Kitzingen

Letzte Jahresschlussrede von OB Müller: Rückblick mit Wehmut

Letztmals ließ Oberbürgermeister Siegfried Müller ein abgelaufenes Jahr vor dem Stadtrat Revue passieren. Er hört im Mai 2020 auf. Der bzw. die neue OB saß bereits im Saal.
Der Kitzinger Oberbürgermeister Siegfried Müller (rechts) bei seiner Ansprache in der Jahresschluss-Sitzung des Stadtrats Kitzingen. Foto: Andreas Brachs

Die Wehmut war ihm anzumerken: Oberbürgermeister Siegfried Müller sprach am Donnerstagabend letztmals in der Jahresschluss-Sitzung des Kitzinger Stadtrats. Seine Amtszeit als OB endet im Mai. Passenderweise saß der bzw. die neue OB bereits im Rathaussaal, denn alle fünf bisher bekannten OB-Kandidaten waren anwesend. Vier von ihnen – Stefan Güntner (CSU), Uwe Pfeiffle (FW-FBG), Andrea Schmidt (Grüne) und Bianca Tröge (ÖDP) – sitzen bereits im Stadtrat. Manfred Paul (SPD) war als Zuhörer im Raum.

In Kitzingen sei "viel im Fluss", griff OB Müller das zuletzt vom Stadtrat beschlossene Motto für die künftige Arbeit auf. Erfreulich sei, dass die Stadt nun mit 23 194 Einwohnern (2018: 22 693) weiter wachse. Außerdem werde "das Gesicht der Innenstadt aufgehübscht", sagte Müller mit Blick auf die Altstadtsanierung, die auch privaten Bauherren finanzielle Vorteile verschaffe. Und auch die Verwaltung profitiere von der Erweiterung in nächster Nachbarschaft.

Viele Bauprojekte in der Stadt

Auch das Hotelprojekt am Main schreite voran: Investor Wolfgang Rosentritt habe einen Betreiber und werde wohl bald die Baupläne einrichten. Müller dazu: "Dieses Projekt stellt eine wichtige Innenstadtentwicklung dar." Der OB freute sich, dass mit dem Neubau am Standort des ehemaligen Marktcafés ein "Schandfleck" verschwinde.

Eine Aufwertung erfahre der Obere Mainkai durch die Sanierung, und mit der Renovierung des Soldatenfriedhofs habe man den Sickershäusern eine Freude bereitet. Die Schützengesellschaft darf bald ihr neues Gelände an der Nordtangente in Angriff nehmen, und Bauwillige freuen sich über die Vergabe von Bauplätzen am Hammerstielweg. Ein Prestige-Objekt kommt mit dem millionenschweren Bau des Staatsarchivs in die Stadt, was zugleich einen neuen Bürgerpark und mehr Parkplätze mit sich bringen wird.

Müller freute sich, dass die Stadt zusammen mit dem Landkreis die Berufsinformationstage (24./25. Januar 2020) neu organisiert habe. Das helfe der Wirtschaft, Nachwuchs zu finden. Beim regelmäßigen "Unternehmerfrühstück" könnten sich die Betriebe untereinander vernetzen.

"Ende der Eiszeit" mit Montevarchi?

"Ein Ende der Eiszeit" zwischen Kitzingen und der italienischen Partnerstadt Montevarchi bei Florenz hält der OB für möglich, denn eine Delegation mit dem Stellvertreter der italienischen Bürgermeisterin besucht die Große Kreisstadt an diesem Wochenende. Das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit Trzebnica (Trebnitz) feierte die Stadt 2019.

Die Stadtverwaltung will auch in ein neues Zeitalter aufbrechen: mit der Umstellung auf digitalisierte Rechnungen, mit neuen Wegen bei der Ausbildung und mit modernen Internetseiten, wagte der OB einen Ausblick.

Bürgermeister Stefan Güntner (links) dankte Oberbürgermeister Siegfried Müller für seine Arbeit im vergangenen Jahr. Foto: Andreas Brachs

Eine kritische Bemerkung erlaubte sich der Rathaus-Chef zum Schluss: "Ich bitte eindringlich, persönliche Verunglimpfungen von Mitarbeitern der Verwaltung zu unterlassen", sagte Müller mit Blick auf hitzige Diskussionen im Stadtrat. "Wenn schon, dann toben Sie sich an mir aus." Ansonsten betonte der OB die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, mit der Verwaltung, mit engagierten Bürgern, Betrieben und Ehrenamtlichen.

Weihnachtswünsche zum Abschluss

Den Dank des Stadtrats an den OB brachte Bürgermeister Stefan Güntner (CSU) mit einem kleinen Präsent zum Ausdruck. Sein "Weihnachtswunsch" an Müller: Er möge doch Anregungen aus dem Stadtrat manchmal nur zur Kenntnis nehmen, ohne immer gleich dagegen zu sprechen. Müllers launige Replik: "Nicht jeder Weihnachtswunsch geht in Erfüllung, aber ich werde mich bemühen."

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