VOLKACH

Landtagsspitze informiert sich über Weinbergsbewässerung

Regionalbesuch des Präsidiums des Bayerischen Landtages in Volkach beim Projekt Vinaqua. Landrätin Tamara Bischof (rechts) und Volkachs Bürgermeister Peter Kornell (daneben) begrüßen die Gäste, darunter auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Klara Zehnder, fränkische Weinkönigin. Foto: Guido Chuleck

Es war ein strammes Programm, das sich das Präsidium des Bayerischen Landtages für seinen letzten Regionalbesuch hat aufstellen lassen. Schlusspunkt nach zwei Tagen durch Unterfranken war Volkach, und die 25-köpfige Delegation mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm an der Spitze ließ sich in den Weinbergen hinter der Wallfahrtskirche Maria im Weingarten nieder.

Zielgenaue Bewässerung

Aber nicht zum Schlusshock, obwohl es dort auch Wein gab, sondern um sich über das Vinaqua-Projekt zur Bewässerung von Weinbergen zu informieren. Das existiert seit dem Frühjahr 2010, als Genossenschaft, und die Winzer sind voll des Lobes über diese Anlage, wie es der Genossenschaftsvorsitzende Ralph Düker ausdrückte.

In der Weinlage Volkacher Kirchberg werden in Kooperation mit der Fernwasserversorgung Franken aktuell 30 Hektar Weinberge über die Tröpfchenbewässerung bewässert, erklärte Wolfgang Patzwahl vom Büro für Technik und Management im Wein- und Gartenbau in Sulzfeld am Main. „Das Wasser wird zielgenau zu den gestressten Reben geleitet“, sagte er. Die Anlage besteht aus drei großen Becken, zwei an den Weinbergen und eines unterhalb der Wallfahrtskirche. Grundwasser werde nicht entnommen, sondern Oberflächenwasser gesammelt und in die Weinberge gepumpt.

Weniger Nitrat ins Grundwasser

Ein großer Vorteil sei, dass die Böden in dieser regenarmen Region viel besser Regenwasser aufnehmen könnten und Bodenerosionen eingedämmt würde. Ein Starkregenereignis mit 75 Litern pro 30 Minuten hatte einem benachbarten und nicht gewässerten Weinberg arg zugesetzt: Während die Böden der bewässerten Weinberge „hielten“, trug es die Böden des unbewässerten Weinberges ab.

Es werde auch viel weniger Nitrat ins Grundwasser eingeleitet, so Patzwahl weiter. Die Weinberge können ganzjährig und ganzflächig begrünt werden, wodurch sich die Bodenstruktur verbessere. „Wir haben hier vier Aspekte: den Trinkwasserschutz, den Hochwasserschutz, ein Aufhalten von Bodenerosion und die Bindung von Kohlenstoff durch mehr Weinreben“, erklärte er. Ein weiteres Argument für diese Art von Bewässerung: Von den rund 140 verschiedenen Rebsorten weltweit gelten zehn als „marktrelevant“, vier davon seien trockenheitsempfindlich, darunter Müller-Thurgau, Silvaner und Spätburgunder, und sechs trockenheitsgefährdet.

1000 Hektar werden bewässert

Für Düker als Vorsitzenden der Genossenschaft, zu der 45 Winzer gehören (und viele weitere jetzt teilnehmen wollen), wäre es wünschenswert, wenn die Bewässerung auf ganz Franken ausgeweitet werden könne, zumindest auf die Winzer der Mainschleife. „Von 6200 Hektar werden etwa 1000 Hektar bewässert und mittelfristig werden etwa 2000 Hektar Steil- und Terrassenanlagen bewässert werden müssen“, so Düker. Weshalb er, Artur Steinmann (Weinbaupräsident von Unterfranken), Hermann Schmitt (Geschäftsführer fränkischer Weinbau), Peter Kornell (Bürgermeister Volkach) und Tamara Bischof (Landrätin) nicht müde wurden, bei den Politikern für Unterstützung zu werben. Auch wenn es anstrengende Tage für Barbara Stamm und das Präsidium des Landtages waren, so wirkten sie dennoch hellwach und sehr konzentriert.

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