leben“, sagt Dieter Kreilkamp. Vor Jahren rettete ihm eine Spenderniere das Leben. Die hat inzwischen wieder versagt und Kreilkamp muss regelmäßig zur Dialyse, um sein Blut reinigen zu lassen, aber er lebt.

In der Cafeteria der Klinik Kitzinger Land hat am Freitag eine rund 20-köpfige Gruppe Radler Station gemacht, die auf Werbetour quer durch Bayern sind. Gestartet sind sie am Sonntag vor einer Woche am Tegernsee und wollen noch am Freitag die Uniklinik in Würzburg erreichen.

Allen ist eines gemeinsam: Sie können an dieser Tour teilnehmen, weil ihnen die Spende eines neuen Herzens, einer Leber, einer Lunge oder Niere das Leben rettete. Seit 2007 organisiert der Verein TransDia solche Radtouren. Der Verein ist ein Zusammenschluss von Transplantierten und Dialysepatienten, die Sport treiben. Ein Ziel ist es, in der Bevölkerung das Interesse und die Bereitschaft zur Organspende zu wecken und zu steigern, so Kreilkamp.

„In Deutschland wartet ein Dialysepatient im Schnitt zehn Jahre auf eine Transplantation, in Kroatien oder Norwegen maximal zwölf Monate“, berichtet der Mitorganisator der Tour. Kreilkamp und seine Mitstreiter sprechen von einem Skandal, dass in einem medizinisch hoch entwickelten Land wie der Bundesrepublik so etwas nicht möglich ist. Alleine 50 000 Patienten würden derzeit in Deutschland auf eine Spenderniere warten, die meisten hätten nicht das Glück wie er, noch radeln zu können. Noch schlimmer stehe es um Menschen, die ein neues Herz, eine Lunge oder Leber brauchen, so Kreilkamp.

In Deutschland sei die Bereitschaft zur Organspende gering. Seit den Vorkommnissen in einigen Transplantationszentren sei die Bereitschaft zur Organspende drastisch zurückgegangen. „Wir wollen mit unserer Aktion dazu beitragen, dass die Menschen das Vertrauen in die Organspende wieder zurückgewinnen“, sind sich die Teilnehmer einig.

In Kitzingen Land wurden sie mit offenen Armen empfangen. Eine Gruppe Radler, darunter Geschäftsführer Tilo Penzhorn, Chefarzt Dr. Stefan Rapp und der Transplantationsbeauftragte Dr. Hartmut Marquart begleiteten den Tross von Großlangheim bis Kitzingen. Nach einer Kaffeepause ging es unter Begleitung einer Gruppe der Uni-Klinik Würzburg auf die letzte Etappe.

Informationen zur Organspende gibt es im Internet unter: www.dso.de/

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