Kitzingen

Glosse: Herumgurken im Winter, Luftttaxi statt Steigerwaldbahn

Gurken wir künftig im Winter auf den Straßen herum? Wird die  Steigerwaldbahn von einer Seilbahn ersetzt? Und warum müssen Automatik-Fahrer aufpassen? Unser Wochenrückblick.
Am Mittwoch kam der erste Schnee – und schon setzte die Diskussion ein, wie umweltverträglich der Winterdienst sein kann.
Am Mittwoch kam der erste Schnee – und schon setzte die Diskussion ein, wie umweltverträglich der Winterdienst sein kann. Foto: Siegfried Sebelka (Archiv)

Am Mittwoch hat sie zart angeklopft, die Frau Holle. Über Nacht kam der erste Schnee über das Kitzinger Land und schon keimten die ersten Diskussionen auf, wie umweltverträglich denn der Winterdienst sein könnte/sollte/müsste.  Gesalzene und gepökelte Straßen – das ruft in diesen sensiblen Umweltschutz-Zeiten umgehend kritische Geister auf den Plan. 

Eine mögliche Lösung, wie der Winterdienst in Bayern nachhaltiger und das 23 000 Kilometer umfassende Straßennetz im Winter betreut werden könnte, kommt jetzt von der Bayerischen Staatsbauverwaltung. Wir reden immerhin von  jährlich über 300 000 Tonnen Streusalz.

Pilotprojekt startet im Winter

Die Lösung: Sole aus der Gurkenproduktion. Das Abwasser der Gurkenhersteller wir einfach einer Zweitverwertung zugeführt.  In diesem Winter startet zunächst in Niederbayern ein Pilotprojekt, das mal eben 700 Tonnen Salz und 4,9 Millionen Wasser einsparen soll.

Wenn es also demnächst auf den Straßen nach Gurke riecht - es liegt nicht an Ihnen. Und wenn jemand vor Ihnen gerumgurkt – das muss so sein. Und bitte: Falls jetzt einer eine umwerfende Idee hat, womit in Franken umweltverträglich die Straßen vom Eis befreit werden könnten, möge er damit nicht hinter dem Streusalz-Berg halten.

Zukunft für die Steigerwaldbahn?

Bleiben wir noch ein wenig beim Thema Verkehr. Diese Woche ging es einmal mehr um die Steigerwaldbahn. Der Landkreis Kitzingen kann sich durchaus eine Zukunft für die Bahn vorstellen, auch wenn gerade durch den Abbau der Gleise das natürliche Ende in Kitzingen abhanden kommt. Eine Studie soll jetzt erst einmal klären, welches Potenzial die Reaktivierung der Bahn denn in der Zukunft haben könnte.

Gleichzeitig entwickelt sich parallel ein Ideenwettbewerb, wie sich die Strecke vielleicht auch anderweitig nutzen ließe. Die CSU könnte sich autonome Busse vorstellen. Andere würden sich über einen neuen Schnellweg für Radfahrer freuen. Wieder andere können die Diskussion gar nicht verstehen, weil wir bekanntlich unmittelbar vor dem Zeitalter der Lufttaxis stehen. Es soll sogar schon eine Seilbahn ins Spiel gebracht worden sein – oder verwechseln wir da gerade etwas?

Die Ruhe nach der Stille

Jedenfalls gab es verkehrstechnisch ein ordentliches Rumoren in der vorweihnachtlichen Zeit. Weshalb wir zur allgemeinen Beruhigung an Karl Valentin erinnern möchten, der es schon immer wusste: Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird es auch wieder ruhiger.

In aller Ruhe deshalb zum Abschluss noch ein Hinweis an die gurkenduftumwehten Autofahrer, die ein Automatik-Fahrzeug besitzen: Bitte aufpassen, 2020 wird ein Schaltjahr.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Kitzingen
  • Frank Weichhan
  • Autofahrer
  • CSU
  • Franken (Bayern)
  • Frau Holle
  • Karl Valentin
  • Omnibusse
  • Radfahrer
  • Seilbahnen
  • Straßennetz
  • Verkehr
  • Verkehrstechnik
  • Winter
  • Winterdienste
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!