KITZINGEN

Konsum: Saisonal und regional

Die Referenten: André Busigel (links) und Nikolai Kendzia. Foto: Elisabeth Versl-Waag

„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah . . .“ Schon Johann Wolfgang von Goethe wusste es. Ob er dabei an frisches und gesundes Gemüse aus seiner Region gedacht hat, ist allerdings nicht bekannt.

Bekannt ist dagegen das Gartenland Kitzingen für seine Vielfalt an Gemüse- und Obstsorten. „Konsum - Saisonal und regional“ war deshalb das Thema am Dienstagabend. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Energiewende und Klimaschutz luden Volkshochschule und Landratsamt die beiden Referenten Nikolai Kendzia und André Busigel in die Alte Synagoge in Kitzingen ein.

Auf großer Leinwand reich bebildert begann Landschaftsarchitekt Kendzia (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Kitzingen) seinen Vortrag. Untergliedert in die Themenbereiche Moderne Gurkenproduktion, Blick in die Zukunft des Gemüseanbaus, Entscheidungshilfen beim Einkauf und Diskussion. Lange Tradition habe die Selbstversorgung familiärer Betriebe mit Gemüse und Ackerbau im Landkreis Kitzingen, wie in den Gemeinden Etwashausen und Albertshofen.

Die etwa 80 Gärtnereien in und um Kitzingen sind Familienbetriebe und arbeiten mit Saisonkräften. Sie sind Direktvermarkter, beliefern den Einzelhandel oder nutzen den Vertrieb über die genossenschaftliche Gartenbauzentrale Main-Donau.

Den Anforderungen gewachsen

Mit Experimentierfreude an neuen Sorten, modernen, computergesteuerten Gewächshäusern und natürlicher Schädlingsbekämpfung sei der Gartenbau den sich ändernden Anforderungen des Naturschutzes und der Gesellschaft gewachsen, ist sich Nikolai Kendzia sicher.

Gartenbautechniker und Juniorchef der Gärtnerei Busigel in Albertshofen gab einen Einblick in die Arbeit seines Familienbetriebes. Obwohl er kein Biobauer sei – denn dafür dürfte sein Gemüse nicht auf Substratkultur wachsen – wird zum Beispiel überschüssiges Regenwasser und auch Kondenswasser zum Gießen wieder aufgefangen und in den Kreislauf zurückgeführt. Beheizt werden seine Gewächshäuser über die Abwärme der Biogasanlage. Schädlingsbekämpfung betreibt Busigel durch den Einsatz von Nützlingen, wie Insekten gegen Blattläuse oder Raubmilben gegen die Spinnmilbe.

Mit Blick auf den Klimawandel ging es unter anderem auch um Thermofolien und Tropfbewässerung. Und warum Gewächshäuser und Anbau unter Folien? Die Antwort lautet: Um die Saison zu verlängern, witterungsunabhängiger zu sein und das Angebot an frischem Obst und Gemüse sicher zu stellen und zu erweitern.

Nach Alternativen suchen

Die umstrittene Kunststoff-Verpackung der frischen Waren verteidigte Busigel mit dem Argument der Hygiene und dem Schutz vor Transportschäden, ebenso wie der längeren Haltbarkeit. Aber er betonte, dass nach Alternativen aus Naturmaterialien gesucht werde.

Einen Blick in die Zukunft wagte Kendzia zu guter Letzt. Durch geschützten Anbau versuche man, dem Trend zur Rohkost, zum Gesundheitsbewusstsein gerecht zu werden. Bei immer weniger Anbauflächen suche man nach Möglichkeiten auf dem Dach, unter der Erde, im Wasser oder an Fassaden.

Der nächste Vortrag mit Cornelia Rauh von der Volkshochschule findet am 13. März statt.

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