Abtswind

Ganze Familie kümmert sich um "Erich"

Gemeinde würdigt Leistungen: Das Bild zeigt (von links) Heidi, Lydia, Anne und René Sauerhammer, Michaela Zacharova, Bürgermeister Jürgen Schulz, Barbara und Johanna Geiger. Foto: Gerhard Krämer

Viele Bürger, darunter auch neu dazu gekommene, begrüßte Abtswinds Bürgermeister Jürgen Schulz beim Neujahrsempfang im Haus des Gastes. Dabei gab es wieder Anerkennungen für schulische Leistungen sowie für soziales Engagement.

Gerade beim sozialen Engagement kommen immer wieder schöne Geschichten an die Öffentlichkeit. War es im vergangenen Jahr ein kurzfristiger Lehramtsstellentausch, so würdigte Bürgermeister Jürgen Schulz heuer das Engagement der Familie Sauerhammer um einen polnischen Arbeiter. Dieser hatte sich im Oktober auf den Weg nach Abtswind gemacht. Eine aufmerksame Bürgerin hatte Kirche und Gemeinde darauf hingewiesen, dass an der Bushaltestelle bei der Kelterhalle schon den ganzen Tag über ein Mann sitze.

Pfarrerin Beate Krämer und Bürgermeister Jürgen Schulz erfuhren dann von diesem, dass er schon vor 20 Jahren in Abtswind gearbeitet habe und wieder Arbeit suche. Kurz entschlossen wurde Erich, wie er sich nannte, sein richtiger Name lautet Jaroslaw Garus, im Jugendraum der Gemeinde einquartiert und mit Essen und Trinken versorgt.

Ganze Familie suchte nach Arbeit für "Erich"

Der Gemeindearbeiter René Sauerhammer versuchte dann Näheres über den Mann herauszubekommen. Die ganze Familie, Christel und Helmut Sauerhammer, Heide und René Sauerhammer sowie deren Kinder Lydia und Anne kümmerten sich fortan um "Erich" und suchten nach möglichen Arbeitsplätzen für ihn.

Als er dann beim Einwohnermeldeamt angemeldet werden sollte, kam eine Suchmeldung auf den Bildschirm. Seine Tochter, die an der holländischen Grenze wohnt, hatte diese veranlasst. "Erich" war nämlich bei seiner zweiten Tochter in Danzig "ausgebüxt". Er hatte sich in den Zug gesetzt und sei dann irgendwie bis nach Abtswind gekommen, erzählte Schulz. Er habe hier wie vor 20 Jahren arbeiten wollen. René und Heidi Sauerhammer hätten "Erich" dann zur Tochter gebracht. Das Ganze habe sich über drei Wochen hingezogen.

Zwei Schwestern für Erfolge geehrt

Geehrt wurde auch Johanna Geiger. Sie hatte beim Kunstpreiswettbewerb des Landkreises im Bereich Literatur den zweiten Platz in der Altersgruppe elf bis 13 Jahre belegt. Ausgezeichnet worden war ihr Beitrag "Mission Erde", in dem sie das gerade aktuelle Thema der Umweltverschmutzung aufgegriffen hatte.

Ihre Schwester Barbara Geiger wurde für ihren Erfolg beim Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen geehrt. Als Schulsiegerin der Mädchenrealschule Volkach war sie zum Kreisentscheid eingeladen worden, wo sie den zweiten Platz belegte. Vorgelesen werden mussten bekannte und fremde Texte.

Eine Auszeichnung erhielt auch Michaela Zacharova, die im Juli 2015 in die Deutsch-Klasse der Mittelschule Wiesentheid gekommen war. Nach eineinhalb Jahren war sie bereits in den Mittleren Reife-Zug gewechselt. Etwa ein Jahr später absolvierte sie den Qualifizierten Mittelschulabschluss mit einem Schnitt von 1,8. Die zehnte Klasse beendete sie als Zweitbeste ebenfalls mit 1,8. Am Gymnasium möchte sie nun ihr Abitur machen.

Neun Knöllchen im Stämmbauersweg 

Bürgermeister Schulz stellte die wichtigsten Projekte in 2019 und für 2020 vor. Er berichtete unter anderem, dass erst Geschwindigkeitskontrollen im Stämmbauersweg den gewünschten Erfolg gebracht hätten. Neun Knöllchen hätte es gegeben. Der neue Kindergarten soll am 28. Juni eingeweiht werden. Umgesetzt werde das Parkraumkonzept, zuerst in der Greuther Straße. Erschlossen werden soll ein neues Gewerbegebiet.

Bei der Bürgerversammlung am 23. April werden die Projekte genauer vorgestellt. Die Neubürger hatten auch die Möglichkeit, mit Vertretern der Vereine in Kontakt zu treten. Musikalisch bereicherte der Kirchenchor den Neujahrsempfang.

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