Albertshofen

Höpper feiern 30 Jahre Brauchtumsverein und 130. Wasenziehen

Ein schönes Gruppenbild gaben die Wasentanz-Paare auch im vergangenen Jahr ab. Heuer wird der Traditionstanz in 130. Auflage aufgeführt. Foto: Hartmut Hess

Gleich mehrfach Grund zum Feiern haben heuer die Albertshöfer anlässlich ihrer Traditionskirchweih, die sie als "schönste Kerm im Meegrund" bezeichnen: Die Martini-Kerm wird vom 8. bis zum 12. November gefeiert. Gefeiert werden in diesem Herbst auch die Ausrichter des Kerm für 30 Jahre Brauchtumsverein, das 130. Wasenziehen und die 70. Ausgabe der Kerwazeitung.

Die Kerm startet am Freitag, 8. November, mit dem Kirchweihessen in den örtlichen Gasthäusern. Die Kirchweihburschen stellen Kirchweihbäume auf. Am Samstagabend steigt ab 21 Uhr in der Gartenlandhalle der Beatabend mit der Coverband Snow. Der Kirchweihmzug startet am Sonntag um 13.30 Uhr  und Oberbursch Patrick Uhl bedankt sich bei den Gärtnerbetrieben und der Gartenbauzentrale mit Albert und Gundel für die Überlassung von Gemüse.

Ziel des Umzugs am Gemeindehaus

Der Umzug mit Vorreiter hat sein Ziel am evangelischen Gemeindehaus, dort werden die Kirchweihfässer ausgegraben und Christoph Bayer trägt anschließend die Kirchweihpredigt vor. Wer nichts aus dem Dorfgespräch verpassen will, sollte sich die Kerwa-Zeitung kaufen, die es heuer in 70. Ausgabe gibt. Darin sind neben der "Kerwaräid" viel Wissenswertes und Anekdoten aus dem Dorfgeschehen und auch hintersinnige Reime zu lesen.

Die erste "Kerwaräid" stammte aus der Feder von Konrad Hofmann. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Kerwa-Zeitung dienen, wie immer, zur Finanzierung der Kerm und die Geschichten bieten den Lesern eine Art Jahreschronik. Die erste Ausgabe datierte aus dem Jahr 1948. Verantwortliche Herausgeber waren damals Erich Guth und Hans Will, für den Druck sorgte Viktor Kissinger aus Kitzingen. Die Kerwa-Zeitung umfasste anfangs vier Seiten und die meisten Artikel stammten vom Lehrer und Mundartdichter Hanns Rupp, der in Mainstockheim geboren wurde, aber auch in Albertshofen unterrichtete. Nach ihm wurde eine Straße in Albertshofen benannt.     

Im Jahr 1948 erschien die erste Kerwa-Zeitung in Albertshofen. So sah damals das Titelblatt der Premieren-Ausgabe aus. Foto: Hartmut Hess

Am Montagabend geht es wieder in die Gartenlandhalle, dort spielen ab 20 Uhr Hanns Heiligenthal und seine Fränkischen Straßenmusikanten zum Rundtanzabend auf. Der Kirchweihgottesdienst ist für den Montag, um 9.30 Uhr, anberaumt und um 13.30 Uhr startet das Schubkarrenrennen im "Gassla" an der Kirchstraße. Abends ab 20 Uhr  spielen die Großlangheimer Musikanten ebenfalls in der Gartenlandhalle auf.

Veranstalter der Höpper-Kerm ist seit genau 30 Jahren der Brauchtumsverein mit seinem heutigen Vorsitzenden Philipp Wenkheimer. Der Verein war 1989 aus der Taufe gehoben worden, um die Zukunft der Kirchweih aus Sicht der Haftung und des Steuerrechts zu sichern. "So waren die Abteilungsleiter nicht mehr in der Haftung und der Verein wurde vom Finanzamt  als gemeinnützig anerkannt", erinnerte Philipp Wenkheimer.

Finaler Höhepunkt ist das Wasenziehen

Unter dem Dach des Brauchtumsvereins sind die Kirchweihburschen, die Göikerer und die Theatergruppe vereint und Michael Kraft fungierte als Gründungsvorsitzender, während Michael Kraft in der Burschenschaft und Thomas Hollenbacher für die Göikerer als Abteilungsleiter verantwortlich zeichneten.

Den finalen Höhepunkt der Höpper-Kerm bildet das Wasenziehen am Dienstag, das heuer in 130. Auflage stattfindet. Unverheiratete Paare ziehen auf die Lohwiese an der Gartenlandhalle und tanzen ab 13.30 Uhr traditionsgemäß eine große Polonaise. Dieser Brauch hat seinen Ursprung im Jahr 1882. Der damalige Bürgermeister Johann Kaspar Uhl hatte den Plantanz nach einem Hochwasserereignis nämlich abgesagt und die Kirchweihburschen waren kurzerhand aus dem Ort ausgewandert und tanzten dort ohne Bänderbaum eine Polonaise.

Bis 1982 war der Standort dafür in der Kitzinger Straße, ehe das Wasenziehen auf die Lohwiese neben die neu gebauten Gartenlandhalle verlegt wurde. Die Bänder an den Anzugsjacken verraten einiges über ihre private Situation: demnach zieht einer ein letztes Mal über die Lohwiese, wenn er nur grüne Bändchen trägt, denn dieses verraten, dass vor der nächsten Kerm die Hochzeit folgt. Die Wasenbräute halten kleine Rosmarinsträuße in ihren Händen, worum sich Mythen ranken. In der Literatur wird der Rosmarin als Pflanze der Liebe bezeichnet und andere sehen ihn als Symbol der Fruchtbarkeit.

Dem Wasentanz schließt sich das Göikerschlagen an, bei dem die Teilnehmer mit verbundenen Augen mit fallenden Holzstangen Tontöpfe treffen müssen. Diese Gaudi organisieren die Göikerer, das sind bereits verheiratete Wasenburschen, mit ihrem Ober-Göikerer Dirk Reidelbach. Abends ab 19 Uhr spielt die Band Let`s Dance zum Kehraus auf. 

Mit bunten Bändern an der Jacke kommen die Männer zum Wasentanz und ihre Wasenbräute halten Rosmarinzweige in den Händen. Foto: Hartmut Hess

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