Volkach

Im ungewissen Volkacher Haushalt steht die schwarze Null

Einen Haushalt ohne neue Schulden zu planen ist erfreulich für eine klamme Stadt wie Volkach. Gleichzeitig macht der ungewisse Ausgang der Corona-Krise dem Stadtrat Sorgen.
Besondere Umstände im Volkacher Stadtrat: Wegen der Corona-Pandemie tagte das verkleinerte Gremium am Donnerstagabend als Ferienausschuss im Festsaal des Volkacher Schelfenhauses.
Besondere Umstände im Volkacher Stadtrat: Wegen der Corona-Pandemie tagte das verkleinerte Gremium am Donnerstagabend als Ferienausschuss im Festsaal des Volkacher Schelfenhauses. Foto: Barbara Herrmann

Einen Plan zu machen für die Zukunft  ist in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ein schwieriges Unterfangen. Der Volkacher Stadtrat hat dennoch zügig den Haushalt für das laufende Jahr durchgewunken, wenn auch unter Vorbehalt und besonderen Bedingungen. Denn die Sitzung fand nicht wie üblich im historischen Rathaus statt, sondern der Ferienausschuss traf sich im Festsaal des Schelfenhauses. So konnte der notwendige Abstand von mindestens eineinhalb Metern garantiert und die Öffentlichkeit zugelassen werden.

Neben dem Ort war auch die Vorgehensweise ungewöhnlich. Normalerweise machen die Volkacher das in drei Schritten: 1. Zukunftsseminar an einem Tagungsort in Bayern; 2.  Haushaltsberatungen; 3. Reden der Fraktionen und Beschluss. In Zeiten der Corona-Pandemie galt nun: Aus drei mach eins. Und das, obwohl man die Verteilung der Einnahmen und Ausgaben für das laufende Jahr gerne gemeinsam mit den neuen Stadtratsmitgliedern besprochen hätte. Das sei "gute Sitte", sagte Bürgermeister Peter Kornell, falle diesmal aber leider weg. Immerhin waren mehrere von ihnen als Zuhörer anwesend.

Ungewissheit bei Steuereinnahmen

Größtes Problem, vor dem nun vermutlich alle Kommunen stehen: Wie werden sich Gewerbesteuer und der Anteil an der Einkommenssteuer entwickeln, sollte der Corona-Krise eine längere Wirtschaftskrise folgen? "Die Ungewissheit ist einfach zu hoch", sagte Kornell. Darum sei im aktuellen Haushalt vor allem vorgesehen, was weitergehen muss.

Dazu zählen der Straßenbaumaßnahmen wie die Ortsdurchfahrt Krautheim, die Josef-Wächter-Straße und die Behelfsstraße für den Aldi-Kreisel. Zudem müssen noch die restlichen 350 000 Euro für die Generalsanierung des Hallenbades bezahlt werden. Als größte Posten bei den Investitionen aufgelistet sind zudem die Wasserversorgung (508 000 Euro), der Neubau des Feuerwehrhauses Dimbach (382 000 Euro), die Erweiterung des Kindergartens Obervolkach (250 000 Euro) und  Entlastungsparkplätze für die Altstadt (230 000 Euro).

Feuerwehrbedarfsplan und Freibadsanierung

Kurz diskutiert wurden umstrittene Punkte wie der Feuerwehrbedarfsplan, den der designierte Bürgermeister Heiko Bäuerlein (CSU) ansprach. Dieser sei "weitgehend fertiggestellt", antwortete Kornell. Der neue Sachbearbeiter könne das beenden. Zudem sprach der Bürgermeister selbst das in Krautheim mögliche, neue Baugebiet an: "Die Eigentümer der Flächen sind bereit, zu verkaufen." Der neue Stadtrat müsse entscheiden, wie das finanziert werden soll. Und Jochen Flammersberger (Bürgerliste) bekam auf die Frage nach einem neuen Feuerwehrauto die Antwort, dass der kleine Pritschenwagen ersetzt werden soll. Ebenfalls im Haushalt vorgesehen sind 25 000 Euro an Planungskosten für eine mögliche Freibadsanierung.

Das macht insgesamt Investitionen in Höhe von rund fünf Millionen Euro. Mit einem Gesamtvolumen von 23,2 Millionen Euro umfasst der Haushalt somit knapp 2,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Für den Verwaltungshaushalt geplant sind 17,85 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt ist mit 5,35 Millionen Euro angesetzt. Diesen "Haushalt im Galopp", so der Bürgermeister, nahm der Ferienausschuss einstimmig an.

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