Wiesentheid

Infoveranstaltung in Prichsenstadt: Verkehrswende überfällig

Bruder Julian Glienke betonte in seinem Vortrag die Notwendigkeit eines Umdenkens. Alternativen zum Auto seien auch im Raum Wiesentheid mehr als nötig, so vor allem ein öffentlicher Nahverkehr in einem Takt, auf den man sich verlassen könne. Foto: Dietmar Parakenings

Der Wunsch nach einem besseren Nahverkehr mit Bus und Bahn bestimmte die Infoveranstaltung des Verkehrsclub Deutschland "Unser Nahverkehr – mit Bus & Bahn – heute & morgen" im Wiesentheider Pfarrheim. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Bruder Julian Glienke aus der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach betonte die Notwendigkeit eines Umdenkens; Alternativen zum Auto seien auch im Raum Wiesentheid mehr als nötig, so vor allem ein öffentlicher Nahverkehr in einem Takt, auf den man sich verlassen könne. Die derzeitige Situation im Landkreis, der weithin einer "ÖPNV-Wüste" gleiche, führe dazu, dass die Freiheit zum Autofahren zu einem Zwang geworden sei.

Andreas Witte setzte sich mit den Möglichkeiten einer Reaktivierung der Steigerwaldbahn auseinander und entkräftete dabei Bedenken, auf die Gemeinden kämen hohe Kosten zu. Er zeigte laut Pressemitteilung die Fördermöglichkeiten und wirtschaftlichen Chancen eines Bahnanschlusses, damit der ländliche Raum nicht abgehängt wird.

Gemeinderat Frank Hufnagel betonte die soziale Notwendigkeit eines ÖPNV-Anschlusses auch in den einzelnen Ortsteilen. Wenn es keine Verbindung zu den Arbeits-, Ausbildungs- und Studienplätzen gebe, führe das zu Abwanderung, Überalterung und dem Aussterben von Infrastruktur. Mitfahrbänke und ein Bürgerbus deckten wegen fehlender Verlässlichkeit nicht den Bedarf.

Rufsystem für den Übergang

Ein bedarfsorientiertes Rufsystem hingegen, also per Anruf eine Fahrt bis vor die Hautüre, könne für die Region als Übergangsmodell bis zur Reaktivierung der Bahnlinie dienen. Den angeblich zu hohen Kosten einer Bahn stellte er die weitaus höheren Ausgaben für den Straßenbau entgegen. Dass zudem mehr Straßen zu mehr Verkehr führten, sei bekannt und im Hinblick auf eine Verkehrswende nicht tragbar.

Angela Hufnagel, Kreisrätin aus Kitzingen, schloss die Vortragsrunde mit einer kurzen Zusammenfassung der derzeitigen Vorhaben des Landkreises Kitzingen als Aufgabenträger des ÖPNV. Demnach würden ein Rufbus sowie das 365 Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende im Jahr 2021 im Landkreis Kitzingen eingeführt.

In der Diskussion wurde von vielen Seiten betont, wie unbefriedigend die derzeitige Situation ist. Busanschlüsse klappten nicht und selbst Gerolzhofen sei am Wochenende per Bus von Wiesentheid aus nur mit viel Zeitaufwand zu erreichen. Auch die fehlenden Verbindungen über die Landkreisgrenzen hinweg wurden bemängelt.

Unterfranken braucht klimafreundliche Bahn

Der Kitzinger Alt-OB Bernd Moser hielt laut Pressemitteilung ein Plädoyer für die Reaktivierung der Steigerwaldbahn. Unterfranken sei vom Klimawandel besonders betroffen, deshalb sei es notwendig, gerade hier die klimafreundliche Bahn zu stärken.

Aus dem Publikum wurde die Frage gestellt, ob ein Busverkehr alleine nicht ausreiche. Dem wurde von vielen Seiten, vor allem auch aus dem Publikum, Beispiele entgegengehalten, wo Busverkehr gerade in Verbindung mit Bahnreaktivierungen zu einer erheblichen Steigerung der Fahrgastzahl im ÖPNV geführt hätten.

Allgemeiner Konsens der Veranstaltung war laut Pressemitteilung: Ein Umdenken muss stattfinden. Und dass die Bahnlinie so lange brach lag, fasste ein Lehrer des Wiesentheider Steigerwald-Landschulheimes, Harald Godron, in seinem Abschlussplädoyer zusammen, sei ein "Desaster" für die Region, die zukunftsweisende Infrastruktur sei die Schiene.

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