Kitzingen

Kommentar zur Landratswahl: Das Ein-Personen-Stück

Landrätin Tamara Bischof hat die Wahl überlegen gewonnen, sie siegte mit gut 73 Prozent. Dazu ein Kommentar von Frank Weichhan.
Landrätin Tamara Bischof
Landrätin Tamara Bischof Foto: Gerhard Krämer

Die Ära Tamara Bischof geht weiter. Das ist eine gute Nachricht für den Landkreis Kitzingen. Der Laden läuft. An der Spitze: eine Vorzeige-Landrätin. Mehr geht kaum. So gesehen stand Timo Markert von Beginn an auf verlorenem Posten.

Viele hielten es von Anfang an für eine Schnapsidee der CSU, überhaupt einen Gegenkandidaten ins Rennen zu schicken. Wenn man denn aber zum Angriff bläst, sollte es ein paar Verkaufsargumente geben. Die aber hatte Markert kaum. Dazu kam: Der Quereinsteiger stieg viel zu spät ein. Und er zeigte eine ungewöhnliche Art, Wahlkampf zu machen. Er schaffte es tatsächlich, so zu tun, als gäbe es die Amtsinhaberin nicht. Das hatte was von einem interessanten Feldversuch. Nur: So gewinnt man keinen Blumentopf. Kurzum: Da passte einfach zu viel nicht.

Markert wurde in einen Zweikampf geschickt, der überhaupt keiner war. Von Anfang an gab es nur ein Ein-Personen-Stück, überschrieben mit einem Namen, der gleichzeitig auch Programm war: Tamara Bischof.

Das allergrößte Problem der CSU war: Es gab so gar keine Wechselstimmung. Warum sollte die Amtsinhaberin abgelöst werden? Was kann ein anderer besser machen? Diese Frage scheint auch Barbara Becker, die treibende Kraft im Hintergrund, unterschätzt zu haben. Der Zeitpunkt passte nicht, der Kandidat passte ebenfalls nicht so richtig - heraus kam das entsprechende Ergebnis. Ein Lehrbeispiel, was Fehleinschätzungen anrichten können.

Die Wahl jedenfalls hat gezeigt: Fester im Sattel sitzen als Tamara Bischof kann man kaum. Das scheint bei der CSU keiner so richtig bedacht zu haben. Timo Markert hat innerhalb seiner Möglichkeiten alles gegeben, nur war das eben vergebene Liebesmüh: Hier fand kein Wettrennen statt. Hier liefen zwei Menschen in zwei völlig unterschiedliche Richtungen. Die Landrätin eilte zu ihrer vierten Amtszeit. Ihr Gegenkandidat irrte irgendwo auf der Gegengeraden herum und hatte das Ziel zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise im Blick.

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