KITZINGEN

Häckselplatz: Großes Aufräumen vor dem Aus

Letzte Räumaktion vor der Schließung: Schweres Gerät ist derzeit auf dem Häckselplatz in Repperndorf im Einsatz. Der Platz direkt an der Bundesstraße 8 wird geräumt und dann geschlossen.
Letzte Räumaktion vor der Schließung: Schweres Gerät ist derzeit auf dem Häckselplatz in Repperndorf im Einsatz. Der Platz direkt an der Bundesstraße 8 wird geräumt und dann geschlossen. Foto: Siegfried Sebelka

Der Häckselplatz in Repperndorf ist vor zehn Jahren eingerichtet worden. Der Platz neben der Bundesstraße 8 und die Probleme damit waren Themen in fast jeder Bürgerversammlung. Jetzt kommt das Aus für die Anlieferung von Strauch- und Baumschnitt in Kitzingens kleinstem Stadtteil.

Derzeit sind zwei Radlader und ein leistungsstarker Häcksler im Einsatz, um das übers Jahr angelieferte Grüngut aus den Gärten zu verkleinern und abzufahren. Wenn das Häckselgut weg ist, wird der Platz geschlossen. Wie Hilmar Hein als Leiter der Tiefbauabteilung im Kitzinger Rathaus sagte, wird dann keine Anlieferung mehr möglich sein.

Beschluss des Stadtrats

„Wir setzen damit einen Beschluss des Stadtrats um“, sagte Hein zur Schließung des Platzes. Der hatte nach der Bürgerversammlung im Frühjahr und den Klagen über illegale Ablagerungen die Schließung zum 1. Dezember 2018 beschlossen. Auch wenn es danach eine Unterschriftenliste für den Erhalt des Platzes gab, der Stadtrat bestätigte im Oktober mit klarer Mehrheit den Beschluss vom Mai. Dahinter stand die Erkenntnis, dass die Probleme wie die illegale Anlieferung von Gartenabfällen durch Firmen ohne finanziellen Aufwand nicht in den Griff zu bekommen sind. Die Alternative, das Gelände einzuzäunen und zu überwachen, war aus Kostengründen kein Thema. „Das ist wirtschaftlich nicht vertretbar“, sagte Oberbürgermeister Siegfried Müller in der Vergangenheit mehrfach.

Das heißt für die rund 700 Repperndorfer, sie müssen künftig ihre Gartenabfälle – wie alle anderen Kitzinger auch – im Kompostwerk im Klosterforst zwischen Großlangheim und Hörblach abliefern.

Weil diese zentrale Abgabemöglichkeit von Grüngut rund zehn Kilometer weit weg ist, gibt es den Platz in Repperndorf überhaupt. 2007 hatten die damaligen Repperndorfer Stadträte Rosemarie Richter, Friedrich Haag, Klaus Jeschke und Erwin Müller und mit ihnen 85 Unterzeichner einer Unterschriftenliste einen Häcksel- oder Grüngutplatz gefordert. Den hatte die Verwaltung kurz vorher noch aus „grundsätzlichen Erwägungen und weil kein geeignetes Grundstück zur Verfügung steht“ abgelehnt.

Dann wurde das Grundstück an der B 8 gefunden. Es kam zu einem Probelauf. Der Platz wurde zur Dauereinrichtung und zum Dauerthema in den jährlichen Bürgerversammlungen. Dabei ging es nicht nur um die rund 5000 Euro, die für die Entsorgung Jahr für Jahr aufgewendet wurden. Hauptproblem waren immer wieder Ablagerung, die nichts mit Strauch- oder Baumschnitt, also mit Häckselgut, zu tun hatten.

Beschwerden von Anliegern

Dazu kamen Klagen und eine Unterschriftenliste von Anliegern, dass die Öffnungszeiten nicht beachtet wurden. Und immer mehr Gewerbetreibende hatten den Platz für sich entdeckt, um Gebühren im Klosterforst zu umgehen.

Die Erkenntnis am Ende fasste Oberbürgermeister Siegfried Müller in der Bürgerversammlung so zusammen: „Die Zustände sind aus dem Ruder gelaufen. Aber ein Missbrauch lässt sich ohne Zaun und Kontrolle nicht in den Griff bekommen.“ Das aber war dem Stadtrat zu teuer. Die Schließung ist die Folge.

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