Prichsenstadt

Kabarett in Prichsenstadt: "Eigentlich g'hört draufg'haut"

Michl und Dheo aus Geo tauschten bei der Premiere von "Eigentlich g'hört draufg'haut" die Instrumente, sodass Michl dank Dheos Hilfe beide Instrumenten gleichzeitig spielen kann. Foto: Guido Chuleck

So ein Kopf eines Bürgermeisters muss schon einiges aushalten. Insbesondere dann, wenn man wie Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr beim Programmpunkt "Eigentlich g'hört draufg'haut" auf die Bühne gebeten wird. Um es vorweg zu nehmen: Schlehr ist bei diesem Teil der Premiere des draufg'haut-Programmes der Gruppe "Häisd'n'Däisd vomm Mee" (unterfränkisch für "hüben und drüben vom Main") glimpflich davon gekommen. Nicht nur, weil er nicht mit einer Bratpfanne, sondern mit hohlen Kunststoffröhren eins übergebraten bekam. Sondern auch, weil die Kabarettisten den bürgermeisterlichen Kopf für die "Hohlraumresonanz" mit einem Helm ausgestattet hatten und ihn selbst verbal einigermaßen verschonten.

Was Häisd'n'Däisd vomm Mee weniger verschonte waren die Lachmuskeln ihrer gut 250 Zuhörer in der gerammelt vollen Kutschenremise des Gasthofes zum Storch in Prichsenstadt. In schönstem unterfränkischem Dialekt zogen sie selbigen genüsslich durch den Kakao, bietet er doch reichlich Stilblüten allein schon wegen dem "haddem und weichem b". Da hört sich das sprachliche Ergebnis auch mal zweideutig an und eine Zuhörerin verfing sich in einer Endlos-Lachschleife. Auch das bot dem Sextett auf der Bühne reichlich Stoff, sie in ihr Programm einzubinden, ohne einfach nur drauf zu hauen.

Gehirn mit dem Dickdarm vertauscht

Dieses Draufhauen erledigten D'Körnl (Kornel Hetterich), Stefan Ebert, Dheo aus Geo (Ralph Theobald), Michl (Michael Saffer), Dubadhomas (Thomas Marquard) und Flo (Florian Ebert) tiefsinnig, mit viel Humor, auch mal ein paar Flachwitzen und dann so richtig elegant in Richtung der Weltpolitik. Dort war die in Unterfranken ansässige Tierart "Hornochse" weit verbreitet. Oder das Draufhauen auf die AfD. Dort haben, so die Vermutung von der Bühne, das Gehirn und der optisch ähnlich aussehende Dickdarm die Plätze getauscht. Das Ergebnis schrammt haarscharf an "druckreif" vorbei. Oder: 20 Prozent der Bevölkerung muss wegen psychischer Probleme Medikamente nehmen – "dann laufen also 80 Prozent unbehandelt durch die Gegend".

Der Blick auf den Klimawandel, musikalische Wortspiele mit Berufen ("Der Uhrmacher tickt nicht mehr richtig") und vor allem die Musik des Sextetts sorgten ein ums andere Mal für stürmischen Applaus. Da tauschen der Michl (Posaune) und Dheo aus Geo (Akkordeon) kurzerhand die Instrumente, jeder beweist sein musikalisches Talent am Instrument des anderen – und dann spielt Michl das Akkordeon, während ihm Dheo aus Geo die Posaune an die Lippen hält und den Bügel betätigt. Subber. Wer dieses Programm verpasst, dem gehört g'scheit eins draufg'haut.

Bei der Premiere von "Eigentlich g'hört draufg'haut" in Prichsenstadt musste der Kopf von Bürgermeister René Schlehr so ... Foto: Guido Chuleck

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