Wiesenbronn

Hofmann zum Bürgermeisterkandidaten Wiesenbronns nominiert

Winzer Mario Hofmann sieht Wiesenbronn auf dem absteigenden Ast – und möchte das ändern. Als Bürgermeister will er seinen Heimatort aus dem Schneewittchenschlaf wecken.
Die erste Hürde ist genommen: Versammlungsleiter Willi Mix gratuliert Mario Hofmann (links) zur Nominierung als Bürgermeisterkandidat. Foto: Alexander Rausch

Mario Hofmann möchte Bürgermeister von Wiesenbronn werden und seinen Heimatort aus dem, wie er meint, seit Jahren währenden Schneewittchenschlaf erwecken. Den ersten Schritt dazu hat der 38-Jährige auf der Nominierungsversammlung der Freien Bürger Wiesenbronn gemacht, die ihn einstimmig zum Kandidaten bestimmten. Jetzt fehlen dem gelernten Winzer noch 50 Unterstützer-Unterschriften, damit er sich auch zur Wahl stellen darf.

Brechend voll war der große Saal im Weingasthof Schwarzer Adler. Rund 100 Wiesenbronner waren gekommen, um zu hören, was Hofmann zu sagen hat beziehungsweise in den kommenden Jahren verbessern möchte. Es war einiges, was dem zweifachen Familienvater, der in der Schulgasse den elterlichen Hof sowie das Vinotel im Kellerhaus betreibt, "unter den Nägeln brennt".

Nachbargemeinden entwickelten sich weiter

Seit Jahren sei der Weinort am Fuß des Steigerwalds auf dem absteigenden Ast. Früher hätten die umliegenden Ortschaften neidvoll nach Wiesenbronn geschaut. Während in Hofmanns Heimatort jedoch in den vergangenen Jahren allerdings nur wenig vorangegangen sei, zumindest ist das der subjektive Eindruck des Winzers, hätten sich die Nachbargemeinden weiterentwickelt. Vor allem die gut funktionierende Ortsgemeinschaft müsse noch näher zusammenrücken, um die aktuellen Probleme zu lösen.

Dabei möchte Hofmann im neuen Bürgerhaus den Ortskern wiederbeleben. Zwar ist das aus seiner Sicht leider schon in den Endzügen der Planung ist, denn der 38-Jährige hätte einen anderen Standort gewählt. Ideen dafür hat er trotzdem: Ein Café für den täglichen Treff sei eine Möglichkeit, ebenso wie regelmäßige Veranstaltungen. Zudem möchte er sich umgehend um die Nahversorgung kümmern. Denn der frühere Dorfmittelpunkt, der Krämerladen, ist aufgrund der Insolvenz des vorherigen Inhabers seit geraumer Zeit geschlossen. Ein unzumutbarer Zustand, findet Hofmann und spricht den Anwesenden aus der Seele.

Tempo 30 innerorts als Ziel

Auch die Attraktivität des Weinorts möchte der Ur-Wiesenbronner, der in seinem Heimatort geboren und zum Kindergarten und der Schule gegangen ist, steigern. Dazu soll der Schwerlastverkehr durch ein mögliches Durchfahrtsverbot möglichst schnell verschwinden und das Tempo innerorts auf 30 km/h verringert werden. "Das ist in anderen Orten möglich. Warum nicht auch bei uns?", findet Hofmann. Davon profitiere auch der Tourismus, der in der Vergangenheit immer mehr eingeschlafen sei und sich in Nachbarorte verlagere. Schließlich sei die Kulturlandschaft einzigartig.

Ganz oben auf Hofmanns Agenda stehen auch die Kläranlage, bei der ebenfalls einiges versäumt wurde, und ein neuer Flächennutzungsplan, mit dem ein mögliches neues Gewerbegebiet und weitere Bauplätze einhergehen. Auch infrastrukturelle Themen wie Breitbandausbau oder den stiefmütterlich behandelten öffentlichen Nahverkehr sowie ein Vorantreiben der Energiewende brachte Hofmann zur Sprache.

Sehr angeregte Fragerunde

Rund eine Stunde referierte der gelernte Winzer, der bei einer Wahl das Amt mindestens halbtags ausführen würde. Auch aufkommende Fragen in der anschließenden, sehr angeregten Fragerunde beantwortete er ausführlich und souverän. So durfte Versammlungsleiter Willi Mix Hofmann wenig später auch zur einstimmigen Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten gratulieren. Ob er letztlich dann auch auf dem Stimmzettel steht, entscheiden nun die Bürger. Denn Hofmann benötigt noch 50 Unterstützer-Unterschriften, da die unterstützende Gruppierung Freie Bürger neu ist. Die Listen zur Eintragung liegen bis 2. Februar im Rathaus aus.

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