Prichsenstadt

Grüne gründen in Prichsenstadt 50. Ortsverband in Unterfranken

Sie stehen für den 50. Ortsverband der Grünen in Unterfranken: Die beiden Sprecher Guido Saremba und Maria Keil sowie Ingrid Mehlert (Schriftführerin). Foto: Guido Chuleck

Das dürfte als Fußnote in der Geschichte der Partei "Die Grünen" des Bezirks Unterfranken eingehen: im Gasthof Zur Krone in Brünnau gründete sich der 50. Ortsverband im Bezirk. Mit jeweils 100 Prozent wurden Maria Keil und ihr Ehemann Guido Saremba zu den beiden Sprechern (Vorsitzende) sowie Ingrid Mehlert (Schriftführerin) gewählt. Der Wahlvorgang, geleitet vom Bezirksgeschäftsführer Volkhard Warmdt, war in wenigen Minuten gelaufen, denn die drei sind die bislang einzigen Mitglieder des Ortsverbandes, was laut Satzung der Grünen für die Gründung ausreicht. Eines der ersten Ziele: eine Kandidatenliste für die Kommunalwahl 2020 aufstellen.

Zur Gründung des Ortsverbandes waren auch der Landesvorsitzende, Eike Hallitzky (München) sowie die Bezirksvorsitzende Simone Artz (Würzburg-Stadt) erschienen. Wegen einer Zugverspätung verpassten beide zwar die eigentliche Wahl, doch der Landesvorsitzende stärkte allein durch seine Anwesenheit dem neuen Vorstand den Rücken.

Maria Keil (43) ist mit Mann und zwei Kindern vor einem Jahr von Berlin nach Prichsenstadt umgesiedelt und arbeitet in der Forschung an der Universität Würzburg. "Allein von daher ist der Ausbau des ÖPNV interessant", sagte sie in der Vorstellungsrunde, "auch wegen einer fehlenden Zuganbindung." Weitere für sie wichtige Themen sind die Wasserqualität in Prichsenstadt und auch wohin welche und wieviel Fördergelder fließen.

Söders Feuerwerk

Ihr Ehemann Guido Saremba (41) ist Musiker und arbeitet als Gitarrenverkäufer in Burgebrach. Eines seiner Ziele ist das "gesunde Leben und dafür die Voraussetzungen zu schaffen". Die Schriftführerin Ingrid Mehlert (57) engagiert sich unter anderem im Verein Alt Prichsenstadt, und mit Ehemann Volker bewohnt sie eins von ihnen liebevoll hergerichtetes Einzeldenkmal in der Altstadt. Als Künstlerin und Inhaberin einer Galerie will sie sich verstärkt um Kinder und Erwachsene in der Kunst kümmern, und insgesamt wünscht sie sich, dass sich die Stadt weiterentwickeln solle.

In seiner Rede vollbrachte Hallitzky als Grüner das Kunststück, die CSU zu loben – wenn auch nur in einem Punkt: "Die CSU ist bayernweit in nahezu jedem Ort präsent." Grüne Themen würden mehr und mehr ins Interesse der Bevölkerung gerückt, "man denke nur an das Volksbegehren zur Rettung der Bienen". Insgesamt sollen, so sein Wunsch, die Grünen "einladend werden für die Bürger, nicht wie Markus Söder und sein Feuerwerk, denn ein Feuerwerk ist auch schnell wieder abgebrannt".

Steigerwaldbahn nicht "Pillepalle"

Direkt nach seiner Rede fuhren Hallitzky und Artz zur Gründung des Ortsverbandes in Gochsheim (Lkrs. Schweinfurt) am selben Abend. Am liebsten mit der Bahn, "in Prichsenstadt einsteigen, in Gochsheim aussteigen". Die heftig umstrittene Reaktivierung der Steigerwaldbahn sieht Hallitzky daher "nicht als Pillepalle, sondern als unverzichtbares Rückgrat der Region und sinnvolle Alternative zum Auto."

Der erste öffentliche Stammtisch der Grünen in Prichsenstadt ist auch schon terminiert: Sonntag, 20. Oktober, 18 Uhr, voraussichtlich im "Grünen Baum" in Prichsenstadt. Genaueres wird rechtzeitig bekanntgegeben. Dort können auch die in Brünnau von den Bürgern angesprochenen Themen weiter behandelt werden, etwa der "vor sich hin darbende Tourismus" und – natürlich – die Steigerwaldbahn.

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