IPHOFEN

Immer schwieriger und teurer

Treue Mitglieder: CSU-Ortsvorsitzender Jörg Schanow (links) und Bezirksrätin Christine Bender (rechts) ehrten Baldwin Knauf, Heinrich Wirsching, Ferdinand Schubert, Dieter Sturm, Hans Muth, Claus Fischer, Johann Arnold und Siegfried Frieß für ihre langjährige Mitgliedschaft. Foto: GERHARD KRÄMER

Sehr kontrovers, teils hitzig, diskutierte die CSU in ihrer Mitgliederversammlung den Umbau und die Erweiterung der alten Schule in Iphofen zu einem Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum. So mancher fragte sich auch, ob es nicht besser gewesen wäre, das Gebäude abzureißen.

CSU-Ortsvorsitzender und dritter Bürgermeister Jörg Schanow räumte ein, dass das Bauprojekt immer schwieriger und immer teurer werde. Es gebe Probleme mit der Statik und den Gewölbekellern. Stadtratsmitglied Franz Brosch erinnerte daran, dass man eigentlich das Gebäude habe erhalten wollen. Da habe niemand gedacht, dass man nur noch die Mauern stehen lasse. „Es muss wohl jetzt eine neue Kalkulation her“, diagnostizierte Brosch. Dem stimmte Baldwin Knauf (Stadtratsmitglied bis 2008) zu, sonst „haben wir hier in Iphofen unseren Berliner Flughafen“. Stadtrat und Verwaltung sollten sich überlegen, welcher Weg der sinnvollste für das Projekt sei.

„Kitzinger Verhältnisse wollen wir hier nicht.“
Klaus Brehm, Stadtratsmitglied in Iphofen

Heftig kritisiert wurde in der Versammlung, dass die Bürger nicht mit einbezogen würden und jeder nur Gerüchte wisse. Das sei nicht in Ordnung ob der zweistelligen Millionensumme und der Bedeutung des Gebäudes für Iphofen. Das Projekt müsse immer wieder neu bewertet werden, hieß es. Schanow betonte, da sehr viel Kritik an der Stadtspitze geäußert wurde, dass die Mehrheit der Iphöfer erwarte, „dass wir das sachlich austragen zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger“. Klaus Brehm stimmte dem zu, denn „Kitzinger Verhältnisse“ wolle er im Iphöfer Stadtrat nicht.

Schanow schlug vor, da noch keine Termine für die Bürgerversammlungen feststünden, das Dienstleistungszentrum zum Thema eines CSU-Bürgerforums zu machen, was auf breite Zustimmung stieß, da es sehr viele offene Fragen gebe, zum Beispiel, wie es auch mit dem Torhäuschen weitergeht.

Für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr gab Schanow eine klare Zielvorgabe: „Wir wollen besser sein als das letzte Mal und die Mehrheit der Freien Wähler brechen.“ Beschäftigen werde sich die CSU deshalb über die Schwerpunkte und eine Kandidatenliste machen. An Themen für dieses Jahr mangele es nicht, meinte Schanow und verwies neben dem Dienstleistungszentrum auf die Ludwigsbrücke, das Ärztehaus und die fehlenden Mietverträge und auf den Rückgang der Bevölkerung in den Ortsteilen.

Derzeit zählt der Ortsverband 68 Mitglieder, darunter sind 21 Frauen, informierte Schanow, der sich wünschte, wie in den vergangenen fünf Jahren in Folge auch heuer wieder Zuwachs zu bekommen. Weitergeführt werden solle die Informationsbroschüre „CSU Weinstadt Iphofen“. Vermutlich am 17. April finde die Rentamtsrede statt. Im Herbst sei eine Studienreise nach Istanbul geplant.

Bezirksrätin Christine Bender, die auch über die Struktur, die Aufgaben und die Einrichtungen des Bezirks informierte, war in der Hauptversammlung Wahlleiterin. Die Mitglieder bestätigten Jörg Schanow als Vorsitzenden. Seine drei Stellvertreter heißen Klaus Brehm, Johannes Ruck und Georg Güntner. Da Joseph Schmer nach achtjähriger Arbeit nicht mehr als Kassier zur Verfügung stand, wählte die Versammlung Michael Roßkopf zu seinem Nachfolger. Schriftführer bleibt Michael Huckle.

Spannender war es da bei den Wahlen zum Beisitzer, da sieben Kandidaten für die fünf Plätze zur Verfügung standen. Im ersten Wahlgang wurden Georg Bäuerlein, Luitgard Rügamer und Hannes Brachat. In der Stichwahl setzten sich Uwe Matheus und Franz Brosch durch. Kassenprüfer sind Anita Arnold und Marlene Bissert.

Als Delegierte in die Kreisvertreterversammlung wählten die Mitglieder Klaus Brehm, Georg Güntner, Harald Rügamer, Franz Brosch, Heike Müller, Georg Bäuerlein und Uwe Matheus. Vertreter sind Gebhard Müller, Johannes Ruck und Günter Wolfrath. Das Ergebnis der Wahlen fasste Baldwin Knauf zusammen: „Wir haben eine moderne, vitalisierte CSU – es macht Spaß, hier zu sein.“

Treue Mitglieder galt es noch zu ehren. Ortsvorsitzender Jörg Schanow überreichte den Mitgliedern eine Urkunde und Bezirksrätin Christine Bender entsprechende Ehrennadeln. Zwei Mitglieder im Ortsverband gehören der CSU schon seit 60 Jahren an. Fridolin Düring konnte an der Versammlung nicht teilnehmen, Hans Muth war jedoch da. Da die CSU damals „tot“ war, sein Bruder aber in der Jungen Union aktiv gewesen sei, „bin ich halt hingegangen und habe unterschrieben“, erzählte Huth, wie es zur Mitgliedschaft kam. Zusammen mit Fridolin Düring sei er eingetreten. Zwölf Mitglieder seien es damals gewesen, erinnert sich der 78-Jährige.

Ferdinand Schubert ist seit 45 Jahren dabei, Dieter Sturm gehört wie Johann Arnold seit 40 Jahren dazu, Baldwin Knauf seit 35 Jahren und Heinrich Wirsching seit 30 Jahren. Claus Fischer ist seit 15 Jahren und Siegfried Frieß seit zehn Jahren in der Partei.

Neu gewählt: Michael Huckle (von links), Georg Güntner, Johannes Ruck, Jörg Schanow, Michael Roßkopf und Klaus Brehm gehören dem Vorstand des CSU-Ortsverbands Iphofen an. Foto: GERHARD KRÄMER
Neu im Amt: CSU-Ortsvorsitzender Jörg Schanow (rechts) heißt Michael Roßkopf als Kassier im Vorstand willkommen. Foto: GERHARD KRÄMER

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