Hellmitzheim

Kirchweih: Die Ortsburschen schwören auf die "Bierbel"

Stramme Ortsburschen, Themenwagen und Musik - die Hellmitzheimer ließen sich vom schlechtem Wetter das Feiern der Kirchweih nicht vermiesen.
Stramme Ortsburschen, Themenwagen und Musik - die Hellmitzheimer ließen sich vom schlechtem Wetter das Feiern der Kirchweih nicht vermiesen. Foto: Carmen Lechner

Einen sonderlich guten Draht nach "oben" hatten die Hellmitzheimer Burschen am Sonntag augenscheinlich nicht: Die Witterung zum Kirchweihumzug war durchaus verregnet. Ob es an der leicht gotteslästerlichen "Bierbel" lag? In dem Hochglanz-Heft reimten die Burschen in Anlehnung an die Heilige Schrift launige Geschichten aus dem Dorfleben. Jedoch mischten sich in die augenzwinkernde Blasphemie auch kritische Töne.

Der guten Stimmung im Dorf tat das Wetter am Sonntag keinen Abbruch. Die Hellmitzheimer und die zahlreichen Gäste von außerhalb säumten am frühen Nachmittag mit Regenschirmen und Ponchos die Dorfmitte, wo bereits tags zuvor der Kirchweihbaum aufgestellt worden war und die Buden und Fahrgeschäfte auf die Gäste warteten. Wie es die Tradition will, startete dort der Traktor mit dem Musikantenanhänger, um die anderen Themenwagen aus den Seitenstraßen abzuholen, auf denen die Burschen wieder phantasievoll einige der skurillsten Begebenheiten des Dorfgeschehens seit der letzten Kirchweih darstellten.

Hommage an Michelangelo

Neben den Höhepunkten der vergangenen zwölf Monate schafften es dann auch einige weitere Geschichten in die "Bierbel - frei aus dem Lateinischen erfunden von Martin Schlucker". Geschichten von jungen Mädchen, die bei offenem Autofenster die Rechnung ohne das undichte Güllefass des entgegen kommenden Bulldogs gemacht hatten. Oder vom Pantoffelhelden, der brav zuhause warten muss, bis die Gattin mit den prall gefüllten Einkaufstüten wieder nach Hause kommt, da sie ihren Ehemann zum Tragen braucht.

Garniert wurde die Kirchweihschrift mit leicht in Richtung feucht-fröhlich variierten Foto-Hommagen an Michelangelos Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle oder Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl und einem Werbeblock mit Anzeigen, die ganz konsequent als Ablassbriefe bezeichnet wurden. Im Nachwort, der "Offenbarung", gaben sich die Burschen dann nachdenklich, sinnierten über das schlechte Image der Dorfjugend und hinterfragten die Nachhaltigkeit des Slogans "Unser Dorf hat Zukunft", unter dem Hellmitzheim beim gleichnamigen Bundeswettbewerb heuer die Silbermedaille geholt hat.

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