CASTELL

Himmelhoch und noch viel weiter

x       -  Acryl-Mischtechniken zeigt die Iphöfer Künstlerin Carin Kestel im Rathaus in Castell (hier vor ihrem Bild: „Kleine Tischgesellschaft“).
Acryl-Mischtechniken zeigt die Iphöfer Künstlerin Carin Kestel im Rathaus in Castell (hier vor ihrem Bild: „Kleine Tischgesellschaft“). Foto: ELISABETH VERSL-WAAG

„Erdtief und Himmelhoch“ hat Carin Kestel ihre Ausstellung im Casteller Rathaus überschrieben. „Erdtief und Himmelhoch“ ist auch der Titel eines ihrer Texte: „Erdtief, meine Wurzeln, in der Heimat, in Franken, im Landleben. – Erdtief und himmelhoch zugleich, mein Lachen, mein Weinen, Singen und Tanzen, . . .

Es sind Gedankensplitter, Momentaufnahmen, die sie aufschreibt, erzählte die Iphöfer Künstlerin in ihrer Einführung am Samstagabend. Danach gefragt, ob sie lieber schreibe oder male, sagt sie, sie wisse es nicht. Beides hat sie studiert und Kunst und Literatur wechseln sich seit mehr als 40 Jahren ab.

Das Konzept für die Ausstellung sei bei der Arbeit an dem großformatigen Bild „Himmelhoch und weiter“ entstanden, erklärt Carin Kestel. Es sollte einen Bezug haben über das Erlebte hinaus, im Sinne von „Hinterm Horizont geht?s weiter“. Der dazu gehörige Holzwürfel „Erdtief“ zeigt etwas Bodenständiges, Wurzeln, keine realen Szenen.

Sie sei auch eine Sammlerin, verrät sie in sehr persönlichen einführenden Worten. So könne man manches Fundstück in ihren Werken wiederfinden. Erst auf den zweiten Blick entdeckt der Betrachter, dass die Federn des „Ikarus“ aus Papierstreifen bestehen. In ihren Bildern in Acryl-Mischtechnik sind verschiedenste Materialien mit eingearbeitet, wie Karton, Tapetenreste, Seide oder auch Samenkapseln, Rinden und Wurzeln. Mal lässt sie phantasievolle Blumenranken in zartgrünen Vasen (aus Seide) entstehen, mal reine Farbspiele im „Großen Blau“.

Am Beispiel von zwei Würfeln erzählt die Künstlerin die zugrunde liegende Geschichte von „Weg 1 und 2“. Seite 5 zeigt etwa ein Frauengesicht, Seite 6 eine Blüte als Zeichen der Vergänglichkeit oder Neuanfang. Auf dem anderen Würfel wird wieder eine Frauengestalt mit Tuch sichtbar, eine Frau auf der Flucht, wie vor 2000 Jahren, in einem dunklen Wald.

Autorenlesung in Castell

Ulrike und Hans-Adam von Schultzendorff von der Casteller Kulturgemeinde laden außerdem parallel zu dieser Ausstellung zu einer Autorenlesung mit Thomas Melle ein. Der Autor liest aus seinem Buch „3000 Euro“, mit dem er 2014 für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Melle stellt sich der unmittelbaren Gegenwart, den sozialen Verwerfungen, den Desillusionierungen der in die Wohlstandsverwahrlosung hineinwachsenden Generation.

Autorenlesung am 15. September, 20 Uhr im Rathaus in Castell: Karten zu 10 Euro (inklusive Schoppen) unter: office@castell-kulturgemeinde.de und an der Abendkasse. Die Ausstellung ist noch geöffnet am 19. und 20. September, 14 bis 18 Uhr.

x       -  „Himmelhoch und weiter“ ist der Titel des großen Bildes von Carin Kestel, das sie in ihrer Einführung zur Ausstellung erläuterte.
„Himmelhoch und weiter“ ist der Titel des großen Bildes von Carin Kestel, das sie in ihrer Einführung zur Ausstellung erläuterte. Foto: ELISABETH VERSL-WAAG

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