Kitzingen

Kommentar: So behandelt man keine Investoren

Man kann zu den Plänen eines Einkaufszentrums in den Marshall Heights stehen, wie man will, aber eine so wichtige Entscheidung muss anders vorbereitet werden, sagt unser Autor.
So hätte es aussehen sollen, das Einkaufszentrum in den Marshall Heights. Der Kitzinger Stadtrat hat den Standort an der B8 jetzt untersagt. Foto: Visualisierung: Wittmann

Unglaublich: Da kommt der Kitzinger Georg Wittmann mit einem Großprojekt ins Rathaus und muss zusehen, wie es zerpflückt, zerredet und am Ende quasi unrealisierbar gemacht wird. Was immer man von seinem großen Einkaufszentrum an der B8 hält – so behandelt man keinen Investor.

Schon Mitte Dezember hatte der Stadtrat gerügt, dass er als Gesamtgremium keine ausreichenden Informationen über Wittmanns Pläne für eine "Galerie Kitzingen" habe. Viele Räte erfuhren mehr durch einen Bericht dieser Redaktion als durch die Information aus dem Rathaus. 

Aus den Fehlern nichts gelernt

Zwei Monate später das gleiche Bild: Wieder liefern Oberbürgermeister Siegfried Müller und die Verwaltung eine dürftige Sitzungsvorlage. Obendrein ist der Investor nicht eingeladen, sein Vorhaben ausführlich zu präsentieren und es mit den Räten zu diskutieren, was der Normalfall wäre, sondern sitzt, bis auf zwei kurze Wortmeldungen zum Schweigen verdammt, im Rücken des Rats auf der Zuschauerbank. Gleiches gilt für den Vertreter des Einzelhandels, Frank Gimperlein, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins. 

So zerreibt sich ein mangels Information überforderter Stadtrat zwischen allgemeinen Markttheorien, subjektiven Befürchtungen und dem Klein-Klein um Zahlen. Das alles ist wenig professionell. 

Schlimmer noch: In seine Euphorie, ein unberechenbares Einkaufszentrum verhindert zu haben, begeht der Stadtrat einen schweren Fehler. Er übernimmt den CSU-Antrag, ohne eine entscheidende Formulierung zu hinterfragen: Wittmann müsste jetzt innerhalb der Marshall Heights bauen und darf nicht mehr an die B8. Die attraktive B8-Lage jedoch, so hat es der Investor mehrmals betont, ist gerade die Voraussetzung für seine Geschäftspartner, sein Einkaufszentrum zu füllen. Damit ist das Projekt faktisch überhaupt nicht mehr möglich – ganz gleich in welcher Größe.

Was bleibt? Stillstand mindestens bis Mai und ein Bild nach außen, das Investoren nur abschrecken kann. 

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