Iphofen

Iphofen schaut weiter kritisch auf Fertighäuser

Ein Mini-Fertighaus in Holzbauweise soll in einem der älteren Baugebiete der Stadt entstehen. Der zuständige Ausschuss hat nichts dagegen – wenn die Architektur stimmt.
Die Architektur von Fertighäusern - wie auf diesem Beispielfoto - bleibt in Iphofen ein viel und gerne diskutiertes Thema. Foto: Haacke

Die Debatte um „billige Fertighäuser“ hat vergangenes Jahr weit über Iphofen hinaus Wellen geschlagen. Dabei ist Bürgermeister Josef Mend in mancherlei Hinsicht missverstanden worden. Nie war im Stadtrat etwa die Rede davon, Fertighäuser in Baugebieten generell zu verbieten. Mend und manch anderem ging es eher um die Architektur der Häuser und um die Struktur von Baugebieten, speziell jenes, das demnächst am südöstlichen Stadtrand in der Einersheimer Straße entstehen soll. Nur am Rand dieses Baugebiets, also in exponierter Lage, soll es keine Fertighäuser geben.

An anderer Stelle hat der Iphöfer Bauausschuss gerade ein „Mini-Wohnhaus“ in Fertigbauweise genehmigt, wenngleich mit einigen Auflagen. Errichtet werden soll es im Mühlenweg, kaum größer als 55 Quadratmeter, als Altersruhesitz für die Mutter der Bauherrin. Es liegt in einem Gebiet, dessen Bebauungsplan laut Bürgermeister aus den 1960er Jahren stammt und Festsetzungen enthält, die „nicht mehr zeitgemäß“ seien. So ist auch zu erklären, dass sich der Ausschuss ungewöhnlich konziliant zeigte, als es um die Befreiung von gewissen Auflagen ging. Dass das Gebäude etwa außerhalb der Baugrenzen steht und kein Satteldach trägt wie die Häuser der Umgebung, sah das Gremium als nicht weiter kritisch.

Der Architekt spricht von sinnvoller Nachverdichtung

Zugestimmt hat der Ausschuss auch dem von drei auf zwei Meter verkürzten Abstand zur straßenseitigen Grundstücksgrenze, obwohl dadurch die „offene durchgrünte Bauweise“ in diesem Gebiet durchbrochen wird, wie Stadtplaner Franz Ullrich in einer Stellungnahme angemerkt hatte. Anders hätte sich das Mini-Fertighaus auf dem Areal kaum stellen lassen, ohne es direkt an das Hauptgebäude anzudocken. Architekt Walter Böhm hatte sich „im Sinne einer Nachverdichtung“ des Grundstücks für den Bau in dieser Form stark gemacht. Die Bauherrin äußerte sich in der Sitzung ähnlich.

Noch handelt es sich um eine Voranfrage, konkrete Pläne lagen dem Ausschuss nicht vor. Gleichwohl drang Stadtplaner Ullrich darauf, das Flachdach im Sinne eines „zeitgemäßen Klima- und Ressourcenschutzes zu begrünen“, was die Bauherrin in der Sitzung zusagte. Mehr Probleme könnte ihr bereiten, dass sowohl Bürgermeister als auch Stadträte einer auf Beispielfotos gezeigten Bauausführung kritisch gegenüberstanden. Die mit Blockbohlen verkleidete Fassade sehe „eher nach Sauna aus“, sagte Mend. Eine solche „Billig-Verbretterung“ sei nicht zielführend. Der Ausschuss drang auf einen „Baukörper, der der Sache gerecht wird“. Der Architekt äußerte sich zuversichtlich, das hinzukriegen.

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