Marktbreit

Jacqueline Barraud-Volk wird keine Regionalbischöfin

Am Anfang hatte es 16 Bewerber für das höchste Amt im Propstsprengel Meiningen-Suhl gegeben. Die Marktbreiter Pfarrerin war bis zuletzt im Rennen und unterlag dann.
Jacqueline Barraud-Volk stellt sich der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland vor. Das Bild entstand als Screenshot vom Live-Stream. Foto: Gerhard Krämer

Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk bleibt Marktbreit und dem Gymnasium Münsterschwarzach erhalten. In einer spannenden Wahl zum Regionalbischof für den Propstsprengel Meiningen-Suhl in Thüringen wählte die Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland bei ihrer Tagung in Erfurt im dritten Wahlgang den in Eisenach geborenen Erfurter Pfarrer Tobias Schüfer zum neuen Regionalbischof.

"Es war das letzte halbe Jahr in jeder Hinsicht eine Horizonterweiterung", sagte Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk nach der Wahl. Mit den Worten "Auf hoher See und vor Synoden ist man in Gottes Hand", sieht sie das Ergebnis und freut sich für ihren Mitbewerber, dass er im dritten Wahlgang die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten hat.

16 Kandidaten gingen ins Rennen

Jacqueline Barraud-Volk war zusammen mit Tobias Schüfer vom Bischofswahlausschuss nominiert worden. Zu Beginn der Findungsphase hatte es nach den Worten des Präses der Synode, Dieter Lomberg, 16 Personalvorschläge gegeben.

Jaqueline Barraud-Volk. Foto: Gerhard Krämer

Beide Kandidaten hatten vor der Synode Predigten gehalten, Jacqueline Barraud-Volk am 29. September in Meiningen. Am vergangenen Donnerstag stellten sich beide in je gut 20 Minuten den Synodalen vor. Anschließend teilten sich die Mitglieder der Synode in zwei Gruppen auf. Beide Kandidaten stellten sich dann abwechselnd den Fragen der beiden Gruppen. "Es ging um die Zukunft der Kirche, um die politische Situation in Thüringen, einfach um alle Themen, die aktuell sind", sagte Jacqueline Barraud-Volk im Gespräch mit dieser Zeitung.

Am Freitag früh wurde dann gewählt. Im ersten Wahlgang lag Jacqueline Barraud-Volk mit 39 Stimmen noch knapp vor Schüfer, der 36 Stimmen erhalten hatte. Im zweiten Wahlgang jedoch wendete sich das Blatt: Schüfer bekam 41 Stimmen, Jacqueline Barraud-Volk nur 34. Nach dem Wahlgesetz war die Marktbreiter Pfarrerin damit ausgeschieden. "Das ist bei Synoden nun einmal so", sagte sie. Schüfer musste sich dann einem weiteren Wahlgang stellen. Von 74 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen bei zehn Enthaltungen und vier Nein-Stimmen 60 Stimmen auf ihn.

Viel über die neuen Bundesländer gelernt

Rückblickend sagte Barraud-Volk, dass sie viel über die neuen Bundesländer gelernt habe. Dabei habe sie viel Gespür für "den Osten" bekommen. Übernachtet hat die Pfarrerin übrigens im Augustinerkloster. An dessen Pforte hatte Martin Luther im Jahr 1505 als Suchender angeklopft. 

"Ich fahre wieder fröhlich nach Franken und nach Bayern", sagte sie nach der Wahl. Der anschließende Samstag gehöre der Familie, betonte sie, denn das Ganze müsse sich setzen. Mit dem ersten Advent beginnt dann auch schon das neue Kirchenjahr. 

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