GAIBACH

Kremer verlässt das FLSH: Ein Engel geht auf Reisen

Abschied vom Franken-Landschulheim Schloss Gaibach: Landrätin Tamara Bischof dankte dem scheidenden Schulleiter Wolfgang Kremer ebenso wie Landrat Florian Töpper (Lkr. Schweinfurt), zugleich Vorsitzender des Zweckverbands Bayerische Landschulheime (von links).
Abschied vom Franken-Landschulheim Schloss Gaibach: Landrätin Tamara Bischof dankte dem scheidenden Schulleiter Wolfgang Kremer ebenso wie Landrat Florian Töpper (Lkr. Schweinfurt), zugleich Vorsitzender des Zweckverbands Bayerische Landschulheime (von links). Foto: Andreas Brachs

„Die Gedanken sind frei“, spielte ein Schülerensemble zum Auftakt der Abschiedsveranstaltung für Schulleiter Wolfgang Kremer. Der Direktor verlässt das Franken-Landschulheim Schloss Gaibach offiziell zum 1. August. Dann ist auch er frei.

Ehrwürdige Kulisse

Im ehrwürdigen Konstitutionssaal des Schlosses würdigten seine Weggefährten Kremers Stärken. Allen voran dankte sein Stellvertreter Bernhard Seißinger dem „Teamchef“ und zollte ihm für die sechs Jahre als Schulleiter „Hochachtung und Anerkennung“. Seißinger wird Kremer nahtlos als Direktor nachfolgen. Damit wird es nicht mehr – wie beim vergangenen Stabwechsel – zu einer Vakanz an der Schulspitze kommen.

Der Schweinfurter Landrat Florian Töpper, seit Juli Verbandsvorsitzender der Bayerischen Landschulheime, würdigte Kremers „erfolgreiche Zeit an dieser bedeutenden Schule“. Nur vier solcher Einrichtungen in Bayern gibt es, zwei im Landkreis Kitzingen, zwei in Südbayern. Töpper beleuchtete den Werdegang des in Ansbach geborenen Direktors. Nach seinem Abitur in Würzburg hat Kremer Wirtschaftswissenschaften und Geografie studiert und war 1989 zum Zweckverband gekommen. Als Schulbuchautor für Wirtschaft und Recht machte er sich einen Namen.

Der unvergessene „Kremer-Streifen“

Besondere Spuren hat der Schulleiter dann mit dem nach ihm benannten „Kremer-Streifen“ hinterlassen: Als Zeichen für Geradlinigkeit und Optimismus hat er in der Gaibacher Schule, knapp unterhalb der Decke einen 20 Zentimeter breiten Farbstreifen aufmalen lassen, erinnerte Töpper an diese ungewöhnliche Renovierungsaktion. Doch tatsächlich habe Kremer die Schule in vielerlei Hinsicht erneuert: digitale Medien eingeführt, gleich drei „grüne Klassenzimmer“ im Schlosspark angelegt, eine Mensa und einen Oberstufen-Mädchentrakt im Internat eröffnet. Kremer habe viel bewegt und mit Menschlichkeit, Gutmütigkeit und Engelsgeduld obendrein für ein angenehmes Arbeitsklima gesorgt. Das befand auch die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof: Kremer habe mit seinen Mitteln „viel vorangebracht, Neues gewagt und Zukunftsfähiges gestaltet“.

Dass der Direktor auch auf andere Weise für die Zukunft der Schulen sorgte, hängt mit seiner Heirat im Jahr 1980 zusammen, wie Monika Zeyer-Müller, Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, erwähnte. Mit seiner Frau Maria, ebenfalls Gymnasiallehrerin, hat Kremer drei Töchter, die allesamt ebenfalls ans Gymnasium gingen. Und eine weitere Anekdote konnte sie beisteuern: Schloss Gaibach besitzt das einzige schuleigene Feuerwehrauto in Unterfranken. Zeyer-Müller schätzt an Kremer, wie konstruktiv, beharrlich, verständnisvoll und kooperativ er mit anderen Dienststellen agierte. Für seine Schüler und Kollegen sei er stets ein aufgeschlossener und jovialer Gesprächspartner gewesen.

Das Kollegium als Fußballmannschaft

Im Stile zweier Fußballbetreuer gingen Kremers Kollegen Dominik Ruh und Wolfgang Schneider auf den „Jupp Heynckes vom FLSH“ ein. Seine Mannschaft habe sich im fairen Wettkampf mit „Manchester Kitzingen“ (AKG) und „Vatikan Schwarzach“ (EGM) gemessen. Am Ende sei Platz für alle da. Mit Silvia Stühler-Geist, Evelyn Mura und Lothar Koch dankten die drei Elternbeiratsvorsitzenden der Kremer-Jahre dem Schulleiter für seine besonnene, offene und warmherzige Art.

Kremer selbst befand in seinen Dankesworten: „Allein ist der Schulleiter nichts. Das System Schule lebt von jedem, der daran beteiligt ist.“ Und mit Blick auf seinen designierten Nachfolger, Bernhard Seißinger, sagte der scheidende Direktor: „Es geht nur positiv weiter.“

Neuer Direktor am Franken-Landschulheim Schloss Gaibach

Bernhard Seißinger, bisher stellvertretender Schulleiter in Gaibach, wird zum 1. August neuer Direktor des Franken-Landschulheims (FLSH). Seißinger war von 1970 bis 1979 selbst Schüler am FLSH. 1988 kehrte er als Lehrer an seine Schule zurück. Der designierte neue Chef unterrichtet Englisch und katholische Religion. Er ist seit vier Jahren Stellvertreter des Direktors.

Der 58-jährige Seißinger wohnt in Stammheim, wenige Kilometer von Gaibach entfernt, aber bereits im Landkreis Schweinfurt.

Das Franken-Landschulheim betreibt in Gaibach ein Gymnasium und eine Realschule. Zugleich ist dort das Internat der Schule beheimatet. In der Außenstelle in Gerolzhofen besteht ebenfalls ein Gymnasium bis zur Klasse 10. 

Geschafft: Der Direktor des Franken-Landschulheims Schloss Gaibach, Wolfgang Kremer, präsentiert seine Entlassungsurkunde.
Geschafft: Der Direktor des Franken-Landschulheims Schloss Gaibach, Wolfgang Kremer, präsentiert seine Entlassungsurkunde. Foto: Andreas Brachs
Bernhard Seißinger, stellvertretender Schulleiter in Gaibach, wird zum 1. August neuer Direktor.
Bernhard Seißinger, stellvertretender Schulleiter in Gaibach, wird zum 1. August neuer Direktor. Foto: Andreas Brachs

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Gaibach
  • Andreas Brachs
  • Direktoren
  • Elektronische Medien und Internet
  • Florian Töpper
  • Gaibach
  • Internate
  • Jupp Heynckes
  • Schulrektoren
  • Tamara Bischof
  • Wolfgang Schneider
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!